Wie sichern wir unsere Energie? Kerstin Andreae, Bundesverband Energie- und Wasserwirtschaft - 95

Shownotes

Was braucht es eigentlich, damit wir alle immer genug Energie und Wasser haben? Mit dieser Frage beschäftigt sich meine heutige Gästin jeden Tag. Kerstin Andreae war 17 Jahre lang Bundestagsabgeordnete der Grünen, bevor sie die Seiten wechselte, um einen der größten Wirtschaftsverbände des Landes zu führen. Heute ist sie Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, kurz BDEW. Der Verband vertritt über 2000 Unternehmen, von großen Energieversorgern bis zu kommunalen Stadtwerken, von Strom und Gas bis zur Trinkwasserversorgung.

Wir reden über die Energiewende, über die Frage, was sie kostet und was sie uns als Wirtschaftsstandort bringen kann. Und natürlich müssen wir, nach den Anschlägen auf das Berliner Stromnetz im Januar, auch über Versorgungssicherheit reden. Kerstin erklärt, warum die Energiewende ein neues Narrativ braucht, das über den Klimaschutz hinausgeht, und warum Resilienz und strategische Unabhängigkeit die Argumente sind, die jetzt zählen.

Besonders spannend fand ich die Frage, wie man einen Verband führen kann, der unglaublich unterschiedliche Mitglieder mit teilweise sich widersprechenden Interessen hat. Und ich wollte von Kerstin wissen: Ist Lobbyismus eigentlich ok?

In der Episode habe ich einen Link zum Positionspapier "10 Punkte zur Stärkung der Resilienz kritischer Infrastrukturen Energie- und Wasserwirtschaft". Dieses findest Du hier: https://www.bdew.de/media/documents/BDEW10PunkteSt%C3%A4rkungResilienzkritischerInfrastrukturenJan2026.pdf

Über den Podcast Chefetage

In meinem Podcast Chefetage spreche ich mit Führungspersönlichkeiten und Unternehmern über ihre Karrierewege, persönlichen Erfahrungen, ihr Mindset, ihr Führungsverständnis und die Herausforderungen ihrer Branche. Du bekommst Impulse, wie Leadership und Unternehmertum heute funktionieren – authentisch, inspirierend und ganz praktisch.

Ich bin Leif Neugebohrn und unterstütze Führungskräfte und Unternehmer mit meiner Agentur Magnecon dabei, sich klar zu positionieren – mit einer starken Strategie, klarer Kommunikation und wirkungsvollem Leadership.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Was braucht es eigentlich, damit wir alle immer genug Energie und Wasser haben?

00:00:04: Mit dieser Frage beschäftigt sich meine heutige Gästin jeden einzelnen Tag.

00:00:08: Denn Kerstin Andrehe war siebzehn Jahre lang Bundestagsabgeordneter der Grünen, bevor Sie die Seiten wechselte um einen der größten Wirtschaftsverbände des Landes zu führen.

00:00:17: Heute ist die Hauptgeschäftsführerin das Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft kurz im BDEW – und dieser Verband vertritt über zweitausend Unternehmen aus der Energie-, Wasserbranche von großen Energieversorgern bis zu kommunalen Stadtwerken, von Strom und Gas bis eben dann auch zur Trinkwasserversorgung.

00:00:33: Wir reden in dieser Episode über die Energiewende, über die Frage was sie kostet und was sie uns als Wirtschaftsstadtort bringen kann?

00:00:39: Und natürlich müssen wir nach den Anschlägen auf das Strommetz im Januar auch über das Thema Versorgungssicherheit reden.

00:00:47: Besonders spannend fand ich aber die Frage wie das so ist nach so vielen Jahren als Parteipolitikerin als Bundestagsabgeordnete plötzlich überparteilig arbeiten zu müssen und wie man einen Verband führen kann, der unglaublich unterschiedliche Mitglieder hat mit teilweise sich ja auch durchaus widersprechenden Interessen.

00:01:06: Und dann wollte ich von Kerstin wissen ist Lobbyismus eigentlich okay?

00:01:10: Viel Spaß bei dieser Episode!

00:01:19: Ich bin einfach neugeboren, das weißt du wahrscheinlich schon.

00:01:25: Wenn du hier öfters mal reinklickst wenn du ganz neu bist dann natürlich nochmal erst recht herzlich willkommen.

00:01:30: Hier in meinem Podcast verspreche ich mit den unterschiedlichsten Führungspersönlichkeiten aus der Wirtschaft, aus der Politik und der Gesellschaft bis hin zum Sport über Leadership- und Unternehmertum, über natürlich den persönlichen Werdegang und natürlich auch über die vielen Herausforderungen der jeweiligen Branchen-, Unternehmen oder auch Organisationen.

00:01:47: Und warum mache ich das?

00:01:48: Ich finde es einfach total klasse, diese Gespräche zu finden.

00:01:51: Ich will mich dabei auch selbst von den Erfahrungen und Perspektiven meiner Gäste inspirieren lassen und lerne jedes Ball extrem viel!

00:01:59: Der Podcast ist mein ganz persönliches Werkzeug, dass sich die Gespräche führen darf – eine schöne Ausrede, dass ich dann Leute anfragen darf, weil sonst würde ihr mit mir nicht reden.

00:02:08: Wenn dich das so interessiert wie mich, bist du ja genau richtig und solltest direkt auf Abonnieren klicken.

00:02:13: Heute bin ich im grau-nassen Berlin unterwegs.

00:02:16: Es ist Januar, ich bin froh wir haben schon wieder Strom.

00:02:20: Also das Hotel war auch warm.

00:02:22: Das ist ja hier gar nicht so selbstverständlich.

00:02:24: Diese ganze Umgebung ist ein totaler Kontrast zu dem, wie die Idee zu dieser Episode aufgekommen ist.

00:02:28: Das war letztes Jahr im Hochsommer als es so richtig warm und sonnig war und da war ich in Oldenburg und hab mit Stefan Dohler eine Episode aufgenommen der CEO der EWE AG ist und außerdem auch Präsident des Bundesverbandens der Energie-und Wasserwirtschaft.

00:02:42: Die EWE Ag ist einer der größten kommunalen Energieversorgern Deutschland.

00:02:46: Wenn du die Episode noch nicht gehört haben solltest dann wird das jetzt Zeit klick am besten nach dieser dann direkte auch einmal rein.

00:02:53: Der hat am Ende der Episode vorgeschlagen.

00:02:55: Ich soll einmal mit der Hauptgeschäftsführerin dieses Verbandes sprechen, also das Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft.

00:03:01: Und da ich das Thema Energie und Versorgung immer unglaublich spannend finde und dass für den Wirtschaftsstandort so wichtig ist und mich auch gleichzeitig die Arbeit eines solchen Verbands interessiert sitze ich nun heute hier im Kalten Berlin und freue mich trotzdem sehr auf das Gespräch mit Kerstin Andrée, der Haupt-Geschäftsführerin des BDEWs.

00:03:20: Herzlich willkommen!

00:03:21: Danke schön, herzlich willkommen hier bei uns in Berlin so.

00:03:24: Also heute ist es tatsächlich kalt und regnerisch aber wir hatten ein ganz schönes Wochenende!

00:03:28: Wir hatten super viel Sonne, super viel Schnee.

00:03:30: also Berlin kann auch schönen Wintertage haben.

00:03:33: Ich weiß ich war tatsächlich oft hier im Januar Und manchmal ist es richtig schön Aber ich habe das gerade schon im Vorgespräch mit deinen Mitarbeiterinnen gesagt.

00:03:40: Also ich bin tatsächlich früher hier oft hergefahren weil im Janu sonst niemand hier ist und dann man sehr billig sehr gute Hotels bekommt und die Tata gehen kann.

00:03:47: Also Berlin hat ja mehr als nur das Wetter.

00:03:51: Ja, ich freue mich total dass ich bei euch sein darf.

00:03:54: Ich heiße dich herzlich willkommen sozusagen hier in deinen eigenen Hallen.

00:03:59: Wir reden gleich mal so ein bisschen Was das hier ist, wo wir sitzen?

00:04:03: Der BDEW.

00:04:04: Den kannst du gleich gerne einmal richtig vorstellen.

00:04:06: Aber bevor wir darauf kommen was du beruflich machst und was dein Verband macht würde ich dich gerne erstmal persönlich besser kennenlernen.

00:04:13: Und das habt die Frage wer bist Du wenn du mal nicht arbeitest?

00:04:17: Ich hoffe die Zeiten gibt es bei dir.

00:04:18: Das sind so vielleicht Hobbys Interessen.

00:04:21: wie sieht das bei Dir so aus?

00:04:23: Ich habe drei Kinder.

00:04:25: Die sind allerdings auch schon, also der Jüngste geht jetzt in die neunte Klasse und das heißt viel Zeit verbringe ich natürlich mit der Familie und dem ganzen organisatorischen Rund um die Familie bis hin zu englisch-vokabeln Matheaufgaben und irgendwelche Präsentationen was aber wirklich sehr viel Spaß macht.

00:04:45: Und bin schon fast ein bisschen wehmütig weil ich natürlich absehen kann dass es eine Zeit ist die endet.

00:04:50: viele Freundinnen von mir haben schon diese Erfahrung gemacht Kinder aus dem Haus hin und es ist bestimmt nochmal schwierig für mich, weil ich das tatsächlich total gerne mache.

00:04:58: War aber nie eine glückige Mama, weil die einfach Zeit dazu nicht hatte.

00:05:02: Also meine Kinder erzählen sich vielleicht anders.

00:05:04: Aber tatsächlich bin ich natürlich auch unglaublich viel weg gewesen und arbeite viel habe immer viel gearbeitet, aber auch immer gerne viel gearbetet.

00:05:11: Persönliche Hobbys?

00:05:12: Ich hab im Wesentlichen drei.

00:05:14: Das eine ist, dass ich tatsächlich relativ gerne Sport mache.

00:05:19: Und da gehöre ich aber zu ganz langweiligen Menschen.

00:05:21: das Einzige was ich wirklich gern mach is entweder lange joggen gehen, lange schwimmen oder lange auf den Stepper.

00:05:27: Also ich bin so einer die Ausdauer macht und kann es dann aber anderthalb Stunden... Ja!

00:05:32: Aber das kann ich nicht, das finde ich super.

00:05:34: So Krafttraining und sowas ist für mich ne Strafe Und ich kann es eigentlich auch nur morgens.

00:05:40: Also meine These ist immer, der innere Schweinehund muss noch schlafen und dann kann ich das noch machen mit dem Sport.

00:05:45: aber tatsächlich mache ich so was gerne und auch halbwegs ausdauernd Aber ich könnte nie in Marathon laufen.

00:05:51: Das wäre mir wieder zu langweilig oder auch zu lang Und ich lese sehr gern.

00:05:57: Ich habe seit vielen Jahren einen Treffen mit zehn Frauen, sehen wir insgesamt und wir entscheiden uns für Bücher, für zwei Bücher und treffen uns alle drei Monate.

00:06:06: dann haben die zwei Büchern gelesen und unterhalten uns drüber.

00:06:09: Wenn man das nicht geschafft hat, Mut zur Lücke überhaupt kein Problem.

00:06:13: Dann hört man sich halt an was die anderen über das Buch erzählen.

00:06:16: ganz selten mal habe ich tatsächlich auch aufgehört ein buch zu lesen weil ich so blöd fand aber es ist eine ganz tolle Gelegenheit Bücher anders zu erfahren.

00:06:23: wenn wir über Bücher sprechen kann ja und dann hab ich noch einen Hund und das ist auch ganz toll weil mit dem kann Ich einfach viel spazieren gehen.

00:06:28: nur Hund ist ja etwas ganz Tolles.

00:06:30: also meine Beobachtung ist Ja wenn Menschen Zuneigung brauchen bei so einem Hund du kannst es ja so machen Du kommst heim Und er freut sich wahnsinnig Und wenn es nicht ausgereicht hat, geht's halt wieder raus.

00:06:40: Mach die Tür zu und gehst nochmal rein.

00:06:41: Da freut sich wieder total!

00:06:43: Also du kannst das durchaus öfter wiederholen mit so einem Hund... Das sind ganz gute Momente, die den Alltag auch sehr fröhlich machen.

00:06:50: Das ist ein lustiger Live-Hack,

00:06:52: den wir uns heute

00:06:53: vermerken, ja?

00:06:53: Auf jeden

00:06:54: Fall.

00:06:54: Es funktioniert also der Hund muss halt beinahe.

00:06:57: Was liest du für Bücher so?

00:06:59: Wir haben uns für Literatur entschieden, also im Sinne von keine Krimis, keine Biografien.

00:07:04: Es hat manchmal geschichtliche Bezüge aber im wesentlichen Sinn ist literarische Romane die auch mich manchmal echt völlig herausfordern.

00:07:11: Also so Literaturnobelpreisträger haben nicht ohne Grund ein Nobelpreis bekommen und oft ist mir das zu schwer.

00:07:17: oder dann wenn so einen Satz vorne links oder oben links auf der Buchseite anfängt und dann drei Seiten später immer noch der gleiche Satz ist darf ich ja auch die Kraft und die Kapazität nicht mehr damit zu kommen?

00:07:28: Aber ansonsten geht es quer durch die Landschaft.

00:07:30: Also wir lesen einfach, was eine vorgeschlagen hat im Moment drei Sonnen... Das ist auch auf Netflix verfilmt worden habe ich jetzt erfahren.

00:07:38: Ich bin noch ganz am Anfangs fängt aber sehr spannend an und das sind schon wirklich großen Spaß!

00:07:45: Was glaube ich?

00:07:45: Ja ich lese auch extrem viel, aber ich merke bei mir je mehr ich arbeite und je mehr da irgendwie Baustellen habe dass du Oberflächliche wird das, was ich lese.

00:07:55: Bei mir ist es so das Gena... Ich lese dann gerne meinen Krimi oder Fantasie oder irgendetwas wo ich in irgendeine Welt entneuchen kann.

00:08:01: Also wo einfach ich abschalten kann und nicht noch.

00:08:03: Ja, aber ich habe so viele Krimis gelesen beim Leben!

00:08:05: Und dann die Skandinavischen, die dann irgendwann wohl auch zu düst da und immer... Das mag

00:08:09: ich auch

00:08:09: nicht.

00:08:10: Es funktioniert tatsächlich nur diese schwierigere Literatur zu lesen weil ich dazu verpflichtet bin sozusagen.

00:08:15: Also ich muss halt drei Monate später treffe mich ja?

00:08:18: Und der Abend ist halt interessanter wenn ich mitreden kann.

00:08:20: Ja ich kann mich da auch hinsetzen zuhören.

00:08:24: Aber es ist spannend, wenn ich so sage, ich hätte das jetzt so gesehen oder so und ich lese Bücher sehr exakt.

00:08:30: Ich habe immer ein Stift in der Hand.

00:08:31: Mein Mann findet das immer total seltsam.

00:08:33: Was streichst du jetzt schon wieder an?

00:08:34: Ich streiche quasi permanent was an.

00:08:36: Dann hab' ich mir mal überlegt warum ich das mache.

00:08:38: Das liegt nur daran, weil wenn ich mich dann abends ins Bett lege war meine Erfahrung früher immer.

00:08:43: Da habe ich angefangen zu lesen und nach drei Seiten habe ich gemerkt, dass haste ja schon gelesen.

00:08:47: Und so weiß ich, da musste er weiter machen.

00:08:49: Hab noch einen kleinen So ein Cliffhanger sozusagen, ach guck mal das ist da am Schluss passiert.

00:08:55: Weil sonst klar ich meine wenn man ganzen Tag arbeitet geht einem die Kraft abends natürlich auch aus?

00:08:59: Ja absolut ja das kann ich gut verstehen.

00:09:02: Ja spannend!

00:09:03: Kann mir mal zu deinem beruflichen Werdegang also... Du bist heute Hauptgeschäftsführer hier beim BDEW, aber das war es ja nicht immer.

00:09:11: Wie bist du da hingekommen wo du heute stehst?

00:09:14: Also wie war so der Pferdegang von dir?

00:09:16: Ich habe ganz normal abgemacht, studiert Volkswirtschaft und habe im Studium abgeschlossen und dann hatte ich ... drei verschiedene Arbeitgeber.

00:09:29: So ein bisschen mich durchprobiert, einmal in Hamm im Westfalen habe ich elf Monate gearbeitet.

00:09:33: dann bin ich zurück in mein Studienort Freiburg hab dort zwei verschiedene Projektstellen gehabt.

00:09:38: Einmal bei einem Institut die haben für sozialwissenschaftliche Frauen Forschungsthemen haben die jemanden gesucht ja Kongresse organisiert.

00:09:45: das habe ich gemacht und dann war ich bei einem Windprojektierer.

00:09:47: Ich habe in dem Jahr aber am Ende des Jahres habe ich in der Zeit einen Bundestagswahlkampf organisiert also für den Kreisverband und für den dortigen Kandidaten.

00:09:56: Und ich war da immer schon bei der innergrünen Partei, schon seit nineteenundneunzig und habe irgendwann gedacht, das ist ja schon spannend!

00:10:02: Also Politik als Beruf ist schon nicht schlecht.

00:10:04: So ein Wahlkampf hat mir Respekt eingeflößt.

00:10:06: aber ich gebe zu dass ihr auch eintenneunzig gedacht habt, ach, das könntest du vielleicht auch.

00:10:10: Eigentlich zweitausend mal ein Kind bekommen mein erstes und hab dann aber tatsächlich schon zwei tausend eins entschieden.

00:10:15: Ich kandidiere für den Bundestag, für die Grünen in Freiburg bin dann auch gewählt worden.

00:10:19: September zweitausend zwei war die Wahl.

00:10:23: lange Strecken laufen kann, entscheide ich mich auch ganz selten um.

00:10:27: Also ich war dann siebzehn Jahre im Bundestag, hatte diverse Wahlkämpfe und Wahlen hinter mir, war teilweise in der Regierung.

00:10:33: die meiste Zeit waren die Grünen damals in der Opposition und habe dann im Frühjahr den Anruf bekommen dass diese Position hier frei wird beim BDEW.

00:10:45: und ob ich mir das vorstellen könnte bin dann durch ein ganz normales Bewerbungsverfahren durch, mit Präsidium und Vorstand.

00:10:51: Und im November neunzehn habe ich dann hier angefangen... ...und seither bin ich das!

00:10:56: Wie gesagt, ich bin der Langstreckenläuferin, also ich hab jetzt auch nicht vor was anderes wiederzumachen,... ...weil ich einfach gerne Dinge lange und stetig mache.

00:11:06: Wenn ich so zurückschauere über die vielen Jahrzehnte, die ich schon ein bisschen auf dem Buckel hab, ist das glaube ich weiß, was mich immer ausgezeichnet hat.

00:11:12: Ich habe einfach lange Dinge gemacht.

00:11:14: Also mindestens in der Wirtschaft?

00:11:16: ist das ja etwas, was immer weniger der Fall ist.

00:11:19: Also es gibt ja viele Leute die bis zum Mitte dreißig sind schon den nächsten Sprung gemacht haben und hin und her und das auch als Auszeichnung sehen?

00:11:28: Ich finde es total spannend so die Perspektive zu sagen ich will was langfristig machen finde ich gut!

00:11:32: Ja gut ich hatte natürlich in der Bundestagsfraktion schon dieses Ziel auch immer nächste Schritte zu gehen aber innerhalb der Bundestagsfraktion.

00:11:40: Es war einfache Abgeordnete, dann habe ich Sprecherfunktionen übernommen und dann war ich irgendwann wirtschaftspolitische Sprecherin.

00:11:45: Dann habe ich den entsprechenden Arbeitskreis geleitet, dann bin ich stellvertretende Fraktionsvorsitzende geworden.

00:11:51: also so habe ich schon innerhalb der Institutionen ehrgeizig und wollte weiter.

00:11:56: aber tatsächlich so viele Wechsel des... Also als ich hier beim BDIW angefangen hab und Energiepolitik war für mich kein fremdes Thema Ich war im Wirtschafts- und Energieausschuss des Bundestages Aber ich habe Wirtschaftspolitik gemacht, ich hab nicht Energiepolitik gemacht.

00:12:10: Und ich bin ein Jahr lang jeden Morgen um fünf Uhr aufgestanden und habe nur eine Stunde gelesen.

00:12:14: Was ich in die Hände bekommen habe, habe ich gelesen über Gas, über Netze, über Technik – einfach um da reinzukommen!

00:12:22: Weil das ist so meine Art, es mir Dinge zu erarbeiten.

00:12:24: Also zweiter Haken dran ich lese viel und ich leh's auch so ziemlich alles was man mir hinlegt.

00:12:28: also wenn die Vorbereitung bekommen lese ich das Was

00:12:30: nicht üblich ist in der Politik im Übrigen?

00:12:32: Das hab' ich selber häufig festgestellt

00:12:34: Ja aber und dafür muss sich bei einem Thema bleiben weil das würde ich nicht nochmal schaffen.

00:12:38: also angenommen Ich würde jetzt in ein Textilverband gehen und ich würde nicht noch mal einen Jahr lang jeden Morgen eine Stunde irgendwas über Jeans lesen Sondern das machst du einmal kniesst dich da so rein Damit sich das dann auch auszahlt, ist es wahrscheinlich klug länger da zu bleiben.

00:12:55: Ja absolut!

00:12:56: Was ich auch ganz spannend finde dabei ist der Aspekt und das hatte ich hier tatsächlich ein paar mal schon wenn ich so über den Werdegang meiner Gäste gesprochen habe dass es immer so einen Moment gab wo sie etwas tun sollten wo sie ein Angebot oder eine Möglichkeit eine Chance bekommen haben die aber über das, was sie bisher gemacht haben weit hinausging thematisch oder von dem wo das ist sich auch vielleicht nochmal auch örtlich zu verändern.

00:13:19: Aber eben auch ein ganz anderes Thema zu machen.

00:13:20: und es war dann bei dir offenbar der Fall.

00:13:22: Und du hast nicht gesagt oh Gott, das ist nicht meins kann ich nicht sondern gesagt okay dann fuchs ich mich da rein?

00:13:27: Genau!

00:13:27: Ich glaube es ist wirklich wichtig dass man weiß was man kann oder dass man auch weiss was man sich zutrauen kann.

00:13:34: Ich habe zu oft in meinem Berufsleben oder als Arbeitgeberin Leute erlebt wo ich dachte Du hast dich übernommen.

00:13:40: Also das war auch so, wo klar war, da wirst du nicht glücklich, da bist du nicht zufrieden, da springst du ein Sticken zu weit... Aber noch öfter!

00:13:48: Viel öfter im Übrigen habe ich Leute erlebt, wo ich dachte trau dich und das dann leider auch noch oft junge Frauen.

00:13:54: Wo ich dachte, boah natürlich kannst du das?

00:13:56: Natürlich ist es eine neue Aufgabe, es ist ein Themenfeld mit dem du dich nur nicht beschäftigt hast Es is keine Rocket Science also Klaren reist sich zusammen und da musst jetzt halt mein Jahr für richtig reinwuppen.

00:14:07: aber natürlich kannst Und das ist sehr, sehr schwierig.

00:14:11: Das ist auch glaube ich aus meiner Sicht eine große Frage von Leadership.

00:14:14: was empfiehlt es zu den Leuten?

00:14:16: Dass sie wirklich springen soweit Sie können aber nicht über das hinaus weil dann werden sie unzufrieden.

00:14:21: Ich glaube das heißt sogar Petersyndrom wenn ich's richtig weiß.

00:14:24: Richtig okay.

00:14:24: das heißt Petersyntrum.

00:14:25: Wenn Menschen sich einfach einen Ticken zu arg übernehmen und dann in einer Position sind wir sagen dass nicht mehr meine.

00:14:31: Also in der Politik ist es ganz oft so, entscheidest du dich dafür, dass du quasi die Pole Position einst?

00:14:37: Dass du auf die Bühne gehst.

00:14:38: Bist du ein Typ für eine Bühnen?

00:14:39: Kannst du Vorträge halten?

00:14:40: Redest du gerne vor Leuten?

00:14:42: oder ist das einfach so, dass sie sagst nee, das is too much?

00:14:45: Ich bin zweite Reihe!

00:14:46: Ich bin super Netzwerker!

00:14:48: Ich kann alles im Hintergrund, ich kann zuarbeiten... ...ich kann Dinge super und wahrscheinlich noch viel besser als jemand anderes erklären.

00:14:56: aber ich bin nicht die Person, die vorne steht Und das ist oft so ein Gap, wo man sagen muss.

00:15:01: Das muss man wissen?

00:15:02: Kann man das?

00:15:03: Will man

00:15:03: das?".

00:15:04: Nur ... das möchte ich echt betonen!

00:15:06: Ich habe mehr Fälle erlebt, wo ich dachte klar kannst du das und traust dir zu als dass ich Fälle erlebte wo ich jemandem gerne gesagt hätte... Ich würde es nicht machen an deiner Stelle.

00:15:16: Ich glaube das Unangenehme ist auch wie ich das häufig erlebt habe, dass es dann meistens ausgerechnet diejenigen sind, die nicht springen sollten, die am lautesten hier rufen und sich das nach außen hin auch zutrauen.

00:15:27: Und dann diejenigen, von denen man sagt Mensch du hast da ganz viel was du kannst und wie du dich entwickeln kannst.

00:15:34: Die sind vielleicht ein bisschen schüchtern.

00:15:35: Das weiß ich nicht genau ob ja.

00:15:37: bestimmt korreliert das auch also jemand den Lautsprecher neigt dazu sich Dinge auch noch mal mehr zuzutrauen.

00:15:43: Das ist mit Sicherheit so könnte man sagen aber es ist schon sehr individuell wirklich also sehr sehr noisiert.

00:15:49: Es ist ja auch die Frage Wie weit ist denn eigentlich?

00:15:51: Wie weit springe ich und wo ist es dann tickend zuviel?

00:15:54: Jetzt

00:15:55: sind wir schon mitten im Leadership-Thema und haben noch gar nicht den Verband vorgestellt.

00:15:58: Das müssen wir jetzt nochmal machen!

00:15:59: Erzähl doch mal so ein bisschen, also was ist der BDEW?

00:16:02: Was tut ihr?

00:16:03: Warum gibt's euch und was ist deine Aufgabe als Hauptgeschäftsführerin.

00:16:07: Also der B DEW ist der Bundesverband der Energie-und Wasserwirtschaft ganz wichtig.

00:16:11: wir haben auch die Wasserwirtschaft bei uns und da insbesondere Trinkwasser, die Wasserversorgung in Stadtwerken, die Abwasserentsorgung, also all die Themen.

00:16:20: aber Energie unternehmen im Wesentlichen und wir zeichnen uns dadurch aus dass wir über alle Wertschöpfungsstufen hinweg Unternehmen bei uns haben.

00:16:29: Das bedeutet, wir haben Stromerzeuger-Gasunternehmen.

00:16:34: Wir haben bei uns die Händler und den Vertrieb, wo die Menschen ihren Vertrag unterzeichnen, damit Strom ins Haus kommt.

00:16:43: Wir haben die Netze insbesondere, also all die Netzbetreiber, die ja oft anwandelt sind.

00:16:49: Also quasi getrennt sind von der Erzeugung im Unternehmen und dann nicht nur alle Wertschöpfungsstufen sondern auch alle Größenklassen.

00:16:56: Die ganz großen Unternehmen, die Übertragensnetzbetreber, die großen allen bekannten Energieversorgungsunternehmen bis hin zu Stadtwerken kleinen regionalen Energieversorgern Unternehmen, die Ladeinfrastruktur aufbauen.

00:17:11: Also diese ganze Bandbreite – fast alle der Stadtwerke sind bei uns aber eben auch ganz viele darüber hinaus private Unternehmen und Energieversorger.

00:17:21: Und wir sind ein politischer Fachverband also unsere originäre Aufgabe ist lobbyieren.

00:17:27: Ich habe ein sehr entspanntes Verhältnis zum Lobbyismus immer schon!

00:17:30: Weil ich davon überzeugt bin, dass es richtig ist, dass Interessen sich bündeln und Interessen vertreten werden.

00:17:35: Und aus der Politik in der ich siebzehn Jahre war weiß ich das du natürlich immer gespiegelt bekommen musst von einem Interessenvertreter hat es jetzt Taug oder hat es keinen Taug?

00:17:46: Die Interessen-Vertretungen sind die Kirchen genauso wie die Gewerkschaften, wie die Rentenversicherung, wie der Verband der christlichen Pfadfinderinnen und Pfadfindern eben auch der BDEW.

00:17:56: Und die große Aufgabe damit Lobbyismus eine korrekte Veranstaltung ist, dass man immer erklären kann ob ein Einzelinteresse des Verbands der Energiewirtschaft gemeinwohl orientiert ist.

00:18:07: Ob es ein Allgemeininteresse werden kann und wie man das zusammenpackt.

00:18:11: Das ist wesentlich in unserer Aufgabe.

00:18:13: also wir sind ein Scharnier zwischen Unternehmen und Politik auf Bundesebene, auf Landesebene oder auf europäischer Ebene und verstehen uns im Wesentlichen so, die Themen bearbeiten, die von der Politik kommen.

00:18:28: Also ganz klassisch wird ein Verband immer Gesetze mit einer Stellungnahme im Rahmen einer Verbändeanhörung bewährten und natürlich sagen passt mal auf das funktioniert und das funktioniert nicht.

00:18:38: aber der andere Teil der Aufgabe ist proaktiv vorzugehen und zu sagen das müsst ihr machen damit es weitergeht auf dem Weg den wir alle gemeinsam uns gegeben haben bei Fragen der Versorgungssicherheit, damit das System kosteneffizient bleibt nicht.

00:18:52: Aber wird?

00:18:52: Das ist wesentlichen die Aufgabe von dem Verband.

00:18:55: Das fand ich gerade nicht nur spannend sondern auch tatsächlich beeindruckend weil mein Werdegang immer wenn ich mit Verbänden zu tun hatte dann einfach ausgedrückt die Eiern um den Begriff Lobbyismus rum und trauen sich meistens denen nicht in den Mund zu nehmen und sagen immer so Interessensvertretungen und besetzt sich hier ins Ausjahrwesen ein Lobbyverband, finde ich gut.

00:19:17: Ja also ich meine es wäre ja Albert zu sagen, wir vertreten Interessen aber wir lobbyieren nicht.

00:19:23: natürlich, wir lobbyiren unsere Interessen.

00:19:25: Nee die eigentliche Aufgabe ist weil sonst kriege ich das Interesse nicht lobbyiert.

00:19:30: Sonst finde ich niemanden der sagt finde auch einen guten Punkt ne?

00:19:33: Ist zu erklären warum es eine Gemeinwohlorientierung hat.

00:19:36: Darum geht's!

00:19:36: Und eine kluge Politik wird Einzelinteressen zurückweisen.

00:19:41: Wir kennen alle in der Historie Geschichten, wo man sagt okay das war ein Shady Lobbyismus aber es war dann halt auch immer eine shady politische Seite die sich da hat einkaufen lassen.

00:19:51: Das funktioniert nicht, aber ein ordentlicher Lobbyismus ist was völlig Korrektes.

00:19:56: Der muss fair sein, stimmig sein, transparent.

00:19:59: Es gibt das Lobbyregister also das ja auch nicht so dass wir hier geheim unterwegs sind.

00:20:03: Ja das wird ja alles dokumentiert.

00:20:05: Ich wollte

00:20:05: gerade sagen die Bilder die man im Kopf hat die sind ja sehr sehr fern von der Realität.

00:20:09: Also weder habe ich je einen Koffer in den Hand gedrückt bekommen noch hab ich welche bei mir.

00:20:14: Die Dienstreisen sind ganz ordentlich abgerechnet und haben nichts mit irgendwelchen Lustreisen zu tun, also von daher.

00:20:21: Nein das ist ich glaube da gab es auch noch einen Generationenwechsel.

00:20:23: mit Sicherheit gab's da richtigerweise viel kritische Blicke auf alte Verbandsarbeit auf alten Lobbyismus sage ich mal aber jetzt mal über den Daumen nicht würde sagen in den letzten zehn fünfzehn Jahren hat sich da soviel gedreht.

00:20:36: eine kritische Öffentlichkeit kritische Medien.

00:20:38: Ich

00:20:38: glaube es ist halt wie an vielen Stellen wo Dinge vielleicht mal schief gelaufen sind oder nicht gute Entwicklungen stattgefunden haben Und man dann das auf entweder das gesamte Werkzeug oder die gesamte Art, dass zu tun überträgt.

00:20:51: Ich meine ehrlich ist auch Parteien und Politik an sich haben ja bei vielen Menschen so per se keinen guten Ruf nur weil sie vielleicht mit einzelnen davon schlechte Erfahrungen gemacht haben.

00:21:00: aber wir brauchen hier dringend Parteien, wir brauchen dringende Verbände, wir Ja, Akteure in der Zivilgesellschaft und in der Wirtschaft genauso.

00:21:09: Ich

00:21:10: würde es tatsächlich noch weiter treiben wenn du keine Verbände hast die die Unternehmen zusammenführen und Unternehmensinteressen vertreten dann vertretern Unternehmen ihre Interessen selber und das können die Großen besser als die Kleinen.

00:21:23: Und da ist schon auch eine andere Geschichte dahinter weil du bist eben in dieser hoch komplexen politischen Welt die sich auf kommunaler Landes Bundes-und europäischer Ebene abspielt.

00:21:34: Da haben die Verbände eine ganz wichtige Aufgabe, Interessen zu bündeln.

00:21:38: Und wenn du das nicht machst dann bist du auf einem anderen Spielfeld unterwegs ja?

00:21:43: Das muss man dann wissen und ich gebe dir natürlich völlig recht.

00:21:45: also des Bashingen gegenüber Parteien und Politikern und Politikerinnen ist unfassbar!

00:21:51: Es ist ganz schlimm was da passiert weil natürlich ist Politik ein... wirklich Ehrenwärter und ganz wichtiger Beruf.

00:21:59: Und auch für viele eine Berufung, die das mit Leidenschaft machen.

00:22:03: Dann gibt es mal einen der Mistbauten.

00:22:06: Aber das heißt ja nicht, dass Politikerinnen per See Mist bauen?

00:22:12: Ich glaube, das ist im Moment so ein Phänomen, was wir an vielen Stellen sehen, dass sehr häufig so ein Fingerpointing gemacht wird.

00:22:20: Immer wenn etwas nicht gut läuft, dass dann stark verallgemeinert wird... Was ich so schade finde ist, dass viele das tun bei dem was sie dann gerade irgendwie nicht gut finden.

00:22:31: Also es gibt bestimmte Teile der Politik die ein riesiges Fingerpoint gegenüber Unternehmerinnen und Unternehmern machen.

00:22:37: uns sagen also die bösen Unternehmer dann die Unternehmer mit denen ich rede die zeigen auf die Politik halbe.

00:22:43: Gesellschaft zeigt auf Politik und auf Wirtschaft.

00:22:45: Und viel mehr miteinander reden, vielmehr erklären.

00:22:48: So was wie solche Podcast-Episoden zum Beispiel.

00:22:50: Das würde glaube ich helfen und ein bisschen Ärger aus dieser ganzen und ein Bisschen Hits aus dieser Diskussion nehmen.

00:22:55: Ja absolut!

00:22:56: Ich glaube auch dass wir schaffen müssen wieder auf eine Art Partizipativer zu werden.

00:23:02: tatsächlich wäre ein Teil meiner Aufgabe da kann man jetzt vielleicht auch im nächsten Teil dazu Schon die Frage, wie erklären wir eigentlich Transformation?

00:23:11: Wie erklären wir Energiewende?

00:23:12: Weil immer wenn die Menschen logischerweise vor Veränderungen zurückschrecken.

00:23:17: Aber Veränderung kann halt auch schlecht sein!

00:23:19: Dann muss ich das irgendwie abholen und unerklären.

00:23:22: Und das ist ein gehauchen wirklich wichtiger Teil was... Politik, Medien und Verbände übernehmen müssen.

00:23:29: Fakten orientiert zu informieren und zu

00:23:31: erklären.".

00:23:32: Bevor wir dahin kommen würde mich noch ein anderer Aspekt interessieren ist so ein bisschen das Scharnier zwischen deinem persönlichen Werdegang und dem was so'n Verband macht Ich selber.

00:23:40: also ich hab das hier ja auch schon oft erwähnt im Podcast.

00:23:43: Ich war auch sehr lange in der Politik engagiert ganz früher ehrenamtlich In der Partei.

00:23:49: Wer mich googelt wird das e-finden in der SPD damals bin da heute nicht mehr Und dann eben beruflich.

00:23:54: Ich aus meiner politischen Ehrenamtarbeit noch kenne ist, dass wenn man in so einer Partei arbeitet auch ehrenamtlich oder dann mit einem Amt und einen Mandat.

00:24:05: Dass man anfängt, Dinge sehr stark aus einer reinen Partei politischen Brille zu sehen und Dinge zu bewerten.

00:24:13: Und sehr schnell damit auch ist das was die anderen machen abzuwerten.

00:24:18: Ich kann mir vorstellen dieser Schritt nach siebzehn Jahren Bundestag und davor ja sehr lange auch schon ehrenamtlich also ein ganzes Leben in einer Partei Und plötzlich der Schritt raus in einen überparteilichen Verband.

00:24:32: Wie war das bei dir?

00:24:33: Ist es etwas, dass dir einfach gefallen... Ja

00:24:36: absolut!

00:24:37: Dass mir wirklich einfach gefallen.

00:24:38: Ich bin überzeugt grünes Parteimitglied.

00:24:40: Das bin ich nach wie vor.

00:24:41: Das werde ich auch nicht lassen.

00:24:42: Ich ben im Übrigen auch Mitglied des SC Freiburg abgeben.

00:24:46: Also von daher sind es so Sachen wo ich sagen würde, das gehört zu mir und jeder der mich kennt weiß das.

00:24:52: aber was mich die ganzen Jahre in der Politik und heute auch im Verband geprägt hat ist Das hat mir vor vielen Jahren mal jemand mit auf den Weg gegeben oder es hat sich aus dem Gespräch entwickelt und das habe ich für mich quasi verinnerlicht.

00:25:07: Der andere kann Recht haben, und das musst du in der Politik können.

00:25:12: Am Ende vom Tag musst du dich wirklich noch einmal fragen ob ich recht hab?

00:25:15: Oder hat nicht der Andere vielleicht die besseren Argumente?

00:25:18: Und das hilft unheimlich viel!

00:25:20: Das meintest

00:25:20: entspannt?!

00:25:21: Wenn man nicht, dann merkt ja wenn man nicht mehr Recht hat Und es dann noch trotzdem durchzuhalten, weil da halt irgendwie ein Kreisverband hinter dir hast oder irgendeine Gruppe.

00:25:31: Oder das ist jetzt so aufgeschrieben oder eine Erwartungshaltung.

00:25:35: Du spürst halt nicht genau... Das stimmt aber nicht!

00:25:37: Da kamen Argumente die waren besser und dem muss man sich immer stellen.

00:25:42: Das muss man in privaten machen.

00:25:44: Das müssen wir in der Politik machen.

00:25:45: Es muss man so im Verband machen wie oft wegen wir Argumnte ab und dann haben natürlich die Unternehmen unterschiedliche Interessen und damit auch unterschiedliche Argumte.

00:25:55: Und das muss Maßgabe sein, der andere kann Recht haben.

00:25:58: Das hilft!

00:25:59: Es hat mir immer viel geholfen und es hat mir auch total leicht gemacht auf dann eine Wirtschaftsseite zu wechseln.

00:26:05: Und das zweite was mir immer wichtig war, das habe ich aber in der Fraktion der Grünen angefangen... Ich hatte ein Wirtschaftsrat implementiert.

00:26:11: Ich hab gesagt die Wirtschaft muss die Politik verstehen.

00:26:14: und die Politik muss die Wirtschaft verstehen.

00:26:16: Was sind die Zwänge?

00:26:17: Die Menschen in ihren jeweiligen Bereichen berufen treiben ummandeln.

00:26:23: Welche Schwierigkeiten haben die?

00:26:24: Also ein klassisches Unternehmen, was halt eine rendite Erwartung erfüllen muss.

00:26:29: Eine Aktiengesellschaft.

00:26:30: Ein Unternehmen mit dem Oberbürgermeister und einem kommunalen Aufsichtsrat.

00:26:34: Die müssen liefern!

00:26:36: Und die Politik muss das verstehen.

00:26:38: Dass sie nicht nur altruistisch unterwegs sind und sagen, ich mache alles was Gutes für's Gute in der Welt sondern am Ende haben die ganz klare harte betriebswirtschaftliche Anforderungen.

00:26:50: Und auf der anderen Seite hat die Politik die Aufgabe diesen volkswirtschaftlichen Teil zu beantworten und die Dinge auch zusammenzubringen, einen Sozialstaat zusammenbringen mit dem Steuersystem zusammenzubrechen.

00:27:02: Mit einer Industriepolitik!

00:27:03: Und das war eine ganz tolle Erfahrung als dieser Wirtschaftsrat.

00:27:07: da hatte ich mir Leute zusammengesucht Unternehmer wo ich gesagt habe mit Unternehmerinnen mit euch möchte ich reden und es lief lange bis ich aufgehört hab also lief dann irgendwie weiter.

00:27:16: aber für mich liefs eben drei Jahre und dass war wahrscheinlich auch eine Möglichkeit in die Wirtschaft rein, das Signal zu setzen.

00:27:24: Immer dann wenn wir versuchen uns zu verstehen sind wir einfach viel erfolgreicher und wir hatten damals tatsächlich lange Diskussion ums Thema Wasserstoff.

00:27:33: also es war einer der neuen Themen die aufgekommen sind und neu ist immer kritisch immer schwierig und das zu diskutieren weiterzuführen das hat für mich ziemlich die Augen geöffnet.

00:27:46: aber also der andere kann Recht haben und man muss sich verstehen

00:27:50: Da war jetzt unglaublich viel drin, wenn das mehr Leute egal jetzt wo verstehen würden.

00:27:54: Ich glaube dann wäre vieles besser.

00:27:56: Vielleicht hören sich viele an!

00:27:57: Das wär natürlich super aber du kannst es gerne noch öfters sehr laut da draußen sagen.

00:28:01: ich glaube dass würde uns allen gut tun.

00:28:03: ja Jetzt ist der Verband den Du führst als Hauptgeschäftsführerin Ja und das hast Du selber beschrieben Unglaublich Heterogen aus ganz vielen Blickwinkeln.

00:28:14: Von Vertrieblern über Erzeuger von Strom bis ich mache Trinkwasser, von unglaublich viele Milliarden bis – ich bin vielleicht gerade mal zweistellig im Millionenumsatz!

00:28:26: Das ist ja eine Heterogänität die wahrscheinlich auch in der Führung von so einem Verband ganz viel Herausforderungen bringt.

00:28:33: oder wie würdest du das beschreiben?

00:28:35: Naja klar also ... Also zu tun als wäre das eine homogene Masse, die gemeinsam gleiche Interessen verfolgt ist natürlich nicht gegeben.

00:28:45: Sondern im Gegenteil.

00:28:46: wir spiegeln natürlich das wieder wie die Energiewelt ist und der Energieweld ist auch nicht heterogen sondern sie hat unterschiedliche Interessen und unterschiedliche Herausforderungen.

00:28:54: also du hast jetzt gesagt groß und klein ist ein Thema dass versuchen wir sehr arg abzumildern indem wir große Gremien haben.

00:29:02: also wenn Sie wollen eine Stimme bekommen.

00:29:04: Wir haben jetzt gerade eine Gremianabfrage nochmal gemacht.

00:29:07: Und was beim Verband wirklich toll ist, dass fast die Hälfte der Unternehmen – und wir haben zwei Tausend Einhundert Unternehmen – fast die hälfte arbeitet in Gremien mit.

00:29:15: Das heißt bei den ganzen Positionsfindungen Stellungnahmen können sie gehört werden.

00:29:20: Die werden auch gehört.

00:29:21: Am Ende muss man dann abstimmen oder beziehungsweise Position finden.

00:29:25: Und das ist schon erst mal ein ganz großes Asset.

00:29:28: Da würde ich erstmal sagen wenn jemand Mitglied im BDEW ist und sagt, ich möchte mitarbeiten, finden wir einen Gremium?

00:29:33: Da gibt es gar kein Vertun.

00:29:35: und dann kann, also Gremium ist jetzt nicht einfach nur mal, könntest du dich halt im Raum und quatschen ein bisschen miteinander?

00:29:40: Sondern das fließt ein in die Positionsfindung.

00:29:43: Ganz wichtig!

00:29:44: Und das andere ist aber die Interessenkonflikte zwischen den verschiedenen Wertschöpfungsstufen.

00:29:48: Also nehmen wir mal ein Beispiel gerade heißt diskutiert, also wirklich heißt diskutieren.

00:29:52: von der Politik ist ja die Frage brauchen wir jetzt neue Gaskraftwerke oder lösen wir die Probleme der Versorgungssicherheit überspeichern.

00:29:58: Wir haben natürlich beide bei uns.

00:30:00: Ja, wir haben die Speicherunternehmen genauso wie die, die die Glaskraftwerke bauen wollen und das müssen wir zusammenführen und ganz oft... Also eigentlich läuft es tatsächlich immer über eine Kaskade von kleinen Projektgruppen bis hin zu den ganz großen Lenkungskreisen wo die CEOs und Geschäftsführer drinnen setzen?

00:30:17: Und die arbeiten die Dinge vor und am Ende diskutieren die das auch bis zum Ende.

00:30:22: wenn sie nicht schaffen sich zu finden!

00:30:24: Wenn einfach der Konflikt offen bleibt Dann haben wir ein weiteres System, dann geht es zu mir.

00:30:29: Dann mach ich das mit dem Präsidium zusammen, mit dem Stefan Dola bin ich da viel im Austausch natürlich, weil mein Präsident eine sehr wichtige Rolle spielt.

00:30:37: Mit den Vorsitzenden der jeweiligen großen Lenkungskreise.

00:30:40: oder Ich hol mir Unternehmen zusammen wo ich weiß die stehen exemplarisch für eine Meinung und dann diskutieren wir bis ... nicht bis Weißer Rauch rauskommt.

00:30:49: aber wir haben schon einen Anspruch dass wir nicht Formelkompromisse finden.

00:30:52: ja also dass jeder sagt okay da komm ich finde mich irgendwie wieder Das weiß ich auch.

00:30:56: Mit Formekompromissen kann die Politik nichts anfangen, dann entscheidet es sich halt für irgendwas.

00:31:00: also musst du schon klarer sein.

00:31:02: und ja das ist Aufgabe des Verbandes genau diese verschiedenen Interessen zusammenzuführen.

00:31:07: oder damit übernehmen wir ja auch eine Aufgabe die sonst die Politik hätte weil die Alternative wäre dass alle jede Wertschöpfungsstufe ihren eigenen Verband hat, so Nischenverbände.

00:31:19: Dann hätten wir den Händler-Verband und den Vertriebsverband und der erneuerbaren Verbanden.

00:31:23: Den Hammer aber das ist auch

00:31:24: toll!

00:31:25: Was weiß ich?

00:31:27: Und dann finden die für sich eine ganz tolle Lösung.

00:31:30: Das ist super.

00:31:31: Aber die funktioniert nicht weil sie gar nicht horizontal mit dem anderen zusammengeführt wird.

00:31:35: also muss die Politik aus vielen Positionen der Verbände irgendwas machen.

00:31:41: Und da können eben so wertschöpfungsübergreifende Verbände wie wir diese Arbeit schon übernehmen, das gibt nicht viele Verbände die so arbeiten können.

00:31:48: aber dann musst du halt alle Wertschöpfungsstufen dabei haben.

00:31:51: Das macht schon viel der Positionsfindung auch aus.

00:31:54: Aber dahinter steckt tatsächlich der Interessenausgleich Die Diskussion, die Kompromissfindungen Das Abwägen der Argumente und das Ganze auch immer wieder rückzukoppeln in die Unternehmen hinein, dass sie da mitgehen.

00:32:08: Was ich daran so spannend finde ... Ich hatte vor einiger Zeit Christian Dürr den aktuellen FDP-Bundesvorsitzenden im Mainz zu Gast.

00:32:15: Und ich habe versucht bei ihm ein bisschen darüber zu diskutieren.

00:32:17: was ist der Unterschied?

00:32:18: Zwischen dem CEO in der Wirtschaft, der ja viel stärkere Exekutionsmöglichkeiten hat einfach eine Entscheidung zu treffen und sagen sie wird jetzt durch exekutiert.

00:32:27: Und einem Parteivorsitzenden, der halt nicht seinem Präsidium sagen kann so wird das jetzt gemacht weil man sagt es halt vielleicht nein also er hat keine formalen Machtinstrumente an der Hand.

00:32:37: Das scheint hier ja so ähnlich zu sein.

00:32:39: also von daher vielleicht ist der Hintergrund aus der Politik zu kommen als Geschäftsführer eines solchen Verbands ist wahrscheinlich genau das, was es braucht.

00:32:46: Und jemand der vorher Sie auf einem Unternehmen waren einfach im Zweifel auch eine Basta-Entschadung treffen kann an der Position falsch?

00:32:52: Würde ich jetzt so hundertprozentig nicht sagen.

00:32:54: man bringt immer mal seine Qualitäten mit aber tatsächlich ist Verband und Partei hat Ähnlichkeiten ja weil da erstmal verschiedene Strömungen Interessen also in dem Fall werden sie ja strömungen.

00:33:05: die Wertschaffungsstufe musste zusammenbringen und diesen Interessenausgleich durchzuorchestrieren, das ist tatsächlich schon so ein Punkt.

00:33:13: Ich meine ich könnte natürlich auch am Ende eine Entscheidung treffen.

00:33:16: Das kann ich schon machen also nicht Basta aber ich kann eine Entscheidung treffen und muss es auch oft.

00:33:21: Da gehen wir jetzt lang und wenn die kritisch ist die Entscheidung muss sich da auch für einstehen.

00:33:26: oder wenn jemand sagt ne hätte ich gerne anders gemacht.

00:33:28: Aber mir ist es so wichtig dass wir am ende eine Position haben und nicht noch drei persönliche Erklärungen.

00:33:36: Ich sehe es aber anders.

00:33:37: wird er dann eine Partei machen.

00:33:38: Das sagt okay, ich stimme zwar mit aber eigentlich habe ich eine andere Meinung.

00:33:42: Das funktioniert dann nicht.

00:33:43: Aber es gibt Ähnlichkeiten Verband und Passivität, das stimmt.

00:33:46: Ja,

00:33:46: das glaube ich ja!

00:33:47: Jetzt kommen wir mal zu den inhaltlichen Themen die ihr als Verband bearbeitet.

00:33:51: Und damit wir jetzt nicht ein Podcast-Episode machen, die mehrere Stunden lang ist bei der Themenvielfalt, die ihr hier habt, hab' ich auch versucht mich ein bisschen auf einige Schwerpunkte eben zu konzentrieren.

00:34:03: Da ist natürlich das Thema Energie und Energiewende etwas, was auch insofern total spannend ist als dass es eben sehr stark mit den Themen die viele Unternehmen haben korrespondiert.

00:34:13: Etwas, was ich hier immer wieder besprochen habe so.

00:34:16: Das heißt, ich würde gleich gerne mal ein bisschen auf die Energiewente kommen und Energiepreise aber jetzt hab' ich das schon in der Anmoderation so ein bisschen gerade angedeutet.

00:34:25: wir sitzen hier grade in Berlin haben Licht an und es ist warm.

00:34:29: Und das ist in dieser Stadt nicht ganz selbstverständlich, weil vor ein paar Tagen die Hälfte der Stadt eben

00:34:34: keine Energie hat.

00:34:35: Na ja, jetzt war ein Haltschraub schon.

00:34:36: Es waren forty-fünfzig Tausend Haushalte.

00:34:39: Die Hälften der Stadt ist etwas übertrieben.

00:34:41: Sehr viele auf jeden Fall!

00:34:43: Aber das zeigt ja etwas – und zwar dass etwas was wir immer als selbstverständlicher genommen haben die letzten Jahrzehnte.

00:34:52: Dass nämlich Energie da ist... Wenn wir den Wasserhahn aufmachen, das Wasser kommt und zwar in perfekter Qualität.

00:35:00: Dass das gar nicht so selbstverständlich ist.

00:35:02: also das hat ja dieser Vorfall letzte Woche hier im Berlin nochmal brutalstmöglich gezeigt und ich habe das Gefühl dass es etwas was in der Theorie natürlich irgendwann immer klar war und auch immer mal wieder irgendwie behandelt worden ist Aber so richtig gefühlt hat das niemand.

00:35:17: Ist es etwas, was vielleicht wir wieder mehr in den Fokus nehmen müssen?

00:35:22: Nicht nur auf Basis von solchen aktuellen Ereignissen?

00:35:24: Also

00:35:24: erst mal einfach im Worthing ist kein Vorfall, es ist keine Ereigne, es war ein Anschlag und das ist mir ganz wichtig weil Anschläge können wieder passieren.

00:35:34: Das System oder die Energie-Sicherheit, die wir liefern können, die Versorgungsqualität, die ist enorm hoch.

00:35:41: unsere Netze sind super stabil.

00:35:43: Wir haben was Netz Ausfälle angeht, also Stromausfälle hatten wir im letzten Jahr unter zwölf Minuten.

00:35:50: Das haben du und ich gar nicht gemerkt!

00:35:52: Und das ist der zweitbeste Wert weltweit.

00:35:56: So, das möchte ich denn sagen... Aber einen Anschlag?

00:35:59: Du bist ja erst mal nicht gefeilt.

00:36:00: Ja, da musst du dich gegen schützen so weit es geht.

00:36:03: Es muss auch klar sein hier gibt es den hundertprozentigen Schutz nicht.

00:36:08: Den können wir nicht gewährleisten.

00:36:09: Das erleben wir bei allen Infrastrukturen.

00:36:11: Das erlebt die Bahn Das erleben wir an Flughäfen, das erleben weh an Straßen.

00:36:15: Also immer wo du Netze hast die übers ganze Land quasi gehen ja wo du ja nicht alles umzäunen kannst alles mit Kameras ausstatten und ständig Polizisten daneben stellen besteht die Gefahr dass Anschläge erfolgreich sind.

00:36:30: Und jetzt können des Linksextremisten sein wie die Vulkangruppe das kann perspektivisch oder vielleicht heute schon ausländische Gruppen im weitesten Sinne sagen wir mal seien Aber natürlich haben wir auch erlebt, dass Ostseekabel unter der Erde torpediert und angegriffen wurden.

00:36:46: Wir erleben das im digitalen Bereich.

00:36:48: Und deswegen glaube ich man muss leider anerkennen unterm Strich, dass in dieser wirklich ganz unsicher gewordenen Welt die ja gar keine friedliche Weltordnung mehr hat.

00:36:58: Da ist nichts geordnet und friedlich ist es auch nicht mehr, dass das Thema Anschläge zunehmen wird.

00:37:05: also müssen wir uns die Frage stellen was können wir präventiv machen?

00:37:09: Wie können wir reagieren?

00:37:11: Und in der Prävention muss man aus unserer Sicht sehr schnell, sehr viel tun und ich gehe jetzt gar nicht ins Einzelne rein.

00:37:17: Aber eins will ich sagen das Wichtigste scheint mir dass wir eine Koordinierungsrunde etablieren oder dass die Politik Die Bundesregierung eine Koordinerungsrunde Etabliert mit Bund Ländern Kommunen der Branche also den Branchen der kritischen Infrastrukturen die quasi permanent arbeitet sich alle in der Woche trifft.

00:37:38: wo stehen wir?

00:37:38: was muss getan werden?

00:37:40: Das ist diese Koordinierungsrunde in der Prävention.

00:37:43: Und in der Reaktion wird es natürlich sehr viel darum gehen, wie schnell kann man wieder aufbauen?

00:37:47: Was ist ein Ersatzmaterial da?

00:37:50: Das war wahnsinnig toll!

00:37:51: Muss ich wirklich sagen zu sehen, wie die Netzbetreiber bundesweit hierher gekommen sind um ganz schnell dieses Netz wieder stabil zu bekommen und die Versorgung zu gewährleisten weil das überhaupt nicht schön ist wenn die Menschen vier fünf Tage vom Strom abgeschaltet sind.

00:38:05: ja Das mag in manchen Familien leicht anektotisch gewesen sein, aber in anderen war das hochdramatisch.

00:38:10: Ich wollte

00:38:10: gerade sagen... Das

00:38:11: ist ganz schlimm!

00:38:12: Wer sich das leisten kann, dem zu entgehen der denkt da anders drüber als die, die es halt nicht

00:38:16: können?

00:38:16: Absolut und dann muss man sich ganz klar orientieren also im Blick haben, die echt betroffen sind wo's schwierig wird, die bedürftig sind, die Pflegebedürftig sind was auch immer.

00:38:26: Also das will man nicht erleben sag ich mal Und dass muss jetzt unbedingt getan werden.

00:38:31: Da sind wir in einer neuen Situation.

00:38:33: Wer da sagt, das war halt ein Anschlag.

00:38:36: Nein!

00:38:37: Diese Reihe von Anschlägen erleben wir.

00:38:40: Das ist nicht der erste gewesen und es wird nicht der letzte sein.

00:38:43: Und deswegen muss man in der Prävention viel machen und wir müssen auch in einer Reaktion viel machen.

00:38:48: Und ehrlich gesagt muss die Regierung und die Politik und die Bevölkerung insgesamt Die Frage diskutieren, wie viel Sicherheit wollen wir haben und was ist sie uns wert?

00:38:57: Weil das gibt es ja nicht kostenlos.

00:38:58: Also du musst ja irgendjemand baut da wieder was aufs Kost ja irgend jemandem Geld!

00:39:02: Genau das ist so ein Punkt der mir ehrlich gesagt auch große Sorgen macht.

00:39:05: weil also ich

00:39:06: befürchte

00:39:07: dass alles was du jetzt gerade sagst auch die Notwendigkeit von solchen Dingen angeht.

00:39:11: jeder nickt jetzt grade Und wenn man dann in einem halben Jahr irgendwo eine Haushaltsdiskussion haben also jetzt nicht nur im Bund sondern es geht ja bis hin zu Kommunen oder bis zu dem was auch Unternehmen machen oder im Zweifel wir Privatleute zu Hause, dann ist das wieder ganz weit weg.

00:39:26: Wenn nicht gerade so ein Ereignis da ist und ich habe das Gefühl dass dieses Bewusstsein dafür, dass eben Energie und Wasser überhaupt nicht selbstverständlich sind in dieser Qualität, dass wird nach Jahrzehnten Luxus es vielleicht falsch gesagt aber im Vergleich zu dem was ja auf den anderen Bereichen der Welt passiert absoluten Luxus, eben dass wir das wieder neu lernen müssen.

00:39:45: und ich glaube was diese Anschlag mit den Folgen hier in Berlin gezeigt hat is ja auch das eben das was wir grad schon angedeutet haben dass dann denjenigen, denen das eh schon gut geht, die leiden da drunter meistens gar nicht so viel wie eben diejenigen, die sich nicht wehren können.

00:39:59: Das ist halt etwas was für mich so raus war aus der Diskussion.

00:40:05: Also ich würde vielleicht eine kleine Parallel ziehen zum Februar zwanzig als der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine losging und dann fortfolgend im September dann die Gaslieferungen von Russland nach Deutschland oder nach Europa eingestellt wurden Und das war ziemlich beeindruckend, wie schnell die Gesellschaft reagieren konnte.

00:40:22: Wir haben dann große Gas-Spar-Kampagnen gemacht, Vorschläge gemacht... Da gibt es unendlich viel Material, noch ganz eine Homepage!

00:40:30: Ja und es ging signifikant gegen der Gasverbrauch runter weil die Leute sie überlegt haben naja ich muss vielleicht nicht alle Räume heizen.

00:40:36: manche haben ihr Schlafzimmern nicht mehr geheizt.

00:40:38: Das verstehe ich aus gesundheitlichen Gründen überhaupt nicht.

00:40:40: warum wir ein Schlaf Zimmer heizen aber das sollte man einfach gar nicht tun ist viel gesünder bei kühle zu schlafen.

00:40:45: aber egal wie Die Leute haben gespart, also man hat sie damit erreicht.

00:40:49: Und ich glaube was wir jetzt wirklich ganz seriös nüchtern ruhig machen müssen ist auch wieder zu erreichen und zu sagen pass auf kompletten Schutz kriegen wir nicht hin.

00:40:57: aber was wir schützen können?

00:40:59: Was wir tun können müssten wir jetzt auch tun.

00:41:01: oder hast recht das Momentum bis jetzt da Da ist die Politik leider sehr... Also die Politik sagt mir immer Aber da kommen die neuen Themen.

00:41:08: Das will gar nicht sagen Sie sind vergesslich aber dann kommt halt das nächste.

00:41:12: und da jetzt dieses Momentum zu nutzen.

00:41:15: Deswegen sind wir auch sehr schnell raus mit einem Zehn-Punkte-Plan, wie gesagt haben aus unserer Sicht die zehn Punkte jetzt sofort und koordiniert es.

00:41:22: Den habe

00:41:23: ich gestern veröffentlicht?

00:41:25: Ja genau.

00:41:26: Die

00:41:26: tun in meinem Link in die Show Nords.

00:41:27: also wenn ihr da gucken wollt klickt da gerne mal rein!

00:41:30: Und da kommt ein ganzes sicherheitspolitisches Papier dahinter weil das eine ist natürlich die Frage solcher Anschläge.

00:41:37: das zweit ist natürlich der Frage was ist es wenn es größer ist also wenn wir einen größeren Stellenausfälle erleben?

00:41:43: aber Das Moment, um jetzt zu nutzen, das schien mir wirklich klug.

00:41:47: Und ich hab ja schon immer die Meinung du erreichst die Menschen schon.

00:41:51: also wissen schon okay es kann auch nicht alles irgendwie Vater-Start machen sondern ein bisschen muss ich schon auch gucken was sich selber machen kann aber gerade in Versorgung.

00:41:59: Guck mal!

00:42:00: Es gibt doch einen anderes Beispiel was finde ich total... deutlich macht, wie wahnsinnig empfindsam die Menschen bei Versorgungsstrukturen sind.

00:42:09: In den Hochzeiten der Corona-Krise haben die Menschen Klopapier gehortert.

00:42:14: Ohne Grund!

00:42:15: Es gab überhaupt keinen sachlichen Grund warum man Kloppapier hortert und das müssen wir nicht ins Detail gehen.

00:42:21: aber... Die Frage von eigener Versorgung hat sich an dem Punkt für mich so neu reich gemacht da wirst du fast irreal ja da wüsste du irgendwie ein bisschen komisch.

00:42:32: Das ist so ein Indiz dafür, die Empfindsamkeit.

00:42:35: Was wenn es die Ansicht eigene Versorgung geht?

00:42:37: Ist irre hoch!

00:42:38: Und deswegen würden wir sagen... Die Kosten für all diese Maßnahmen muss man überlegen was der Staat übernehmen kann also wie man das halt auch finanziert und ist es denn auch eine Frage im Rahmen der ausgeweiteten Schuldenbremse ist ein Verteidigungsthema.

00:42:54: Also ist Sicherstellung von Versorgungen hier eventuell mit abgedeckt.

00:42:59: Das sind die Diskussionen, die müssen alle geführt werden.

00:43:01: Da sehen wir alle am Anfang aber sie müssen ganz schnell geführt sein.

00:43:04: Es ist für mich eine gute Überleitung generell zu diesem ganzen Thema Energie-Energiewende weil das was du gerade sagt dass die Menschen sind Unglaublich empfindsam.

00:43:12: Und ich kann mich da gar nicht ausnehmen, als ich hatte eine App auf dem Handy die gezeigt hat wie viele Klubpapierrollen beim nächsten DM noch vorrätig sind.

00:43:17: Aber diese Empfindsamkeit, die wir ja alle haben bei Themen, die dann uns selber plötzlich in unsere Existenz eben so nahe gehen was Wärme, Strom auch die Kosten davon angeht das merkt man hier eben in der Energiewende insofern als dass wahrscheinlich von wenigen Leuten mal abgesehen die sich dem komplett verschließen aber wahrscheinlich die überwiegende Mehrheit der Menschen da draußen sagt Ja Wir brauchen das in der Theorie, aber sobald das mich in irgendeiner Form betrifft werde ich da ganz schön kritisch.

00:43:46: Also meine Heizung, mein Auto, meine Stromkosten und jetzt ganz unabhängig von dieser Frage wie man das organisiert und wer das bezahlt usw.

00:43:56: ist es glaube ich auch hier wieder ein ganz großes Überzeugungsthema, Kommunikationsthemen was Politik unternehmen, aber eben auch Verbände wie ihr bewältigen müsst Menschen zu zeigen.

00:44:06: Was ist gerade notwendig, damit es vielleicht langfristig auch nicht jetzt vielleicht morgen aber langfristigt gut bleibt oder gut wird?

00:44:13: Absolut.

00:44:14: Also bei der Energiewende ist es so die ist vor Jahren entschieden worden.

00:44:19: da das muss man keine Veranstaltung von vor zwei Jahren war auch keine Ampelentscheidung war auch nicht Robert Habeck Entscheidungen sondern das ist vor Jahrzehnten entschieden worden dass dieses Land seine Energieversorgung auf andere Füße stellt.

00:44:31: Und im Grundsatz kann man das ungefähr so beschreiben, die Erneuerbaren werden im Zentrum der Stromversorgung sein.

00:44:36: Wir brauchen ein Partner, dass das Gas ... wir müssen die Netze ausbauen damit das Zeug von A nach B kommt und man braucht Speicher-.

00:44:43: und heute spricht mir noch von den Flexibilitäten also vom effizienten Energieeinsatz sag ich mal.

00:44:49: Das war echt erstaunlich!

00:44:50: Als man angefangen hat zu sagen wie erneuerbar in dem Zentrum Noch große CEOs von unseren Nehmen, die sagten über vier Prozent kommen wir nicht raus.

00:44:58: Vorher wachsen anderen als am Polarkreis oder so ähnlich.

00:45:01: Heute sind wir bei fast sechzig Prozent.

00:45:03: Unser Stromverbrauchs wird über erneuerbare Energien gedeckt.

00:45:06: Das heißt es ist einmal erst mal eine fulminante Erfolgsgeschichte.

00:45:09: Das kann man gar nicht anders sagen aber stellen sich halt neue Fragen weil zwar nicht so ganz billig.

00:45:14: Die Erneuerbaren als solche war immer der tolle Satz Sonne und Wind schicken keine Rechnung?

00:45:19: Der ist hundertprozentig richtig!

00:45:23: Nur, das ist halt nicht das Entscheidende.

00:45:24: Sondern entscheidend für die Erneuerbaren ist die Frage, gibt es eine Infrastruktur?

00:45:29: Was mache ich zu den Zeiten wo der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint?

00:45:33: Was is' die so genannte gesicherte Leistung also des was quasi immer dann wenn Sonne und Wind nicht da sind?

00:45:38: ja was dann eintreut?

00:45:39: wer bezahlt dass?

00:45:40: weil das soll ja möglichst wenig laufen.

00:45:42: Die tolle Stromversorgung kommt ja überall Sonne- und Wind und das heißt ich muss jetzt Anlagen hinstellen und darüber reden wir gerade Gaskraftwerke die nur da sind Und immer nur dann, wenn Sonne und Wind nicht liefern müssen die liefern.

00:45:54: Es rechnet sich aber nicht also muss ich die bezahlen einfach nur dass sie da sind!

00:45:58: Also so ganz kostenlos war das alles nicht.

00:46:00: im Gegenteil es ist sehr teuer geworden.

00:46:02: Und gerade Netzinfrastrukturen ist auch ein teurer Punkt.

00:46:04: stellen sich auch völlig neue Fragen.

00:46:06: was ist eigentlich wenn auf einmal alle angeschlossen werden wollen ans Netz und ständig muss irgendwo einen Netzanschluss organisieren und es geht durch die Decke.

00:46:14: Denn früher waren's Fünfzig Holz ins Tausend.

00:46:17: Also ganz neue Fragen.

00:46:18: Das ist übrigens das Spannende an der Energiepolitik, dass es permanent was Neues ist.

00:46:22: Trotzdem fährt der Dampfer in die gleiche Richtung.

00:46:25: und diese Richtung heißt unsere Energieversorgung wird immer CO²-freier!

00:46:29: Das ist das eigentliche Ziel dahinter – die Energiewende heißt wir werden dem Fahrt des Klima zu schützen folgen und das heißt du müssen die CO² Emissionen runterbringen.

00:46:39: Und jetzt ist es halt so Dass wir vielleicht noch vor drei, vier Jahren Fridays for Future Bewegung, Science For Future... Ja da gab es eine ganz große gesellschaftliche Bewegung die letztlich gesagt hat dem Fahrt folgen wir.

00:46:52: Total gekippt!

00:46:53: Das gibt's nicht mehr, diese Bewegen gibts nicht mehr.

00:46:55: ich kenne keine Fridays-for-Future Demo im Moment.

00:46:57: Vor der Frage stehen wir natürlich auch wie begründen wir denn jetzt den Fahrt des Dampfers?

00:47:02: Und meine Antwort auf diese ganze Fragestellungen ist Wir brauchen einen ganz anderen Grund, wir brauchen ein anderes Narrativ.

00:47:08: Dich kann ich vielleicht überzeugen.

00:47:09: und die alle, wie wir hier im Raum sitzen.

00:47:10: Dass der Klimawandel trotzdem existent ist und wir ihn bekämpfen sollten und müssen!

00:47:15: Und dass das eine Menschheitsaufgabe bleibt – aber ich hole damit niemandem hinterm Ofen vor.

00:47:19: Jetzt ist aber die andere Frage in dieser chaotischen Welt über die wir gerade gesprochen haben.

00:47:23: Wäre es nicht sowieso interessanter, unabhängiger zu werden?

00:47:27: Ich meine, wir importieren jedes Jahr für Achtzig Milliarden Euro Öl- und Gas.

00:47:31: Für Achtzig Milliarden Euro Das heißt, mal ganz schlicht gesprochen.

00:47:36: Wenn wir mehr Elektroautos fahren brauchen wir weniger Öl kaufen!

00:47:39: Das finde ich ein interessanten volkswirtschaftlichen Aspekt der richtig ins Geld geht und das heißt natürlich die Elektroauto sollten mit erneuerbaren Strom fahren wenn sie mit Kodestrom fahren nützt wiederum dem Klima nichts aber es macht uns trotzdem unabhängiger und das heisst diese Frage.

00:47:55: narrativ nennt man das ja immer.

00:47:57: wie erzähle ich die Geschichte sollte aus meiner Sicht neben dem Klimathema den Aspekt Sicherheit, Resilienz und Unabhängigkeit eigene strategische Souveränität viel mehr in den Vordergrund spielen.

00:48:09: Und ich könnte mir vorstellen dass da in dem Momentum wo wir heute sind Leute sagen okay also beim Klima glaube ihr euch nicht ne?

00:48:17: Vor allem die Chinesen mal auch nicht mit und die Amerikaner machen nicht mit.

00:48:20: was lohnt es wenn wir hier machen so aber beim Thema Resilience und UnAbhängigkeit das verstehe ich.

00:48:26: dann mache ich wieder mit Und das ist nicht weiße Salbe und es ist nicht geschwindelt, sondern dass es einfach nur lasst uns uns gesamthaft anschauen.

00:48:34: Worüber reden wir in Gänze?

00:48:36: Das ist glaube ich eine große Aufgabe kommunikativ... Ich finde den furchtbar blöd den Spruch!

00:48:41: Ja man muss die Menschen mitnehmen.

00:48:43: Erstens muss ich wissen wo sie stehen wenn ich sie mitnehme und zweitens muss sich wissen wo ich hin will wenn ich Sie mitnehmen will.

00:48:49: aber wo stehen sie?

00:48:50: wie erreiche ich sie?

00:48:52: Was mache ich mit einem Menschen, der zwar ein Haus hat und Eigenheimbesitzer ist.

00:48:56: Aber ein total schlechtes Einkommen!

00:48:58: Als wir dem können und nicht gehen und sagen zu Jungen, aber ein bisschen Geld in die Hand nehmen, eine Wärmepumpe ist auch ganz super.

00:49:03: Den muss ich völlig anders erreichen.

00:49:04: Da sind in den letzten Jahren immense Schwächen passiert, immens da.

00:49:08: es auch darf Politik nie arrogant sein.

00:49:10: Du musst immer verstehen wo stehst du?

00:49:13: Ja Und wie schaffe ich das Teil davon?

00:49:15: Nicht alle, aber einen Teil davon zu überzeugen dass so ein Weg sinnvoll ist Ohne dass er so dazu führt ist, okay das geht an mir vorbei.

00:49:22: Das geht an meiner Wirklichkeit vorbei und ich glaube, dass das Thema Resilienz und strategische Souveränität... Also mich überzeugt mich immer wenn ich das sage!

00:49:30: Wir müssen dem Thema Sicherheit einen ganz anderen Aspekt da nochmal reingeben.

00:49:34: Was du sagst es ist unglaublich wichtig in meinen Augen und so prägnant habe ich das auch ganz selten gehört.

00:49:39: aber das ist halt etwas.

00:49:40: wenn man mal ein bisschen noch mal den Blick weiter macht auf andere Themen, dann habe ich das Gefühl bei ganz vielen großen Zukunftsthemen.

00:49:47: Dieser Fehler passiert, dass man manchmal zu abstrakte Gründe in dem Mittelgrund gerückt hat.

00:49:52: Bei Digitalisierung konnte ganz lange niemand erklären warum.

00:49:56: Dann wurde das so als selbst zeigt wir müssen alle digitaler werden und die Schulen müssen digitaler werden und niemand wusste genau warum.

00:50:02: was soll damit erreicht werden?

00:50:04: Bei Elektromobilität ist jetzt ein vergleichbares Thema mit euch.

00:50:07: es ist sehr nah dran.

00:50:09: Aber auch da wurde der Klimaschutz eben ganz stark in den Mittelpunkt gerückt.

00:50:13: Ich weiß noch früher, wenn ich Politikerinnen und Politiker... beraten, hab grad für Wahlkämpfe.

00:50:18: Hab ich immer gesagt, fragt euch nicht ganz so sehr was in eure Botschaften zunächst mal und wie bringt ihr die unter das Volk?

00:50:22: Sondern fragt Euch, was sind die die Sorgennöte, Wünsche, Bedürfnisse der Menschen da draußen und findet da drauf Eure Antworten!

00:50:30: Und wenn man jetzt einfach sagen wir mal Elektromobilität nimmt als Thema dann muss man ja auch gar nicht immer so moralisierende Gründe finden.

00:50:36: also es reicht hier schon wenn man hergeht und sagt Wir haben hier Leute die total Bock haben auf mega tolles Fahren mit ganz großem Drehmoment und ich weiß nicht was kann man sagen Ja, wir haben hier eine Lösung die viel einfacher ist als der Riesenmotor mit Benzin betrieben wird.

00:50:50: Wir haben ja Autos, die sind viel cooler!

00:50:52: So und stattherzugehen und zu sagen hier das sind die Klimaschutzautos damit war schon ein Framing geschaffen bei den Leuten zu sagen das wollen wir nicht, die diesen Elektromüll den brauchen wir nicht Und ich glaube bei der Energiewende das gleiche Spiel herzugehen.

00:51:04: also wir haben eine PV-Anlage auf dem Dach.

00:51:06: es ist großartig so Das kann sich jetzt nicht jeder leisten, aber herzugehen und zu sagen die Energiewende.

00:51:11: Da ist nicht nur der Grund dass wir aus irgendeinem moralisierenden Wir wollen irgendwie den Klimaschutz in auf der ganzen Welt Und irgendwas.

00:51:20: ich glaube wir müssen es alle tun.

00:51:22: Aber das manchen Leute zu sagen Die ganz andere Alltags Sorgen haben was hat glaube ich viel kaputt gemacht.

00:51:28: also

00:51:28: Ich würde nicht sagen klimaschutz des moralisieren hast du auch so nicht gemalzt?

00:51:34: Ja ja vor allem mit dem.

00:51:36: Du musst jetzt halt machen, damit das Klima gerettet wird.

00:51:38: Und dann sagen wir mal auf einen Fünfzig Jahren mich eh tot.

00:51:40: Also ich hab jetzt damit zu tun, dass immer meine Kinder drum kümmern was auch immer einfach aus der Sache heraus gibt.

00:51:46: es gibt mehr Argumente als im Anfang strichen nur den Klimaschutz.

00:51:50: und gerade in dieser neuen Welt ist das glaube ich.

00:51:55: also für mich ist das eine Form von Gainchanger.

00:51:57: Jetzt hast du aber noch gefragt zur Energiewende weil das mir noch ganz wichtig.

00:52:01: Die Energiepolitik verfolgt drei Ziele, oder die Energiebranche hat immer drei Zielen.

00:52:06: Das ist das berühmte energiewirtschaftliche Dreieck.

00:52:08: Stefan Dola bestimmt sehr ausführlich erzählt weil er da immer richtigerweise darauf beharrt mit Kosteneffizienz-Umweltfragen und Versorgungssicherheit.

00:52:18: Er sagt ja dann auch immer wenn eine Ecke kippt es nicht ausbanusiert nach der Absolutrecht.

00:52:22: ich formuliere es dann immer gerne so Wenn es uns nicht gelingt Bezahlbarkeit zu gewährleisten dann verlieren wir die Akzeptanz.

00:52:28: Na dann waren die Leute nicht mal mit?

00:52:30: Also das, was wir jetzt gerade gesagt haben mit dem Besservisatum beim Klimaschutz oder so.

00:52:34: Wenn du sagst, pass auf ich kann es halt nicht bezahlen und im Augenblick ist es ehrlich gesagt wichtiger dass sich über den Monat komme also was in dreißig Jahren ist, das ist doch total nachvollziehbar.

00:52:45: ja wenn am Ende vom Geld noch monat übrig ist, ist das ein Problem?

00:52:49: Und das muss man wirklich nachvollziehen auch für die Industrie, für die Wirtschaft, für Menschen.

00:52:54: wie ist die Bezahlbarkeit der Energiewende aber auch der Energie insgesamt Und wie kriegen wir es kosteneffizienter?

00:53:01: Und da ist jetzt wieder so ein Verband gefragt.

00:53:04: Wir haben vorhin gesagt, unsere Aufgabe ist auch Vorschläge zu machen.

00:53:06: Wir sind gerade quasi durch alle Themen gerade durch und sagen wo kann's günstiger werden, günstig werden, günstiger werden... Das muss dann immer die Politik entscheiden!

00:53:15: Also der Klassiker kommen jetzt die Kabel unter die Erde oder bleiben sie vielleicht doch über der Erde?

00:53:20: Nein das war eine politische Entscheidung aus süddeutschen Bundesländern.

00:53:24: Da müssen Sie halt ehrlich sein, wollen Sie das jetzt oder wollen Sie

00:53:27: nicht?!

00:53:28: Aber man

00:53:28: kann

00:53:29: und muss das System kosteneffizienter Gestalten.

00:53:32: Das ist absolut notwendig, weil sonst kippt die Akzeptanz.

00:53:35: Es gibt

00:53:35: ja diesen wunderschönen Spruch keine Ökologie oder Ökonomie.

00:53:39: Und was ich auch schade finde, ist dass die Chancen da drin so selten gesehen werden.

00:53:42: Also wenn wir es schaffen würden in solchen Bereichen führen zu werden, auch als Wirtschaftsstandort im Sinne von dem, was man vielleicht damit in Vermarktung gehen kann weltweit an Technologien, an Möglichkeiten, an Erfahrungen... Dann ist das ja etwas, was eben unserem Wohlstand extrem viel hilft.

00:53:58: Weil natürlich man sieht ja an Ländern wie China die zwar wahrscheinlich immer noch Gas- und Kohlekraftwerke bauen, dass es kracht aber gleichzeitig auch enorm ausbauen bei erneuerbarer Energie Und das dann irgendwie dazu verschenken wenn man sagt wir machen jetzt hier nicht mehr so viel Das wäre echt also auch wirtschaftspolitisch ein Drama

00:54:16: Genau!

00:54:17: Das sind Technologien.

00:54:18: Also nicht nur Es ist eine Versorgung, es ist eine Energieträge, sondern es ist

00:54:24: auch Technologie.

00:54:31: Und wir haben Technologien, die wir entwickeln können.

00:54:33: Die weltweit nachgefragt werden, die skalierbar sind und damit auch die Kosten runtergehen.

00:54:39: Also da ist schon viel auch Ingenieurskunst gefragt also viele der Dinge auf die wir eigentlich auch mal stolz waren in Deutschland geschlossene Wertschöpfungsketten, Ingeniorskunst technologische Vorsprünge.

00:54:51: Das muss man aus meiner Sicht tatsächlich wirtschaftspolitisch durchargumentieren und natürlich verändern sich da auch Industrien.

00:54:57: Manche Alten in Anfangstrichen-Industrien sind nicht mehr zukunftsfähig, die müssen sich wandeln – das tun sie ja aber auch!

00:55:03: Also eine Wirtschaft ist ja ein Prozess der Anpassung an Bedürfnisse, die Veränderungen durch KI und Digitalisierung sind ja teilweise enorme Umbrüche, worauf die Industrie ja auch reagiert.

00:55:15: Aber was wir eben leisten können, ist auch den technologischen Aspekt rund um die Energieversorgung und die Energieerzeugung.

00:55:23: Und deswegen bin ich zum Beispiel so ein Fan von wasserstofffähigen Gaskraftwerken, die Zukunft geht in wasserstoffeige Gaskraft Werke.

00:55:28: Die müssen irgendwann technisch so umgerüstet werden können dass sie auf Wasserstoffbasis laufen weil ja Erdgas irgendwann sein Ende findet.

00:55:37: Ja.

00:55:37: Das sind schon Technologien, die wir vorangehen.

00:55:40: wenn wir sehen das die Chinesen in ihrem fünf Punkte planen Oder fünf Jahresplan die Elektrolyse ganz weit nach vorne stellen, dann tun sie das.

00:55:48: Weil Sie wissen oder weil Sie abschätzen und das schätzen die ja nicht in irgendeinem Politbüro ab sondern es sind ausgebildete Harvard Studenten oder Absolventen, die einfach die Welt anschauen und sehen, dass die Elektrolyse wahrscheinlich auch die Pyrolyse wird eine ganz relevante neue Technologie werden.

00:56:04: Da würde ich mir auch wünschen, dass wir einen entsprechenden Push- und Impuls von der Bundesregierung bekommen.

00:56:11: Was würdest du sagen, so ganz abschließend?

00:56:13: Wir sind jetzt ganz am Anfang des Jahres.

00:56:17: Das Thema Versorgungssicherheit einmal ungeplant brutale Mittelpunkt.

00:56:21: Aber auf das gesamte Jahr gerechnet die größten Themen im Bereich Energie und Versorgungen, die wir haben werden.

00:56:32: Also ganz wichtig ist tatsächlich der Zubau von gesicherter Leistung, weil wenn wir aus der Kohle aussteigen wollen.

00:56:39: Wenn wir den Kohleausstiegspfad folgen wollen und damit natürlich auch einen Beitrag zu weiterer CO-Zweiminderungen leisten wollen dann heißt das dass wir neue moderne Kraftwerke bauen müssen und das ist für uns total zentral.

00:56:50: Das nächste große Thema ist die EEG Novelle.

00:56:53: Das EEG muss reformiert werden.

00:56:54: Das ist europarechtlich vorgegeben.

00:56:56: Es ist auch notwendig.

00:56:57: Das Ding muss abgedatet werden modernisiert werden, neuen Gegebenheiten angepasst.

00:57:03: Und da kommt es wirklich aufs Detail drauf an weil ich habe ja vorhin gesagt Kosten günstiger, wo können auch Kosten eingespart werden?

00:57:09: Hängt viel mit der Frage zusammen wie wirken Preissignale?

00:57:12: was sind interessante Ausbaustandorte.

00:57:15: Dann bin ich ziemlich gespannt wie's mit den Speichern weitergeht.

00:57:17: Speicher sind eigentlich total interessant wenn sie in der Lage sind innerhalb des Netzes auszutarieren bis hin zum bidirektionalen Laden.

00:57:25: also der kleine Speicher am E-Auto kann auch so eine Rolle übernehmen.

00:57:29: Aber wenn der Speicher jetzt dafür da ist quasi dann einzuspeichern, wenn der Strom günstig ist und dann wieder auszuspeischern.

00:57:35: Wenn er teuer ist und das das Geschäftsmodell dahinter ist, dann ist er jetzt noch nicht wirklich dienlich sondern hat halt ein Geschäfts-Modell.

00:57:42: also wie es mit den Speichern weiter geht glaube ich ist eine große Aufgabe.

00:57:46: Wasserstoff natürlich schaffen wir wirklich den Switch hin zu Wasserstoff weil wir werden Moleküle brauchen sehr keine All Electric Society, also das mal so die fünf der ungefähr thirty-fünf Themen, die ich dir aufzählen könnte.

00:58:01: Ja unglaublich spannend!

00:58:03: Vielen herzlichen Dank für die vielen Einblicke sowohl jetzt in die Themen zum Schluss aber vor allem deine Sichtweise da drauf.

00:58:10: Da war ganz viel bei was ich glaube wenn dass viele Leute ja verinnerlichen würden was uns alle weiterbringen würde.

00:58:18: Von daher vielen herzlichen Dank!

00:58:20: Danke auch, hat auch Spaß gemacht.

00:58:22: Die letzte

00:58:22: Frage die jetzt ja jeder und jeder immer beantworten muss ist.

00:58:26: Du hast vorher gesagt dass du teilweise sehr lange joggen gehst und Sport machst.

00:58:30: dabei hört man ja manchmal Podcasts und ich gehe mal ganz fest davon aus, dass du ab jetzt absolute Stammhörerin und Fan der Chefetage bist musst dir das ja

00:58:37: sagen.

00:58:38: Ja, danke,

00:58:39: danke.

00:58:41: Wen würdest du denn gerne mal hören bei uns?

00:58:43: Ich würde gerne... euch Sobnazuri empfehlen.

00:58:46: Sobnasuri ist bei RWE Generation und sie isst Vorstandsvorsitzende des Industrieverbandes Hydrogen Europe seit April, die ist eine ganz tolle Frau, die ich wirklich dringend empfehle, mal mit ihr zu sprechen.

00:59:01: da hast du bestimmt auch viel Spaß!

00:59:02: Sehr sehr gerne, vielen herzlichen Dank!

00:59:03: Und

00:59:03: wenn du sie fragst, dann geh'n groß von mir bitte!

00:59:05: Das richtig aus!

00:59:06: Danke schön!

00:59:07: Sie hört's bestimmt jetzt ja schon?

00:59:09: Von wirklich!

00:59:09: Hoffen wir!

00:59:10: Vielen herzliche Dank für dieses ganz großartige Gespräch.

00:59:14: euch da draußen auch gefallen hat, wenn ihr euch inspirieren lassen und etwas mitnehmen konntet.

00:59:18: Dann ja abonniert mich nicht im Kanal sondern rezinsiert, liked und kommentiert.

00:59:24: man kann jetzt hier bei Spotify auch kommentieren also macht das bis die Tastatur oder die Handys gelühen!

00:59:30: Und wenn ihr Fragen habt Anregungen Inspirationen an mich dann schreibt mir.

00:59:34: die Kontaktdaten findet ihr in den Show Notes genauso wie mein LinkedIn Profil.

00:59:37: Die Käschen findet ihr natürlich auch bei LinkedIn.

00:59:39: die freut sich bestimmt auch über neue Followerinnen und Followern der BDEW sowieso.

00:59:42: Von daher habt ihr jetzt ganz viel zu tun und dann hören wir uns ganz bald wieder, da freue ich mich schon drauf.

00:59:47: Bis dahin!

00:59:48: Tschüss!