Was hält Wirtschaft im Innersten zusammen? Christoph Werner, dm-drogerie markt - 96

Shownotes

Was hält die Wirtschaft eigentlich im Innersten zusammen? Das ist keine Frage, die man oft in einem Business-Podcast hört. Aber Christoph Werner stellt genau solche Fragen. Und diese Haltung prägt auch das Unternehmen, das er führt: die dm-drogerie Märkte.

dm wurde von seinem Vater Götz Werner gegründet und ist heute mit mehr als 93.000 Mitarbeitenden, über 4.200 Märkten in 14 europäischen Ländern und einem Umsatz von 19,19 Milliarden Euro eine der größten Drogeriemarktketten Europas. Christoph Werner führt das Unternehmen seit 2019.

In dieser Episode spreche ich mit ihm über seinen Werdegang und seinen Blick auf Wirtschaft und Führung. Wir reden über seine Nachfolge im Familienunternehmen, über die dialogische Unternehmenskultur bei dm und darüber, wie das Unternehmen es immer wieder schafft, mit ganz neuen Ansätzen den Markt zu verändern. Aktuell zum Beispiel mit dem Einstieg in das Thema Medizin und Pharma.

Und da wir beide Waldorfschüler sind, sprechen wir auch über unsere Erfahrungen dort und warum er nach der Schulzeit eigentlich Kampfpilot werden wollte.

Über den Podcast Chefetage:

In meinem Podcast Chefetage spreche ich mit Führungspersönlichkeiten und Unternehmern über ihre Karrierewege, persönlichen Erfahrungen, ihr Mindset, ihr Führungsverständnis und die Herausforderungen ihrer Branche. Du bekommst Impulse, wie Leadership und Unternehmertum heute funktionieren – authentisch, inspirierend und ganz praktisch.

Ich bin Leif Neugebohrn und unterstütze Führungskräfte und Unternehmer mit meiner Agentur Magnecon dabei, sich klar zu positionieren – mit einer starken Strategie, klarer Kommunikation und wirkungsvollem Leadership.

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00:00:00: Was hält die Wirtschaft eigentlich im Innersten zusammen?

00:00:03: Das ist, glaube ich, keine Frage, die man oft in einem Business-Podcast hört.

00:00:06: Aber Christoph Werner stellt genau solche Fragen und diese Haltung prägt dann auch das Unternehmen, dass er führt – nämlich die

00:00:13: DM-Drogeriemärkte!

00:00:14: DM wurde von seinem Vater Götz Werner gegründet und ist heute mit über ninety-sechtausend Mitarbeitenden in vierzehn Ländern und einem Umsatz für über neunzehn Milliarden Euro eine der größten Drogeriemarktketten Europas.

00:00:28: Allein in Deutschland hat DM, zwei-tausend, einhundert, fünfundfünfzig Märkte.

00:00:33: Christoph Werner führt das Unternehmen seit Zwei-taussendachzehn.

00:00:36: In dieser Episode der Chefetage spreche ich jetzt mit ihm über seinen Werdegang und sein Blick auf Wirtschaft und Führung.

00:00:42: Wir reden über seine Nachfolge im Familienunternehmen, über Unternehmenskultur Und auch darüber wie DMS immer wieder schafft mit ganz neuen Ansätzen den Markt teilweise radikal zu verändern Wie beispielsweise gerade aktuell Mit dem Themen Medizin und Pharma.

00:00:57: Und da wir beide auf der Waldorfschule waren, sprechen wir auch über unsere Erfahrungen dort und auch warum er nach der Schulzeit nicht Kampfpilot geworden ist.

00:01:06: Obwohl das ursprünglich mal sein Traum war!

00:01:08: Viel Spaß bei dieser Episode!

00:01:18: Ja moin und herzlich willkommen hier zu einer neuen Episode in meinem Podcast Chefetage.

00:01:22: Ich freue mich total dass du wieder mit dabei bist.

00:01:24: Mein Name ist LifeNeugeborn und wie du sicherlich weißt hier im Podcast, da spreche ich mit ganz vielen CEOs Unternehmern anderen Führungspersönlichkeiten über Themen wie Leadership, Unternehmertum.

00:01:36: Aber natürlich auch über die Herausforderungen der jeweiligen Branchen meiner Gäste und da wird die heutige Episode ganz bestimmt ein echtes Highlight werden.

00:01:46: das kann ich jetzt schon im Vorab glaube ich sagen weil mein heutiger Gast ist nicht nur Geschäftsführer und Unternehmer eines wirklich riesigen und super bekannten Unternehmen in Deutschland nämlich den DM-Drogeriemärkten sondern er macht sich Ganz viele Gedanken schreibt, spricht über Themen wie Wirtschaftspolitik, Unternehmertum.

00:02:07: Aber auch so ganz grundsätzliche Fragen zu Gesellschaft und Leben also alle diese Themen die wir hier auch im Podcast immer wieder haben.

00:02:14: das kann einfach nur spannend werden.

00:02:17: deshalb freue ich mich total dass sich ihn heute hier begrüßen darf im podcast Chef Etage Christoph Werner.

00:02:24: Hallo Herr Neugeborn Freut mich sehr, heute dabei zu sein.

00:02:27: Ja

00:02:27: ich freue mich auch!

00:02:28: Wir sind wieder mal dass ich Sie begrüße bei Ihnen im Unternehmen.

00:02:33: also wir sitzen hier im DM Dialogikum.

00:02:36: Das ist ja ein großartiger Name für eine Zentrale wie... Wie sind sie da drauf gekommen?

00:02:42: Also das habe ich noch nie, also so Headquarter Stammsitz Dialogikum, das ist ja sehr großartig.

00:02:49: Nomen est omen.

00:02:51: Wir haben uns mit der Frage beschäftigt wie wir dieses Gebäude nennen möchten und sind dann auf den Namen Dialogikum gekommen, weil er anknüpft an unserer sogenannten dialogischen Unternehmenskultur.

00:03:03: Das ist die Art und Weise wie wir versuchen Zusammenarbeit zu gestalten.

00:03:07: bei dem Trogariemarkt Und hier in diesem Gebäude geht es eben darum nach diesen Grundsätzen Die zusammenarbeit auch tatsächlich zu pflegen und weiterzuentwickeln.

00:03:17: und so ein gebäude soll ja Auf der einen seite das zum ausdruck bringen was darin geschieht aber auch das fördern was wichtig erscheint in so einem Unternehmen.

00:03:26: Und da schien uns eben dann der Name Dialogikum einfach passend und deswegen haben wir uns dafür entschieden.

00:03:33: Spannend, also jetzt direkt schon bei sowas wie Unternehmenskultur und Hidership, da kommen wir gleich nochmal so richtig drauf.

00:03:39: Ganz am Anfang versuche ich mal ein bisschen etwas Persönliches aus meinen Gästen rauszukitzeln das eben alle auch den Menschen kennenlernen können weil das ist ja meistens viel wichtiger als die Unternehmerpersönlichkeit.

00:03:53: Auch an Sie die Frage, wer sind sie?

00:03:55: Wenn sie mal nicht arbeiten.

00:03:57: Falls es diese Zeiten gibt...

00:04:00: Ja also da bin ich der gleiche wie bei der Arbeit.

00:04:03: Also das ist immer Christoph Werner und natürlich hat man unterschiedliche Rollen.

00:04:11: Also Ihr Mann Vater Onkel Neffe

00:04:15: also

00:04:16: Bürger.

00:04:18: Das bin ich natürlich auch.

00:04:19: Ich bin jetzt in dreiundfünfzig Jahre, bin ich alt mittlerweile.

00:04:25: Die Zeit ist schneller vergangen als ich je gedacht hätte.

00:04:28: Dreiundfünftig für alle unter ihnen die das noch vor sich haben.

00:04:32: Er fühlt sich ganz anders an wenn man drinnen steckt wie wenn man es von außen sieht und ich bin jemand der sehr interessiert ist.

00:04:43: Wenn man mal so versucht auf einen Satz zu bringen kann man in Goethes Faust erster Teil aus dem Monolog des Faust was entnehmen, der ja gesagt hat.

00:04:54: Also als er sich damit beschäftigt hat, was er denn eigentlich möchte und da sagt er das ich verstehe was die Welt im Innersten zusammenhält.

00:05:06: Das ist etwas glaube ich was mich ganz gut zum Ausdruck bringt.

00:05:09: Als kleines Kind habe ich immer schon sehr viel Fragen gestellt so erzählte mir mein Vater.

00:05:13: also er sagte mal Löcher in den Bauch gefragt und wenn man viele Fragen stellt bedeutet es ja dass man dass das warum ein interessiert.

00:05:21: Also, warum ist es denn so?

00:05:22: Warum?

00:05:24: und das ist durchaus etwas was mich beschäftigt.

00:05:26: Das ist auch der Grund, warum ich viele Fragen stelle heute noch.

00:05:29: Warum ich mich auch mit Themen beschäftige.

00:05:31: Warum Ich auch Kolumnen schreibe weil meine Erfahrung ist, dass gerade wenn man so eine Kolumne schreibt dann durchdenkt man mal einen Sachverhalt in einer Art und Weise, dass er für andere auch nachdenkenswert wird.

00:05:45: deswegen halte ich auch viele viele Vorträge.

00:05:48: Ich sag immer, wird frisch gekocht und nicht aufgewärmt.

00:05:51: Also jeder Vortrag wird neu konzipiert von mir auch und gut ausgearbeitet und dann relativ frei gehalten.

00:05:59: Und das ist auch der Grund warum ich keine Podcasts gebe weil bei Podcasts immer was dazu lerne weil mir Fragen gestellt werden die noch mal ein anderes Licht auf Fragestellungen werfen.

00:06:09: Das ist der Grund Warum ich diesen Podcast mache Weil ich einfach damit eine wunderbare Ausrede habe Leute wie Sie anzuschreiben und zu sagen können wir mal ne Stunde miteinander sprechen Und ich lerne so viele Leute und Perspektiven kennen, und Branchen ist fantastisch.

00:06:24: Vielleicht doch noch mal ein eigener Podcast?

00:06:27: Wenn Sie jemanden anrufen und fragen können wir sprechen dann ist wahrscheinlich die Resonanz anderer als wenn ich es mache.

00:06:31: Das

00:06:31: ist interessant!

00:06:32: Wenn Sie so viele Podcasts machen mit vielen Menschen sprechen, die in großer Verantwortung sind... Was ist Ihre Erkenntnis?

00:06:38: Was sind das für Menschen grundsätzlich?

00:06:40: Haben sie dadurch mehr Zutrauen in unsere Gesellschaft gewonnen oder ist das eher erschüttert worden?

00:06:45: Ganz ehrlich, das ist eine großartige Frage.

00:06:48: Ich glaube, mehr zu trauen.

00:06:49: Weil ich hinter die Fassaden meistens blicken konnte und gemerkt habe dass da Leute sind, die natürlich auch mit den gleichen Dingen ringen wie andere das ist klar aber fast alle einen ganz tiefen Antrieb haben in dem was sie tun und eben also vielleicht liegt es auch an der Auswahl der Gäste.

00:07:09: Das weiß ich nicht.

00:07:10: Aber so dieser Klassiker, den man vielleicht jetzt so böswillig vor Augen hat Da der große CEO der nur Geld verdienen will?

00:07:16: Den hab ich noch nie kennengelernt.

00:07:19: Also von der ja doch, das hat es eher verbessert.

00:07:22: Im Gegensatz zu dem was ich davor gemacht habe, bevor ich Unternehmer beraten hab, hab' ich Politiker beratend

00:07:30: und das

00:07:30: hat mein Welt mit ihr erschüttert.

00:07:32: Ach

00:07:32: wirklich?

00:07:33: Haben Sie da einen Unterschied gesehen zwischen Politikern und Menschen in der Wirtschaft?

00:07:36: Leider ja!

00:07:37: Wenn sie's auf den Punkt trinken, was ist der wesentliche Unterschied?

00:07:41: Da waren so schlimm ist es viel weniger Leute die diesen Antrieb hatten In die Politik gegangen sind.

00:07:48: eher, weil sie die Mechanik gut finden.

00:07:49: Also die Ämter selber das Press-Tisch, was ein Amt mitbringt... Die Macht, der damit kommt und weniger, weil Sie so einen inhaltlichen Antrieb hatten dahinter.

00:08:03: Ach, das ist interessant!

00:08:04: Das hätte ich jetzt anders gedacht allerdings aus der Vorstellung heraus.

00:08:07: Weil es ist ja kein Zuckerschläcken wenn man in der Politik ist.

00:08:10: Man wird sehr infrage gestellt, wird auch sehr angefeindet Und hat auch immer wieder Niederlagen.

00:08:17: Na ja, man sagt doch die Steigerung von Feind ist Erzfeind und die Steigung von Erz feind ist Parteifreund.

00:08:29: Ja gut aber wieso?

00:08:30: Wie dem auch sei.

00:08:32: Es wird tatsächlich noch nie passiert dass der Spieß so rumgedreht worden ist in der Franks nicht großartig.

00:08:39: Bin

00:08:39: kein interessierter Mensch.

00:08:44: Jetzt haben Sie sehr auf die Frage, wer sind sie?

00:08:46: Wenn Sie mal nicht arbeiten.

00:08:47: Sehr abstrakt auch geantwortet.

00:08:48: Gibt es irgendwelche Hobbys, Leidenschaften, Dinge wo Sie entspannen was Sie sagen... Ach so

00:08:53: ja natürlich!

00:08:54: Also ich lehse unheimlich gerne und liese auch viel.

00:08:57: Also Zeitungen aber auch Bücher.

00:09:00: dann bin ich ein leidenschaftlicher Skifahrer also Alpine-Skifahrt Segler auch Schwimme tauchen Tauchscheinen schon viele Tauchgänge gemacht.

00:09:12: Bewegung, Reflexion ist eine gute Kombination.

00:09:16: Klingt gut!

00:09:17: Und bevor wir jetzt auf den beruflichen Werte gern kommen... Wir haben die Gemeinsamkeit, haben wir gerade schon im Vorsch, Gespräch erkannt?

00:09:24: Wir sind beides Waldorfschüler und sie waren auch auf einer Waldorf-Schule.

00:09:28: von daher ich habe ja gesehen Sie waren in irrefühlen Podcasts schon und man musste sich immer über uns so überlegen welche frage ist ihnen noch nicht gestellt worden in dem interview oder den podcast?

00:09:38: deshalb kommt jetzt die die special frage mussten sie in ihrer jugend auch schon mal erklären dass eure nie einen kampf spot sport wäre damit sie erklären warum sie sowas machen gegenüber leuten die nicht auf der man auf schule sind?

00:09:50: zwar meine ausrede immer wenn sich leute über mich lustig gemacht haben gesagt haben oh du kannst ein namentanz habe ich gesagt ja also Pass auf, also euer Rhythmie kann ich mich verteidigen mit.

00:09:59: Ja gut man kann auch immer sagen Vorsicht!

00:10:00: Ich kann Euer Rhythmi, ne?

00:10:01: Richtig!

00:10:02: Also dann hat das eine gewisse Drohgebärde.

00:10:05: Also das kennen Sie ja

00:10:06: auch.

00:10:07: Achja... Also in den Abend tanzen können wir mal Euer Rythmie gemacht haben.

00:10:10: Das hab' ich natürlich oft gehört aber ehrlich gesagt dem habe ich nie eine große Bedeutung gegeben weil für mich meine Zeiten der Waldorfschule jetzt nicht wesentlich geprägt war durch Euer rythmie.

00:10:22: Und WaldorfSchule ist so viel mehr als Euer rhythmie.

00:10:24: Das stimmt.

00:10:26: Weil die Idee von Waldorfschule ist ja Erziehung zur Freiheit, das pädagogische Konzept dahinter.

00:10:31: Und jetzt ist ja die Frage welcher Weg es denn am erfolgsversprechendsten?

00:10:36: Wenn es darum geht einen jungen Menschen in die Lage zu versetzen dass zu dem Zeitpunkt wo er in die erwachsenen Welt eintritt und die Selbstständigkeit also er wirklich in Freiheit sein Leben ergreifen kann und eben nicht ein Opfer der Umstände wird.

00:10:49: Da kann ich zumindest auf mich sagen mir sicher viel gegeben hat.

00:10:56: Ich bin bei mir heute ein kleines bisschen kritischer muss ich sagen, aber ohne das jetzt weiter auszuführen meine schönste Erinnerung an die Waldorfschule sind tatsächlich die Klassenspieler.

00:11:07: Das haben wir auch gerade kurz schon mal im Vorgespräch hatte.

00:11:09: Tatsächlich hat sie das Privileg fast den beiden Klassenspielen acht und zwei öfter also...

00:11:13: Was war's in der achten?

00:11:14: Ihr hättet es nicht kennengugelt das einfach.

00:11:16: Meine Klassenschmiele Waldorf schulen dann wisst ihr von was hier reden.

00:11:19: Was war das Theaterstück hinter Achten?

00:11:21: Das

00:11:21: war der Alpenkönig und der Menschenfeind von Rheimont.

00:11:25: Ich durfte astragalos der Alpern-König sein, was aber der Clou war.

00:11:32: also im Stück gibt es einen Menschenfein, der immer auf der Bühne kollerisch ausrastet und um ihn den Spiegel vorzuhalten verwandelt sich der Alpenkönig einmal in diesen Menschenfeinden, d.h.

00:11:41: ich durfte auch auf der bühne einmal einen kompletten kollerischen Ausraste haben.

00:11:45: Es hat irre Spaß gemacht!

00:11:48: Was waren denn Ihre Stücke?

00:11:49: In der achten Klasse hatten wir die Jungfrau von Orléans, von Friedrich Schiller.

00:11:53: Da war ich ja ein Englischer im Feld her, Tallbitt, den es auch erwischt, also der verstirbt auf der Bühne.

00:12:01: und in der zwölften Klasse haben wir ... Wir sind doch einmal davon gekommen.

00:12:08: Und da hatte ich die Rolle des Antropos gespielt.

00:12:14: Gestorben bin ich auf der bühne auch bei meinem Zwölft-Klass spiel als Alfred Ill der besuchte alten Dame.

00:12:19: Also

00:12:20: ein

00:12:21: prägendes Erlebnis.

00:12:25: Ja, spannend!

00:12:26: Wie war ihr Werdegang?

00:12:28: Das ist bei Ihnen eine Frage die vielleicht eine andere Antwort bringt als bei jemandem, der sich nicht aus einem Familienunternehmen kommt.

00:12:39: Warum haben Sie mal woanders gearbeitet?

00:12:41: Die würde ich gleich gerne noch einmal genauer klären wollen.

00:12:44: aber sie haben ja vor ihrer Zeit bei dem Familienunternehm auch an anderen Stationen gearbeitet.

00:12:49: Wie war da so der Werdegang?

00:12:52: Der Werdegan wirkt im Rückblick relativ zielgerichtet, in Wirklichkeit war er von Zufällen geprägt.

00:13:02: natürlich und bei mir war es so.

00:13:07: ich habe meine Schulzeit hier mit dem Abitur beendet in Karlsruhe und dann habe ich erstmal ein duales Studium gemacht.

00:13:15: Da war ich bei der Firma Tegut als... Als dualer Student, Tegut ist ein Lebensmittel Einzelhändler aus Fulda und das war eine spannende Zeit damals weil es war Anfang der neunziger Jahre.

00:13:28: Und Fuldar ist ja... Damals hatte man das Zonenrandgebiet also nah an der deutsch-deutschen Grenze und die war damals aufgegangen.

00:13:35: Das war ein unglaublicher Aufbruch auch im Einzelhandel damals sehr pionierhaft.

00:13:40: Das habe ich damals miterleben können bei der Firma Tegutt.

00:13:43: War sehr prägend und sehr erkenntnisreich.

00:13:46: Danach habe ich mein Wehrdienst abgeleistet im Eurokor und war da in Straßburg stationiert.

00:13:51: Ich hab die Zeit genutzt, um meinen französisch-auffallermann zu bringen.

00:13:55: Und bin dann zur L'Oréal gegangen... ...und hab dort im Vertrieb ohne Marketing gearbeitet in Frankreich... ...in unterschiedlichen Gesellschaften und bin danach zu Glerksusmitglangewechseln in die Konsumgütersparte.

00:14:08: Hab da kurz in Deutschland noch gearbeitet bei der Marktforschung und bin jetzt nach Amerika gewechselt.

00:14:13: Ich habe auch im Vertrieb dann noch dort gearbeitet und am Ende meiner Zeit bei Klaxas Mischlein war ich dann Marketingdirektor in der Geschäftsführung für Frankreich.

00:14:22: Und dann bin ich im Dezember zu DM gekommen, hab da erstmal zwei Monate Praktikum gemacht in unterschiedlichen DM-Märkten und auch im Verteilszentrum und bin dann in die Geschäftsleitung erst eingestiegen und dann in den Geschäftsführungen ... für den Bereich Marketing und Beschaffung, also Sortimentsgestaltung... ... Preisgestaltung dann auch online.

00:14:46: Denen wir ja damals in den Stadt gebracht haben unseren e-Commerce.

00:14:49: Und dann bin ich im September XIX Vorsitznergeschäftsführer von dem Truggeriemarkt geworden.

00:14:55: Spannend!

00:14:56: Ich habe eine Sache gelesen die ich unglaublich interessant fand und das ist mein letzter Rückgriff auf Waldorfschule wenn nicht so an meine Waldorfzeit denke.

00:15:09: Ich habe auch noch zu einem Zeitpunkt gemacht, wo es noch Wehrpflicht geherrscht hat.

00:15:14: Abitur zweitausend gemacht und ich glaube, ninety-fünf Prozent meiner männlichen Klassenkameraden haben verweigert.

00:15:22: Und bei ihnen habe ich gelesen sie hatten sogar mal den Berufswunsch, ich glaub Kampfpilot.

00:15:27: Das ist ja schon so ein kleiner Bruch, wo Sie sagen eine gewisse Ambivalenz zudem wie vielleicht Waldorf Schule und dieses ganze Umfeld.

00:15:40: Die Pädagogik hat gewirkt, Erziehung zur Freiheit.

00:15:43: Ich habe mich nicht an dem ausgerichtet was die anderen Klassenkameraden gemacht haben.

00:15:46: Die haben alle verweigert, haben alle Zivildienst gemacht.

00:15:51: Also offensichtlich hat es bei mir gewirbt.

00:15:53: Das hat mich interessiert, die Pflegerei und ich hab mich damals auch sehr für politische Dinge interessiert.

00:15:58: Ost-Westkonflikt war ja ein großes Thema.

00:16:02: Luftwaffe kam eigentlich darüber, dass ich Rettungssubschrauberpilot werden wollte und dann gesehen habe das zur damaligen Zeit die meisten Piloten ehemalige Luftwaffen oder Her-Piloten waren.

00:16:14: Weil sie da einfach ihre Ausbildung gerichtet haben, ihre Flugstunden vor allem auch.

00:16:18: Und so bin ich da reingekommen hab mich damit beschäftigt und mein Berufswohnschub allerdings für mich realisiert, dass sich damit sehr schmalspurig aufgestellt wäre.

00:16:28: Im Gespräch mit meinen Vater der zu mir gesagt hat naja wenn du dir das überlegst aber diese diese Sorgen hast, macht doch vielleicht erst mal ein betriebswirtschaftliches Studium und danach kannst du das immer noch machen.

00:16:38: Deswegen habe ich auch erst studiert und bin dann zum Bundeswehr gegangen.

00:16:42: Das

00:16:43: war der Grund dass ich das rumgetreten hab.

00:16:44: allerdings mir hat dann die drei Jahre im dualen Studium haben mich so für die Wirtschaft begeistert, dass als ich mein Wehrdienst gemacht habe und auch die Gelegenheit hatte mal mitzufliegen und mir wurde dann auch angeboten, dass sich da hätte tatsächlich länger bleiben können und auch diesen Weg hätte einschlagen können, dass es für mich dann nicht mehr das war was ich machen wollte.

00:17:07: Und die Fliegerei ist das dann irgendwie vielleicht nachher noch mal privat gekommen?

00:17:10: Dass sie gesagt haben Piloten Schein machen!

00:17:12: Es gibt ja durchaus Unternehmer, die das dann tun.

00:17:15: Gar nicht gar nicht.

00:17:16: also ich muss sagen jetzt im Rückblick muss ich sagen... Ich habe mich natürlich auch verändert in meinem Umfeld indem ich war.

00:17:21: Also ich weiß nicht was für ein Mensch ich geworden wäre wenn ich damals die Weiche an das gestellt hätte.

00:17:26: aber aus heutiger Perspektive bin ich froh da sich den Weg nicht gegangen bin weil natürlich die Fliegerei Gerade auch die kommerzielle Fliegerei ist natürlich sehr, sehr durch Standards- und Sicherheitsvorgaben geprägt.

00:17:39: Aus gutem Grund, deswegen passiert auch so wenig.

00:17:42: Aber das bedeutet natürlich dass es sehr darum geht ein gewisses Protokoll einfach einzuhalten Und meine heutige Tätigkeit ist dadurch geprägte, dass es permanent Überraschungen gibt, permanent neu entschieden werden muss.

00:17:54: Das macht mir eine Riesenfreude.

00:17:55: Deswegen glaube ich, wenn ich den Beruf des Piloten damals gewählt hätte Und mich von meinem Wesen auch so verändert hätte, wie ich heute bin.

00:18:04: Dass sich wahrscheinlich in diesem Beruf nicht glücklich geworden

00:18:06: wäre.".

00:18:07: Ja dann haben sie ja alles richtig gemacht offenbar?

00:18:10: Zumindest das Beste aus dem gemachte was ich damals entschieden habe.

00:18:13: Zum Thema Entscheidungen... Jetzt sind Sie aufgewachsen einer Familie wo es ein Unternehmen gibt und ich hab in den letzten Jahren hier im Podcast ganz häufig mit Nachfolgern und Nachfolgerinnen im Familienunternehmen gesprochen.

00:18:29: Ich fand immer unglaublich spannend diese Frage, wie war so die Entscheidung?

00:18:35: Also ich hatte Leute, die mussten sich entscheiden weil aus tragischen Umständen sie einfach in den Nachfolge von heute auf morgen mussten.

00:18:44: So, ich hatte leute, die am Anfang gesagt haben um Gottes Wille nein.

00:18:47: und dann ist sie irgendwie das reingewachsen und manche sagten ja das war für mich von Anfang an klar, ich will dieses Unternehmen.

00:18:54: Wann war bei ihnen der Moment?

00:18:56: also ich vermute mal wenn Wenn sie Pilot werden wollten, dann war das zu diesem Zeitpunkt ja für Sie noch nicht klar.

00:19:03: Ich übernehme auch mal die Leitung von DM.

00:19:06: Wie war der Werdegang, dass Sie für sich erkannt haben?

00:19:09: Okay ich möchte das machen!

00:19:11: Ja das kam allmählich... ...ich konnte mir nicht vorstellen mal mit Anzug und Krawatte rumzulaufen als ich Schüler noch war Und hatte eben ganz andere Vorstellungen.

00:19:25: wie schon gesagt habe Ich hätte mir es damals auch gar nicht zugetraut, weil DM ja schon zu dem Zeitpunkt als ich mein Abitur gemacht habe.

00:19:35: Nicht mehr so ganz klein war.

00:19:37: Ja das war schon und mein Vater hatte eine gewisse Prominenz.

00:19:40: Und wenn ich mit ihm viel gesprochen habe, wir haben uns sehr viel unterhalten.

00:19:44: Ich hab ihn viel gefragt er hat auch viele Dinge mir erklärt.

00:19:51: Als Sohn vor einem Unternehmer natürlich schon so einen gewissen Respekt und vielleicht noch eine heilige Scheu gehabt.

00:20:00: Und es war auch so, wenn ich dann mal bei DM war also jetzt in der Verwaltung damals die sind nicht dialogikum da hieß das noch Zentrale.

00:20:07: Dann immer auch erlebt wie alle Augen so auf mich gerichtet waren weil natürlich man als so mit dem Vater verglichen wird Auch wenn einem natürlich die Expertise fehlt.

00:20:16: Das hat mich schon auch verunsichert und deswegen war das für mich auch kein Ziel was ich angestrebt habe.

00:20:23: Ich bin dann in die Wirtschaft gekommen ... wie ich vorhin schon ausgeführt habe, und da hab' ich dann eben Freude an der Aufgabe gefunden.

00:20:30: Einfach weil in der Wirtschaft man halt unheimlich viel bewegen kann... Man hat's mit Menschen zu tun, man hat es mit Aufgabenstellungen zu tun die durch den Markt an einen herangetragen werden.

00:20:39: Da braucht's Kreativität, da brauchst du auch manchmal Durchhaltevermögen.

00:20:45: Das waren so Dinge, die mich dann sehr fasziniert haben.

00:20:48: Und ich habe es sehr schnell erlebt auch das in Unternehmen des Channel Management.

00:20:51: wirklich dass ist wo ich Freude dran hab.

00:20:53: Ich bin zwar über das Marketing so reingekommen und über den Vertrieb aber das Channel Management war das was mich dann wirklich interessiert hat.

00:20:59: Deswegen bin ich dann eben auch diesen Weg gegangen auch dann Geschäftsführung in Frankreich schließlich und habe dann allerdings schon erlebt was auch die Grenzen von internationalen Konzernen sind.

00:21:11: Gleiches das mein kleines britisches Pharmaunternehmen und war gleichzeitig bei DM aber auch im Aufsichtsrat.

00:21:17: Und habe deswegen auch mal Einblicke bei DM gehabt und immer gesehen, wie das da so gemacht wurde.

00:21:22: Mir wurde dann einfach klar, dass wenn ich die Chance ergreife, bei DM tatsächlich tätig zu werden, dass ich natürlich einen ganz anderen Freiheitsgrad habe, die Dinge auch so zu gestalten, wie ich sie für richtig halte und eben nicht in einem großen Konzernstruktur letzten Endes doch das machen zu müssen was die Muttergesellschaft einem vorgibt.

00:21:39: also man kann natürlich sagen gut dann werde.

00:21:41: Aber ich hab ja auch so ein bisschen mitgekriegt, wie das dann ... wie so Aktionäre sich verhalten.

00:21:47: Wie da auch so eine Aufsichtsratz-Vorsitzende war.

00:21:49: Ich habe den mal erleben können, der damals in Amt war.

00:21:53: Dass ich mir dann gesagt hab also Lebenszeit ist kostbar Es gehen eher Türen zu als auf wenn man älter wird.

00:22:02: Deswegen muss man schon sehr bewusst überlegen wo man was machen möchte.

00:22:06: Und ich hatte das Glück dass damals ne Vakanz in der Geschäftsführung war und ich angesprochen wurde ob ich das machen möchte durch den damaligen Vorsitzender der Geschäftsführung.

00:22:14: Und dann habe ich mit meiner Frau gesprochen und dann sind wir von Frankreich nach Deutschland gezogen, und da bin ich hier eingestiegen.

00:22:20: Dass sich dann Vorsitzende der Geschäftshörungen werden würde, sagen jetzt auch alle erst doch klar, sei er der Sohn, wäre denn sonst... Ja, das ist halt im Rückblick.

00:22:28: Aber es ist schon die Frage, traut man sich dazu hat man auch die Ideen?

00:22:33: Also die Kreativität um das dann nach vorne zu entwickeln Weil man kann ja nicht auf der Stelle stehen bleiben.

00:22:37: Man kann auch nicht das wiederholen, was in der Vergangenheit gemacht

00:22:39: wurde.

00:22:40: Zumindest

00:22:40: nicht im Ausdruck.

00:22:42: Die Grundsätze kann man natürlich schon hochhalten.

00:22:44: Sollte man da auch hochhalten?

00:22:46: Also das war auch nicht so ganz eindeutig.

00:22:49: und letzten Endes muss es auch so sein dass wenn mein Vorsitzender der Geschäftsführung ist... ...man ist ja nur so gut wie die Menschen, die einen tragen am Ende also Aufsichtsrat natürlich aber auch die ganze Mannschaft Ja.

00:23:01: Und als es dann damals so war, dass der Vorsitzende der Geschäftsführung des Unternehmens verlassen hat, er ist damals zu Hornbach gegangen und ich dann in der Geschäftshörung auch die Frage gestellt habe wie wollen wir das jetzt lösen?

00:23:11: Welchen Vorschlägen wollen man denn im Aufsichtsverhalten machen?

00:23:14: Dann hatte ich hier das eindeutige Votum gekriegt Mensch, Herr Werner, machen Sie das!

00:23:18: Wir können uns das wirklich gut vorstellen.

00:23:21: Und damit haben sie auch erst mal das Selbstvertrauen dann auch das zu machen.

00:23:24: weil gerade wenn man in so einer Position ist, ist es ja, viele Entscheidungen kann man ja nicht beweisen Manche kann man zwar berechnen, aber letzten Endes ist es oft was mal auf Englisch sagt ein Leap of Faith.

00:23:35: Ja sozusagen einen Vertrauenssprung den man macht und dafür brauchen sie Menschen die ihnen dann auch folgen und sagen ja ich kann's zwar nicht ganz gut haben wenn Herr Werner das sagt Dann lassen wir uns da mal darauf ein und dann wären Sie eine sehr Wirkungsvolle Führungskraft auch.

00:23:52: Und das war so mein Weg wie ich dann dahin gekommen bin.

00:23:54: also Es war Ich hatte mir das nicht träumen können eigentlich am Anfang Und es hat sich im Laufe meines Lebens entwickelt.

00:24:01: und ich muss sagen, ich hatte halt auch den Riesenvorteil... ...dass ich mein Vater als Coach hatte.

00:24:05: Und den habe ich halt wirklich ja auch später noch gelöchert mit Fragen.

00:24:12: Ich finde das ganz spannend auch mit dieser... also diesen großen Fußstapfen wie man so schön sagt in die man dann reintritt.

00:24:22: Also ich musste gerade an zwei verschiedene Gäste denken, die ich hatte einmal Wolfgang Grob-Junior der als ich mit ihm gesprochen habe, noch nicht die Nachfolge angetreten hatte und so ein bisschen davon berichtet hat wie er sich da ganz langsam vortastet und reintastet.

00:24:38: Und was mich unglaublich beeindruckt hat ist Jakob Schöffel von den Jatten-Autorkleidung der dabei mit sechsundzwanzig die Nachfolge übernommen hat von seinem Vater und dann gesagt hat naja ... Die Fußstapfen sind schon groß.

00:24:55: auf der einen Seite Der hat die Verwundung verwendet, der Name hilft.

00:24:58: Jetzt ist sein Nachname auch der Unternehmensname.

00:25:01: Der Name hilft aber der Name ist auch Fluch weil dann natürlich jede Entscheidung noch mal viel mehr unter die Lupe genommen wird.

00:25:09: und was macht er jetzt?

00:25:11: Wenn Sie es auch sagen also tragen sie einen anderen Nachnamen als den Unternehnensnamen.

00:25:15: Aber der Name Werner ist ja mit DM extrem eng verknüpft.

00:25:20: Hat der Name geholfen oder war manchmal auch fluch?

00:25:25: Das ist eine gute Frage.

00:25:27: Ist das Fluch oder Segen?

00:25:30: Ich muss Ihnen sagen, ich habe da so nie drauf geguckt.

00:25:33: Auch die Frage der Fußstapfen hat mich nie interessiert.

00:25:37: Die Fußstrapfen sind ja immer hinter einem.

00:25:40: Also wenn man fahrwärts läuft.

00:25:41: Schönes Bild!

00:25:43: Und ich musste die Gegenwart aus der Vorstellung der Zukunft gestalten und deswegen ging es mir eigentlich immer um das zu machen was mir richtig schien und immer Antworten zu finden auf die Fragen der Zeit.

00:25:59: Und dass ich jetzt den Namen Werner trage, ist ja eigentlich oft ein Vorname, ne?

00:26:10: Das hat für mich nie mittlerweile eine Rolle gespielt.

00:26:13: Es ist super interessant wie so auch die unterschiedlichen Wahrnehmungen dann sind... Wir haben am Anfang Ja, schon ohne dass ich das geplant hatte nur weil ich den Namen der Zentrale hinterfragt habe sofort auch über Unternehmenskultur gesprochen.

00:26:33: So ein bisschen würde ich gerne so ein bisschen den Schwenk darauf machen.

00:26:37: die Unternehnenskultur ist ja aber auch von ihrem Vater sehr stark geprägt worden.

00:26:42: wie ist das?

00:26:43: wir können gleich noch mal ein bisschen beschreiben wie sie ist also aus ihren Mund.

00:26:49: Aber in Unternehmen, was sich eine Unternehmenskultur so stark auf die Fahnen schreibt.

00:26:55: Ist es dann in der Nachfolge nicht auch sehr schwer selber dann die noch mitgestalten zu müssen?

00:27:02: Wenn das etwas ist, was vielleicht auch sehr stark damit verbunden wird, was der Vater gemacht hat?

00:27:06: Na wenn der Unternehemskultur lebendig bleibt, dann ist das kein Problem.

00:27:10: und ich würde doch nicht sagen dass wir uns das auf die fahnen schreiben sondern... Was wir uns auf die Fahnen schreiben, ist das Logo DM-Trogeriemarkt und hier bin ich menschlich kauflicher ein.

00:27:20: Das schreiben wir uns aber auf die fahnen.

00:27:21: Aber die Unternehmenskultur ist ja mehr so das Wirkende im Hintergrund.

00:27:26: Und jetzt ist ja es ist ja die Frage in jeder Arbeitsgemeinschaft Wie kann Zusammenarbeit so gelingen Dass dabei einen Nutzen entsteht der von Kundinnen und Kunden gerne abgenommen wird?

00:27:41: Unternehmenskultur ist ja die Art und Weise, wie Zusammenarbeit gestaltet wird.

00:27:46: Und wie sie tatsächlich geschieht?

00:27:49: Das ist damit eine ganz wesentliche Frage für Menschen in einem Unternehmen Führungsverantwortung haben.

00:27:56: Weil Menschen in der Führung sind ja diejenigen, die den Rahmen setzen oder können auch sagen am System arbeiten und weniger im System.

00:28:06: Also wenn man auf alle Menschen schaut in einem Unternehmen dann hat man eigentlich so einen Ein Spektrum von Menschen, die mehr im System arbeiten und mehr am System arbeiten oder mehr im Rahmen und mehr Am-Ram-Arbeit.

00:28:19: Wenn Sie jetzt so in der Gesamtverantwortung sind dann arbeiten sie vor allem am Rahmen.

00:28:23: Also ist immer die Frage Zusammenarbeitskultur wie sollte die aussehen damit die wirklich gut funktioniert?

00:28:30: Und wenn sie halt lebendig ist, dann ist sie eben nicht eine, die nur in Schriften steht oder eingerahmt am Empfang zur Schau gestellt wird sondern ist etwas, was wirklich geschieht.

00:28:42: Und Unternehmenskultur ist ja nach einer Definition von Schein das konkrete Verhalten der wertsetzenden Persönlichkeit im Konfliktfall, welches von den Menschen in Unternehmen mit feinen Antennen wahrgenommen und zu Regeln verallgemeinert wird – das ist Unternehmeskultur!

00:29:01: Das heißt wir müssen uns permanent mit der Frage beschäftigen wie wollen wir denn Entscheidungen treffen?

00:29:05: Wie wollen wir den Menschen einbeziehen?

00:29:07: Welche Grundsätze wollen wir dann haben an denen wir uns orientieren in dem ganz praktischen Unternehmensalltag.

00:29:13: Und wenn Sie mal so auf Unternehmeskultur gucken, nicht als etwas was fertig ist sondern als etwas das permanent sich auch weiterentwickelt indem es mit den neuen Menschen die dazu kommen, mit den neun Fragestellungen denen wir uns auseinandersetzen, sich damit beschäftigt da ist der Einstieg auch nicht schwer.

00:29:30: dann steigen sie sozusagen in den Strom und gestalten ihn weiter mit.

00:29:35: Wie würden Sie die Unternehnenskultur bei DM selber beschreiben?

00:29:39: Dialogische Unternehmenskultur.

00:29:41: und das dialogisch bezieht sich auf den altgriechischen Begriff dir-und-logos.

00:29:47: Ja, dir einmal durch.

00:29:48: und logos – denken viele ja das Wort ne?

00:29:50: Logopiti und logos, aber hat auch die Bedeutung Sinn.

00:29:56: Das heißt also Durchsinn wenn wir unsere Zusammenarbeit so gestalten dass wir es nicht nach Anweisungen und Gehorsamen oder Anweisungs- und Ausführungen mal denken sondern als Initiativwert des Einzelnen Im Sinne einer Sache, die für ihn einsichtig ist.

00:30:12: Dann stellen sie den Sinn in den Mittelpunkt.

00:30:15: Jetzt sind natürlich so was es in einem Unternehmen ist ja letzten Endes eine Gemeinschaft von Menschen, die zusammenkommen im Dienste einer Idee.

00:30:23: Ja das ist dann der USP ne?

00:30:28: Also man kommt zusammen um gemeinsam im Sinne einer Idee die Zusammenarbeit zu gestalten weil damit ein Nutzen gestiftet wird er dazu führt dass Kunden das abkaufen dafür Geld ausgeben, womit der ganze Laden dann auch betrieben werden kann und die Menschen ihre Einkommen auf dem Konto haben.

00:30:44: Das ist also sozusagen die Fragestellung.

00:30:47: mit der dialogischen Unternehmenskultur geht es eben darum dass bei all den Sachzwängen dies immer wieder gibt und auch den Fire Drills dies immer mal wieder gibt weil irgendwas unvorheres gesehenes passiert ist das es uns gelingt dass der Sinn trotzdem immer im Zentrum bleibt und dafür ist es wichtig sehr differenziert auf Situationen beispielsweise zu schauen.

00:31:07: Also gerade in der Interaktion ist es ja wichtig zu wissen, sind wir grad im Lebensmodus oder im Überlebensmodus.

00:31:13: Ja?

00:31:13: Sind wir immer Ledigungsmodus und dann sind wir im Gestaltungs-Modus Und darauf abgestimmt dann immer wieder auch die richtigen Zugänge zu finden.

00:31:21: Mit anderen Worten wenn wir in einem Überlebendsmodus sind also wenn grade eine Krise ist Da gehts natürlich viel mehr um.

00:31:30: Es wird gesagt was gemacht werden wird nicht diskutiert und es wird umgesetzt Was man bei der Feuerwehr erlebt beispielsweise oder im Militär bei einem Kampfeinsatz.

00:31:39: Da gibt es jemanden, der den Überblick und die anderen, die führen das dann aus.

00:31:42: Und das ist auch eine sehr effiziente Art in so einer Situation umzugehen.

00:31:46: Wenn's allerdings darum geht dass man nicht in dieser Situation ist sondern im Lebensmodus also wenns darum geht Dass man nicht unter Druck ist und dass man Zukunft gestalten kann, dass man an der Zukunft arbeitet um nicht irrelevant zu werden da können sie natürlich mit Befehlung und Gehorsamen und einer denkt und die Anderen machen da kommen Sie nicht weit.

00:32:04: Und deswegen ist es so wichtig, dass man gerade in so einer lebendigen Unternehmenskultur eine dialogischen Unternehmeskultur immer wieder auf die Situation schaut und dann immer wieder schaut was ist jetzt das Richtige in der Vorgehensweise.

00:32:15: Damit der Sinn immer erkennbar bleibt und die Menschen sich aus dem Sinn motivieren können und nicht aus der extrinsischen Motivationen, die dann über entsprechende auch Incentivierungssysteme erst erzeugt werden

00:32:29: muss."

00:32:30: glaube ich noch nie so schön diese Beschreibung von Lebensmodus und Überlebensmodus auch dieser, diese Unterscheidung gehört.

00:32:39: Und wo ich jetzt gerade zu drüber nachdenke das ist ja eines der Themen die bei vielen Unternehmen zur Grade Jetzt Riesenprobleme führen also grade so Unternehmen denen es die letzten zwanzig Jahre extrem gut ging Maschinenbau Technik grad hier in Baden-Württemberg Wo wir sind ... plötzlich in der Situation sind, wo es nicht mehr so gut ist.

00:33:02: Ist auch von Ihrem Forscher und die haben halt... ... wo's ihnen gut geht in den letzten Jahren extrem stark... ... ja auch intern angefangen eben eine neue Kultur zu leben und plötzlich ist alles anders.

00:33:13: Und diesen Switch, diesen Wechsel dieser Modi kriegen die gerade auch kommunikativ ganz schwer hin.

00:33:21: Haben Sie ein Tipp?

00:33:23: Wie geht man damit um?

00:33:25: Ja gut!

00:33:26: Es kommt jetzt auf einen welcher Situation.

00:33:27: mein erstes ne.

00:33:28: also Idealerweise ist es ja so, dass wir daran arbeiten, dass sich das Unternehmen permanent erneuern kann.

00:33:35: Weil wenn wir uns permanent ernewen, dann fallen wir nicht aus der Zeit, bleiben relevant und sind langfristig und nachhaltig erfolgreich.

00:33:42: Jetzt gibt's aber natürlich auch externe Schrocks.

00:33:45: Also was wie eine Corona-Krise zum Beispiel, damit hat man nicht gerechnet.

00:33:48: Da hat man sich auch nicht wirklich vorbereitet, wir nicht effizient sich darauf vorzubereiten.

00:33:55: Und dann ist jetzt die Frage... Sind wir in die Situation gekommen, wenn wir einen externen Schock hatten?

00:34:01: Oder sind wir in der Situation gekommen weil wir einfach den Anschluss verpasst haben.

00:34:05: Und damit muss man dann unterschiedlich umgehen.

00:34:08: Wenn es ein externer Schock ist, der vorübergehend ist... Da muss ich halt mal kurz so sagen, die Zähne zusammenbeißen, da muss ich durch.

00:34:15: Wenn das jetzt so ist, dass ich einen Anschloss verloren habe, dann hab' ich schon größeres Problem und dann muss ich prioritieren und exekutieren.

00:34:22: Also ganz klar!

00:34:24: Und was ich mal versuche zu sagen, ehrlich zu sein dann auch die eine Leute darüber aufzuklären, ja das fällt vielen aber schwer.

00:34:31: Also gerade den nur zu finden jetzt mal intern zu sagen es ist grade nicht mehr alles richtig schön dass das fällt viel total schwer.

00:34:38: Ja schauen Sie also da hilft mir wieder die Schutzzeit in der Waldorfschule ne?

00:34:43: Das ist ja der geotheanistische Ansatz gewesen nachdem damals also zumindest wir unterrichtet wurden das heißt aus der Anschauung heraus also über die Beobachtung zur Erkenntnis.

00:34:56: Das ist auch in Unternehmen sehr hilfreich.

00:34:58: Also ich muss ja an der Wirklichkeit anknüpfen und muss dann Ideen entwickeln, was sich jetzt also kreativ sein, was denn jetzt sozusagen ein Nutzenstiften kann und uns voran bringt?

00:35:10: So wenn ich jetzt schon nicht ehrlich bin und den Menschen im Unternehmen eine Wirklichkeit vorgaukelt die es gar nicht gibt Dann kann das zwar auch zu Kreativität führen aber keiner zu einer nutzend stiftenden Kreativity.

00:35:24: Deswegen ist schon mal, also das A und O würde ich mal sagen.

00:35:29: Also eine Grundbedingung ist dass in einem Unternehmen ehrlich miteinander kommuniziert wird?

00:35:35: Dass auch der Markt mit Ehrlichkeit angeguckt wird, dass die Zahlen nicht frisiert werden, dass man eine Transparenz hat über die Leistungsgenerierung, die möglichst auch den Menschen zugänglich ist damit sie sehen können, inwiefern der Beitrag, den Sie leisten wirklich des Unternehmens voranbringt.

00:35:52: Mit Ehrlichke geht es los!

00:35:54: Und die, die nicht ehrlich sind, da schlägt dann das Schumpfhitter-Prinzip der schöpferischen Zerstörung zu.

00:36:00: Das heißt, die fliegen aus dem Markt und andere nehmen ihren Platz ein?

00:36:05: Wir können jetzt hier so gerade einen Meme nach dem anderen mitschreiben.

00:36:08: also ich finde es gerade in dieser Situationen, der wir uns in Deutschland befinden eben ganz wichtig weil... Ich glaube, wir haben verlernt teilweise mit Krise umzugehen und sind dann in den letzten fünf Jahren da brutal gezwungen worden wieder.

00:36:25: Also mit dann unterschiedlichsten Krisen von Corona über geopolitische Krisen aber eben jetzt auch ein Wirtschaftskrise jedenfalls in manchen Branchen.

00:36:35: Ich finde gerade so spannend, also mit Unternehmenskultur werden ja auch so Dinge wie Diversität zum Beispiel verbunden.

00:36:41: Wie geht man mit Mitarbeitenden um?

00:36:43: Wie gestaltet man etwas... ich persönlich mag dieses Wort nicht aber Work-Life Balance.

00:36:49: und nachdem man dann irgendwie ein paar Jahre lang das alles total nach draußen gestellt hat jedes Unternehmen war extrem divers hat da unglaublich viel gemacht.

00:36:59: So jetzt ist es alles anders.

00:37:00: wenn jetzt sagen alle dass brauchen wir jetzt nicht mehr oder jetzt haben wir dafür keine keinen Sinn mehr.

00:37:06: Und ich hab so das Gefühl, dass sie... also zur Ehrlichkeit gehört ja manchmal auch eine Aufrichtigkeit dazu.

00:37:14: Also ich glaube, dass das davor nicht aufrichtig war aber jetzt auch nicht.

00:37:18: Also sagen wir mal die Förderung von Diversität war vorher nicht aufrechtig.

00:37:22: Aber jetzt zu sagen, jetzt können mir das deshalb nicht mehr machen genauso wenig weil das einer hat vielleicht mit dem anderen gar nichts zu tun.

00:37:29: und worauf ich hinaus will ist, dass ich das Gefühl habe gerade dass wir in vielen Unternehmen auf eine Situation zulaufen, das am Ende des Tages uns mitarbeitende gar nichts mehr abnehmen.

00:37:40: Weil man spürt ja also wenn so ne Begründung dann gar nichts mit einer Realität zu tun hat.

00:37:46: Also warum sollte ein Unternehmen auf Diversität verzichten nur weil die wirtschaftliche Lage schwierig ist?

00:37:51: Das ist jetzt nur ein kleines Beispiel und ich habe das Gefühl, dass dieses ganze Thema Unternehmenskultur in den nächsten Jahren vor ganz schwierigen Herausforderungen steht, weil niemand mehr sich dem wirklich... also wenn ein Unternehmen hergeht und sagt wir haben eine das ernst nimmt.

00:38:11: Ja ja wobei ich bin da total entspannt.

00:38:15: Ich glaube bei dm... Also ich habe den Eindruck... Bin

00:38:17: auch volkswirtschaftlich entspannt, wissen Sie?

00:38:21: Wenn Unternehmen keine Menschen mehr finden die sich einbringen mit Engagement dann verschwinden sie halt.

00:38:28: Entscheidend ist, dass es genügend Neue gibt die dazu kommen.

00:38:32: Und deswegen ist es ja auch so wichtig das wir in den Rahmenbedingungen die wir in Deutschland haben das neue zulassen und nicht immer versuchen das alte zu bewahren.

00:38:43: Also ich finde es ganz interessant als dieser große Umbruch war Anfang der neunziger Jahre mit dem Fall der Mauer und dann Ost-Westkonflikt alles zu Ende ging So man den Eindruck hatte, dass liberale Demokratien sich durchsetzen.

00:39:01: Ist ja der Francis Fukuyama mit seinem Ende der Geschichte sehr, sehr durch die Medien gegangen?

00:39:07: Sicherlich auch missverstanden worden aber er wurde halt so interpretiert Die Geschichte hat sozusagen ihr Ende gefunden weil die Lösung ist gefunden wie Gesellschaften funktionieren sollen.

00:39:19: und wenn wir jetzt zurück schauen gerade in diesen Tagen dann müssen wir sagen Ja das war nicht das Ende der geschichte das ist weitergegangen

00:39:27: Ja.

00:39:29: Und alle die, alle wir, die das kritisiert haben dass dieser Fukuyama mit dem Ende der Geschichte ha ha ha ne wie kam denn dann darauf?

00:39:37: Ich würde mal sagen Wir sind selbst Dieser dieser Idee erlegen.

00:39:46: Dass wir geglaubt haben so wie Deutschland war jetzt in den letzten Jahren vor Corona würd ich zumal sagen So in den Nullerjahren und und und zehnerjahr Wie ham wir haben ihn gewisserweise geglaubtes wäre des enden der geschichte.

00:39:58: das würde immer so weitergehen

00:39:59: ja

00:40:01: und haben deswegen nicht an der Erneuerungsfähigkeit gearbeitet.

00:40:05: Und die Folgen sehen wir jetzt, weil jetzt verändert sich plötzlich die Welt um uns herum schlagartig, weil eben nicht mehr die Stärke des Rechts gilt sondern wieder das Recht des Stärkeren.

00:40:17: Das heißt eine Zunahman-Komplexität, Veränderungsdynamik – und wir sind nicht veränderungsfähig genug als Land, um uns zu adaptieren um die Chancen auch in dieser Zeit zu erkennen und zu realisieren.

00:40:33: Und deswegen haben wir im Moment diese Situation, wir sind zu kleinteilig reguliert?

00:40:38: Wir sind wie Gulliver in Lilliput mit lauter kleinen Fäden, die ihn am Boden halten – obwohl er doch der Riese ist in dem Land der Zwerge!

00:40:44: Ja jetzt haben wir bei Politik angelangt.

00:40:50: Ich finde eine Sache gerade sehr spannend dass Ich merke gerade auch bei den Menschen, mit denen ich zusammen arbeite.

00:40:59: Bei denen die ich hier im Podcast habe, dass sich so eine Schere gerade aufmacht.

00:41:03: Ich hab Leute, die sagen, ich scheue das Thema Politik und alles was auch nur annähernd politisch ist wie der Teufel des Weihwasser.

00:41:11: um Gottes Willen bleibt mir weg davon.

00:41:12: Ich will damit nichts zu tun haben!

00:41:14: Ich will mich nicht in die Nesseln setzen.

00:41:16: Und es gibt welche, die grade umso mehrpolitisch werden.

00:41:18: Ich habe den Eindruck sie werden umso meerpolitik.

00:41:21: Ist das richtig?

00:41:24: Ja, ich glaube schon wenn Sie verantwortlich sind für ein großes Unternehmen haben sie mit politischen Fragen zu tun.

00:41:30: Ja weil Politik ist.

00:41:30: ja.

00:41:31: also nach meinem Verständnis bin kein Politologe ne?

00:41:34: Bin Betriebswirtschaftler aber aber Politik nach meinem verständnis betrifft ja die fragen von Rahmensetzung von Ausgestaltung eines Staatswesens einer Gesellschaft und Entscheidungsprozesse in einer Gesellschaft.

00:41:48: das ist politisch das ist Politik das sind politische Fragen Und damit haben wir es ja permanent zu tun, gerade wenn man für große Organisationen, für große Unternehmen verantwortlich sind.

00:41:59: Deswegen glaube ich ist man automatisch auf dem Feld der Politik.

00:42:04: Das ist allerdings zu unterscheiden von Parteipolitik.

00:42:07: Das sowieso!

00:42:08: Ja

00:42:09: das ist nicht das gleiche.

00:42:10: Da würde auch immer dazu raten da möglichst sich sehr vorsichtig zu verhalten.

00:42:17: aber Politisch ist eben, letztlich alles ist ja politisch.

00:42:22: Also ich finde es immer so total schwierig.

00:42:24: also während wir jetzt aufnehmen läuft gerade Olympia und ich finde immer so spannend dass ganz viele des Sportlers, Spitzen-Sportler sich hinstellen und sagen, Sport wäre nicht politisch.

00:42:35: Es ist mal ein Beispiel wo ich denke nein das ist Unsinn!

00:42:38: Alles ist politisch.

00:42:39: was wir tun wie Unternehmenvorgehen ist politischer in ein Wettbewerb präten.

00:42:44: Das kann nicht losgelöst sein von dem, was in irgendeiner Form politisch ist wie Gesellschaft funktioniert.

00:42:50: und ich finde das in der Tat eigentlich sehr wichtig dass sich Unternehmen da auch dran beteiligen an diesem politischen Diskurs weil es sind ja einfach ultra wichtige Akteure in einer Gesellschaft.

00:43:02: und wenn die sagen sie ziehen sich jetzt zunehmend aus sowas raus dann find ich das unglaublich schwierig.

00:43:07: also von daher finde ich gut dass Sie da dran bleiben.

00:43:11: Ich glaube, gerade liberale Demokratien leben ja von der Debatte.

00:43:14: Von dem Ringen um gute Ideen wie wir die Rahmenbedingungen gestalten sollten damit wir als Land prosperieren.

00:43:23: und ich glaube da ist es wichtig dass sich jeder einbringt.

00:43:27: und wenn man jetzt das Glück hat in so einer Aufgabe zu sein wie ich jetzt bin kriege ich auch unheimlich viel mit

00:43:32: Ja

00:43:33: Und mach mir deswegen Gedanken kann mir auch Gedanken.

00:43:35: man kann Dinge beobachten und ich werde auch gefragt also ich werde sie so einen Podcast eingeladen jetzt nicht in dieser Funktion wäre, hätten sie Christopherna nicht eingeladen.

00:43:43: Weil wer ist denn Christopherna?

00:43:44: Also Sie haben jetzt Christopherna eingeladen weil er vor uns in der Geschäftsführung von DM-Trogeriemarkt ist.

00:43:48: Ja!

00:43:49: Ist ja auch alles okay ne?

00:43:50: Aber deswegen denke ich es ist ja auch eine Riesenschance sich dann einzubringen mit den Ideen und Reflektionen die man hat.

00:43:56: Und ich denke jetzt wenn man in der Wirtschaft stetig ist natürlich das Wirtschaftnichtgleich Gesellschaft oder Unternehmen ist Nichtgleichgesellschaft.

00:44:04: Das wird zu kurz gesprungen aber es gibt schon so ein paar Grundgesetzmäßigkeiten, die auch gelten.

00:44:11: Und deswegen glaube ich wenn man sich mit der Frage Tag aus Tag ein beschäftigt wie kann es uns gelingen dass wir als Unternehmen als Arbeitsgemeinschaft zukunftsfähig bleiben?

00:44:21: dann lassen sich gewisse Erkenntnisse auch auf gesellschaftspolitische Fragen übertragen und diese Aspekte in die Diskussion einzubringen damit diejenigen die dann politisch legitimiert sind in Parlamenten oder in der Exekutive also in Regierungen und Ministerien da an der Rahmensetzung zu arbeiten, das auch mit einbeziehen können als Aspekt.

00:44:44: Das halte ich für wichtig.

00:44:47: Jetzt ist ja immer die Frage wie geht man damit dann auch in der Praxis um?

00:44:51: Und so aus einer reinen kommunikativen Perspektive... Damit beschäftige ich mich sehr viel auch für meine Klientinnen und Klienten.

00:44:59: Es ist immer die Wie stark macht man so was?

00:45:03: Eckt man an, eckt man nicht an.

00:45:04: Und ich habe bei Ihnen ein bisschen den Eindruck, dass Sie da gar nicht so viel Wert auf diese Frage legen sondern eher was ist mir gerade wichtig zu sagen?

00:45:14: also ich hatte jetzt in den letzten Wochen oder ich hab zum Beispiel einen Statement gelesen wo es letztlich ist das ja auch eine Frage von Politik um Das Thema ging ob Gebühren beim Zahlungsverkehr, beim Digitalen auf Kunden umgelegt werden dürfen.

00:45:32: Ich meine im Augenwinkel gesehen zu haben auch zu dieser Frage Stellung viel arbeiten oder weniger Arbeiten habe ich glaube ich auch was gesehen?

00:45:40: so und da sind ja durchaus dann Dinge dabei die auch zur größeren Widerspruch mal führen.

00:45:47: ist ihnen das sprichwörtlich egal?

00:45:50: und Sie sagen vielleicht auch, Sie haben ja vorher gesagt Erziehung zur Freiheit.

00:45:53: Ich will meine Freiheit haben das zu sagen was ich meine und denke und was raus muss oder wie sehen sie das?

00:46:02: Also egal ist es nicht.

00:46:04: allerdings wenn sich, wenn es Resonanz hat dann hat es Relevanz.

00:46:10: Definitiv!

00:46:13: Wenn überhaupt nichts passiert dann hat's keine Relevance.

00:46:16: Also insofern ist das schon mal nicht schlimm, wenn nicht jeder damit einig ist.

00:46:21: Wichtig ist glaube ich dass man nicht zu einem Getriebenen wird sondern wenn man eine Sache für richtig hält dann ist es wichtig dafür einzutreten und zu versuchen mit Argumenten die Möglichkeit anderen Menschen zu geben erst nachdenkenswert zu finden.

00:46:42: Und das ist normal.

00:46:44: wenn sie Wenn Sie Zukunft gestalten wollen, dann sind sie ja immer so etwas... Ja mein Vater hat immer gesagt man ist immer ein bisschen verrückt.

00:46:51: Und zwar im wörtlichen Sinne!

00:46:52: Man sieht es auch auf der Zeitachse nach vorne gerückt und deswegen verrückt.

00:46:57: zum jetzigen Standpunkt.

00:46:59: Das bedeutet natürlich dass nicht jeder dem folgen kann.

00:47:02: aber ich bin ja auch leidenschaftlicher Segler und haben einen Segelschein und das ist nicht mehr so ein Kurs halten können.

00:47:11: Das heißt aber jetzt nicht, dass sie über die Insel fahren.

00:47:15: Sie müssen dann schon umschiffen können und auch den Wind nutzen können.

00:47:22: Aber sie dürfen ihr Ziel nicht aus dem Auge verlieren und müssen dann halt auch manchmal im Sturm Kurs halten, auch wenn sie das Ziel in dem Moment nicht sehen können.

00:47:30: Ich glaube es ist eine Qualität, die man als Unternehmer braucht und das kann man auch in andere Bereiche übertragen.

00:47:37: Auch jemand der Segelt und Kurs, ein guter Navigator macht immer wieder Positionsbestimmung.

00:47:43: Das ist wichtig!

00:47:45: Wenn ich an meinen einzigen großen Segeltern in diesem meinem Leben zurückdenke letzten Sommer – mein Bruder wird jetzt lachen weil ich habe zwei Stunden lang mich nur übergeben müssen – Wellengang kann auch sehr unangenehm sein wie ich da festgestellt habe.

00:47:59: Und Wellengangen kann ja auch entstehen bei solchen Debatten.

00:48:04: Jetzt haben sie ohne, dass wir da näher nochmal dieses Thema aufmachen.

00:48:08: Aber im letzten Dezember ja selber so eine Situation erlebt wo sie sich politisch geäußert haben in einem politischen Umfeld und plötzlich war durchaus ne schwierige Stimmung da.

00:48:17: wie gehen Sie dann auch persönlich damit um wenn sie dann sehr im Kreuzfeuer ja schon was stehen?

00:48:23: also vor allem weil vielleicht noch der Gedanke die Politiker mit denen ich gearbeitet habe Die haben das vom kleinsten Amt, an dem sie angefangen haben gelernt.

00:48:36: Wenn man in der Kommunalpolitik anfängt, wächst man langsam rein wie es ist auch richtig im Kreuzfeier von Kritik zu stehen und das ist ja durchaus als Nachfolger in einem großen Familienunternehmen nicht der Fall.

00:48:49: Geht das nahe?

00:48:51: Also ich gehe damit so um wir mit Sehkrankreite.

00:48:54: was haben Sie denn gemacht als damals schlecht wurde aufm Schiff?

00:49:00: Zwei Stunden lang gekotzt

00:49:02: Das hat

00:49:03: auch nichts geholfen, kein Medikament und gar nix.

00:49:05: Also was hilft ist auf den Horizont zu gucken?

00:49:09: Die Augen auf dem Horizont gehäftet zu haben, dann kommen sie besser damit klar und das ist auch in solchen Kontroversen wichtig also sozusagen sich nicht durch das klein-klein durcheinanderbringen zu lassen und sich verzetteln sondern klarzuwissen um was geht es mir denn eigentlich?

00:49:30: aufzwingen lassen, dass sie nicht über jedes Stöckchen springen was ihnen da hingehalten wird.

00:49:35: Sondern sich klar machen um was geht es mir denn?

00:49:37: Was ist die eigentliche Botschaft?

00:49:39: Was sind das eigentliche Anliegen was ich habe und dann zu versuchen das zu kommunizieren und sehr genau zu beobachten werde ich denn verstanden?

00:49:48: und wenn ich noch nicht verstanden werde und ich trotzdem für richtig halte ja dann muss ich halt... Da muss ich vielleicht mal um diese Insel rumfahren also muss ich dann andere Kommunikationswege suchen.

00:49:58: Dann gehen sie halt in eine Talkshow oder geben so ein Interview, oder was auch immer.

00:50:03: Also da nicht locker zu lassen und dann wird die sehr auch wieder ruhig nach einer Weile gerade in der heutigen Zeit.

00:50:11: Ich meine das... Die heutige Zeit ist ja dadurch geprägt dass wir diese Shitstorms haben.

00:50:16: also diese Empörungswellen sind sehr unangenehm aber die appen auch schnell ab wenn man das schon mal weiß muss ich sagen okay da muss ich jetzt durch.

00:50:24: darf ich mich?

00:50:24: jetzt fange ich auch an bisschen zu selektieren zum Beispiel wenn sie überschüttet werden mit sehr negativen Emails.

00:50:31: Ja, das Glückliche ist der Kateriathab ne?

00:50:32: Die sortieren das dann halt in entsprechende Orten da, ne?

00:50:35: Positiv-negativ und dann können Sie sich entscheiden wann Sie das lesen.

00:50:39: Und dann lesen Sie vielleicht mal nicht nur die Negativen vor allem, wenn Sie sich immer wiederholen ab und zukunftsens mal in den Positiven rein.

00:50:44: Dann geht es Ihnen wieder ein bisschen besser ja und dann arbeiten Sie an dem was eben, was eben anlegt.

00:50:51: Augenauf bei der Berufswahl.

00:50:52: Das gehört dazu, also wenn Sie ... Wenn Sie Dinge anstoßen wenn sie für Dinge eintreten wollen, dann müssen Sie auch bereit sein den Widerstand auszuhalten.

00:51:04: Und ich finde das gehört auch zu einer Debattenkultur.

00:51:06: Da dürfen wir uns nicht beklagen.

00:51:09: Wir können natürlich monieren dass vielleicht, wenn Boycott-Aufrufe gemacht werden und unwahre Sachen behauptet werden kann man schon anbrangern aber da darf man sich nicht von verschrecken lassen.

00:51:25: Großartig, danke schön.

00:51:26: Das war ich glaube für viele die in dieser Situation sind ein sehr wichtiger Ratschlag gerade von jemanden der das auch so erlebt hat.

00:51:34: Vielleicht auch noch was wichtig ist, sie müssen intern gut kommunizieren.

00:51:37: ja weil natürlich grad wenn sie einem Unternehmen Verantwortung tragen mit zu vielen Menschen Die das natürlich auch alles mit kriegen und auch nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit dann haben können Da ist es dann sehr wichtig dass man intern auch kommuniziert.

00:51:51: Ich sage immer so die deutungshoheit darf man nicht verlieren Und da braucht es halt auch ein gutes Team intern, was dann gut analysiert.

00:51:59: Was das dann auch machen kann?

00:52:01: Das ist der große Vorteil einer großen Organisation.

00:52:05: Bei dem guten Team würde ich jetzt ein bisschen ironisch denken... Die verdient dann aber zwischendurch wahrscheinlich den einen oder anderen Erholungsurlaub.

00:52:17: Ich kann mir vorstellen für die war der letzte Dezember vielleicht auch andere Äußerungen, die mal ein bisschen kräftiger sind wahrscheinlich auch schwierige Zeiten.

00:52:26: Ja, ich würde sagen wir haben alle miteinander sehr viel gelernt und die Lernzone ist halt nicht die Komfortzone.

00:52:31: Das

00:52:32: stimmt ja.

00:52:33: Apropos Komfortzone apropos Widerstände so als letztes großen Block was mich noch interessieren würde Ich rede hier auch sehr gerne über Prozesse wo Dinge verändert werden Transformationen regelrecht disruptiert werden also ganze Branchen verändert werden.

00:52:52: Jetzt ist DM ja kein Startup mehr.

00:52:55: Aber durchaus kann man sagen, dass das Unternehmen in seiner Geschichte immer wieder auch einen Markt stark verändert hat.

00:53:03: Also wenn ich das richtig gelesen habe der erste DM-Markt war wahrscheinlich einer der ersten Druckeriemärkte, wo man einfach reingehen konnte sich was aus dem Regal nehmen und nicht irgendwie mit dem Druckeristen hinter der Theke sprechen musste.

00:53:18: Wenn ich jetzt so zurückdenke an einen Mitbewerber von ihnen, den es nicht mehr gibt.

00:53:25: Wie beispielsweise Schlecker.

00:53:27: Völlig anderes Feeling im Markt als das bei ihnen ist.

00:53:33: Auch da vielleicht eine ganz andere Herangehensweise.

00:53:34: wie gestaltet man so ein Laden?

00:53:37: dann die Fototheken, die sie installiert haben.

00:53:40: Das ist vor, weiß ich vor zwanzig Jahren gesagt, ihr könnt mir ein Foto Buch einfach mal irgendwo direkt holen.

00:53:46: Und wahrscheinlich auch Mitarbeiter, die sagen mussten.

00:53:49: Ich hab einen Beruf gelernt der ist Einzelhandel im Drogeriemagen jetzt euch plötzlich irgendwelche Fotos machen und ausdrucken und gestalten.

00:53:56: Es sind immer wieder so Momente wo ihr Unternehmen Dinge extrem verändert hat.

00:54:05: Vier Unternehmen gelingt das so einmal.

00:54:07: wie kommt es dass das bei ihnen gefühlt recht häufig passiert?

00:54:11: Also ist das in der DNA schon drin Disruptive Gedanke mit dabei ist oder ist das übertrieben ausgedrückt?

00:54:20: Ja, disruptiv ist so ein großes Wort.

00:54:22: Also disruptives sind ja echte Brüche und ich glaube warum es uns gelingt dass wir da immer wieder an der Vorderkante sind.

00:54:33: zum einen, dass wir sehr sehr kundenorientiert sind.

00:54:36: Das heißt wie er neben Veränderung im Markt war und haben dann Ideen wie man diese Veränderungen in eine Chance verwandeln kann, damit es nicht zu einer Unternehmenskrise wird.

00:54:51: Und das zweite ist dass wir veränderungswillig und veränderungspfähig sind.

00:54:57: Die beiden Dinge zu unterscheiden ist auch noch mal wichtig.

00:54:59: also will ich so sein sozusagen aus einziger.

00:55:02: das sollten wir jetzt machen ja aber sie brauchen natürlich auch den entsprechenden Muskel.

00:55:06: die müssen Sie auch entwickelt haben.

00:55:08: und dadurch dass wir eben durch diese Kundenorientierung und dieses permanente Erneuern was wir auch im Unternehmen haben diesen muskel ganz gut ausgeprägt haben, gelingt es uns dann auch wenn wir aufgrund der Kundenwahrnehmung eine Idee haben was wir machen könnten wo wir für Kunden einen Nutzen stiften so dass die sich für uns entscheiden.

00:55:27: Gelingt's uns dann noch schnell in die Umsetzung zu kommen?

00:55:29: Was jetzt ja gerade bei Ihnen ansteht oder auch schon im vollen Gange ist dieser ganze Bereich Medikamente Farmer So würde ich es einschätzen.

00:55:45: Eine größere Veränderung ist halt die ganzen anderen Sachen davor, vielleicht von dieser ursprünglichen Geschichte mal abgesehen ein Druckeriemarkt ganz anders zu gestalten weil wir haben ja in Deutschland schon eine sehr starke Tradition Medikamente in der Apotheke und auch nur da Und dieses ganze Thema Medizin Gesundheit wird eben sehr sehr anders gesehen.

00:56:09: jetzt kann mir vorstellen Die Widerstände werden wahrscheinlich größer werden als vielleicht bei den anderen

00:56:14: Interen, meinen Sie?

00:56:15: So generell

00:56:16: extern vielleicht aber auch weiß ich gar nicht genau.

00:56:19: Also ich kann mir beides vorstellen.

00:56:20: ehrlich gesagt dass Mitarbeiter plötzlich mit so einem Thema umgehen müssen das ist das extern vielleicht von Regulierung bis ich weiß nicht was Anstrengungen unternommen werden dann doch mal zu verhindern.

00:56:33: Ja

00:56:33: also es gibt zwei unterschiedliche Ebenen.

00:56:34: wenn wir mal intern nehmen ja Dann ist es ja so dass diese Dinge die wir anbieten also jetzt Gesundheits Services beispielsweise Das sind ja Angebote, die wir machen, die dazu führen, dass Menschen weiterhin einen stationären DM-Trogeriemarkt aufsuchen werden.

00:56:50: So für die Menschen, die in den DM-Markten arbeiten ist das eine gute Perspektive, dass es einen stationären Einzelhandel, der DM- Trogeriemarkt weiter hingeben wird.

00:57:01: Nämlich.

00:57:01: unser Sortiment eignet sicher hervorragend für Online.

00:57:04: Ja Es ist in der Regel nicht Temperatur geführt.

00:57:09: Und es lässt sich superversenten, also denken Sie mal an rohe Eiern.

00:57:14: Das haben wir nicht im Sortiment oder Tiefkühlen usw.

00:57:17: Also unser Sortiment ist extrem online geeignet und die Frage ist ja schon weit nach vorne gedacht.

00:57:25: Inwiefern wird das denn weiterhin so sein dass Menschen des Stationär auch einkaufen werden?

00:57:30: Also müssen wir uns überlegen was können den Anlässen sein, dass Menschen in einen stationären DM-Toggeriemarkt gehen um dann dort Die Leistungsfähigkeit unserer DM, unsere Teams in den DM-Märkten auch erleben zu können?

00:57:42: und die machen da wirklich auch einen Unterschied.

00:57:44: Aber um Unterschieden machen zu können müssen nicht mehr Menschen erst mal kommen.

00:57:47: also das verstehen ja die Kolleginnen und Kollegen bei dem auch gut und deswegen sehen sie diese neuen Angebote die wir machen auch als eine Weiterentwicklung unseres stationären Angebots.

00:57:58: ist genauso wie die Express Abholung im DM Markt.

00:58:01: man kann ja online bei uns bestellen und dem DM Markt abholen nach zwei Stunden Und es wird von den Kolleginnen und Kollegen dann zusammengestellt und bereitgestellt in unseren Abholstationen.

00:58:11: Das war ja für viele, die damals zu DM gekommen sind auch nicht vorstellbar das sie das eines Tages machen.

00:58:17: aber die Menschen verstehen natürlich dass Menschen die Expressabholung im DM Markt abholen immer auch im DM Mark noch mal das erleben können was die Teams vor Ort leisten.

00:58:27: Ja

00:58:27: und deswegen sind da die Menschen sehr bereit den Weg mitzugehen.

00:58:32: Die andere Ebene ist jetzt die Frage, wie gehen damit die entsprechenden Interessensvertretungen um?

00:58:39: Und da – ich meine der Gesundheitsmarkt in Deutschland.

00:58:42: Das ist ein Riesenthema!

00:58:44: Ich sage immer im Gesundheitsmarkt geht es um alles nur nicht um den Patienten am Ende.

00:58:50: Da geht sehr viel um Besitzstandswahrung und um einen Mangel an Vorstellung, wie sich das auch weiterentwickeln könnte ist natürlich eine Folge der sehr, sehr strengen Regulatorik.

00:59:01: Die Veränderung ja genau auch nicht wollte sondern genau gesagt hat wie es zu gehen hat.

00:59:05: also dieser Muskel der Veränderungsfähigkeit ist da wirklich nicht entwickelt.

00:59:09: deswegen ist es auch nicht überraschend.

00:59:10: aber dann muss man nur wach in den Markt schauen.

00:59:13: wenn wir mal schauen wie viele Ärzte in Ruhestand gehen werden in die nächsten zehn Jahren Wie viele nachkommen werden das kann man jetzt ja heute schon sehen wer ausgebildet wird Wenn wir mal schauen wie sich das mit den Apotheken weiterentwickelt, weil es Nachfolgeprobleme gibt.

00:59:30: Dann werden wir in eine Situation in Deutschland reinlaufen dass es so nicht weitergehen kann.

00:59:35: da wird es Strukturveränderungen geben und es mit Geld zuzuschütten wird auch nicht gehen aufgrund der Haushaltslage die wir heute schon haben.

00:59:42: also Da wird es Veränderung geben müssen.

00:59:45: Und jetzt ist die Frage inwiefern diese Veränderungen Wir auch mitgestalten können die mehr Angebote machen.

00:59:52: Und dass es da erstmal Widerstand gibt, ist ganz normal.

00:59:55: Ist ein gutes Zeichen würde ich mal sagen.

00:59:56: also resonanzfähig das heißt relevant hat es schon Mal.

01:00:00: Jetzt wird man sehen wie der Gesetzgeber reagiert.

01:00:02: jetzt kann natürlich noch Es sein dass der Gesetz Geber noch versucht das bestehende noch ein bisschen zu konservieren.

01:00:07: ja

01:00:08: aber Das das wird nur noch ein Ein Ich würde mal sagen ein letztes Zucken Sein Bevor dann die großen Reformen wirklich kommen müssen.

01:00:16: und Dann sind wir doch froh wenn es viele Ideen schon gibt die dann auch schnell in die Ausrollung kommen damit die Gesundheitsversorgung der Menschen in Deutschland weiterhin gewährleistet ist.

01:00:26: Und wir müssen auf Prävention setzen, möchte ich auch noch sagen, wenn Sie mit Gesundheitsexperten sprechen, die sozusagen mal so von oben drauf gucken, die sagen ... Die Engpässe, die auf uns zukommen im Gesundheitswesen werden wir vor allem dadurch in den Griff kriegen können, dass mehr Prävention geschieht.

01:00:42: Das heißt das Menschen früher, wenn sie Diagnosen haben zu den Ärzten die Behandlung gehen, damit die großen Behandlungen nicht folgen müssen?

01:00:51: Und dann werden wir mit den Kapazitäten, die geringer sein werden besser klarkommen.

01:00:55: Was ist denn so die Idee dahinter?

01:00:57: Also nicht die Idee da hinter, das ist vielleicht falsch ausgedrückt... ...was ist die Division also?

01:01:03: wo wollen Sie damit hin?

01:01:04: bei DM?

01:01:04: Dass ich demnächst auch wirklich bestimmte ärztliche Behandlungen bei Ihnen kriege?

01:01:10: oder wie weit soll das gehen?

01:01:12: Das kann ich Ihnen gar nicht sagen.

01:01:15: Wir schauen was geht.

01:01:17: Letzten Ende sind wir ja ein Anbieter von Vernutzen stiftenden Produkten.

01:01:22: Und Dienstleistungen kann man jetzt auch dazu sagen, ne?

01:01:24: Also so ein Fotobuch ist ja eine Art von Dienstleistung auch, ne.

01:01:27: Habt ihr manches Weihnachten schon gerettet und schnell noch einen Geschenk kriegt!

01:01:30: Das freut mich ja, dass es aber meine Herausforderung für das Team zu gucken, dass da keine bösen Enttäuschungen gibt... ...und Glücksmomente unter dem Weihnachtsbaum.

01:01:40: Wir als Drogeriemark definieren uns ja als Kompetent in fünf Bereichen.

01:01:46: Wir nennen das Episoden.

01:01:47: Das ist einmal die Schönheit Das ist der Haushalt, das ist Baby.

01:01:54: Das ist Gesundheit und rund ums Bild.

01:01:57: Das sind die Bereiche.

01:01:59: Und in diesen Bereichen gilt es permanent zu erneuern und weiterzuentwickeln.

01:02:05: Im Gesundheitsbereich ist das eine Möglichkeit der Weiterentwicklung.

01:02:09: also wir haben heute ja schon ein sogenanntes Pharma assortiment welches zugelassen ist für den Verkauf in Drogerienmärkten.

01:02:16: Es gibt aber auch bei diesem Gesundheitstrend, den wir im Moment sehen und dem Trend immer mehr online einzukaufen eine Verschiebung oder eine Verwischung der Grenzen zwischen den etablierten stationären Vertriebsformaten.

01:02:32: Apotheke, Drogeriemarkt, Lebensmittelmarkt usw.. Deswegen geht es darum dass wir die Sortimente weiterentwickeln ... der apothekenpflichtigen Produkt in einem Online-Shop von DM.

01:02:45: Was als DM Apotheke bezeichnet wird, was aber streng genommen ja keine Apothekel ist... ... weil wir keine verschreibungspflichtigen Produkte anbieten.

01:02:52: Also Rezepte kann man bei uns nicht einlösen und dann allerdings auch die ganzen Fragen von Diagnostik eben.

01:02:59: Also es heißt das Augenscreening seit Blutuntersuchungen, was da alles noch geben kann.

01:03:04: Da können wir Richtung Füße denken, was man da alles machen kann.

01:03:06: also da gibt's noch viele Dinge, die wir machen könnten die wir stationär anbieten.

01:03:12: In Österreich, by the way, haben wir sogar Friseursalons, wir haben auch Kosmetikbehandlungen in DM-Märkten machen – das haben wir in Deutschland mal ausprobiert in den neunzigjährigen Jahrhunderten, aber es sind alles Angebote, die grundsätzlich möglich werden.

01:03:31: Unsere Aufgabe ist es zu experimentieren, Piloten zu machen und zu sehen was die Resonanz ist, zu gucken wie das funktionieren könnte, wie das betriebswirtschaftlich darstellbar.

01:03:40: Und wenn das funktioniert, dann wird es skaliert.

01:03:43: Und gerade die Gesundheitsanwendung, die ja ziemlich durch die Medien gegangen sind ... Das waren Piloten, die wir gemacht haben und so wie das heute halt ist.

01:03:48: Es hat jemand dann gepostet auf Social Media und dann haben sie die Medien entdeckt und dann wurde das groß.

01:03:54: Wir hätten das gar nicht so groß kommuniziert.

01:03:56: Aber das war ein Blick in die Werkstatt von den Dingen, die wehtun.

01:04:00: Wir müssen als Unternehmen permanent experimentieren um zu gucken was funktioniert?

01:04:04: Ja ich finde es halt insofern extrem interessant weil Der ganze Einzelhandel ist ja unter enormen Druck und gefühlt.

01:04:15: Gefühlt ist es so, dass ein ganz großer Teil des Einzelhandels – ich bin jetzt mal böse – ein bisschen jammert über die Frage, wie vor Ort keine Zukunft und nur noch online?

01:04:25: Dann gibt es aber so ein-, zwei-, drei Akteure, die allen anderen zeigen, nee, das geht anders!

01:04:30: Also man kann was tun, man kann sich neu erfinden wieder.

01:04:34: Ja gut, die Klage ist das Kaufmannsgruß, ne?

01:04:37: Sagt die erste schön... Das ist aber nicht schlimm.

01:04:43: Dafür haben Sie jetzt sehr wenig geklagt heute?

01:04:46: Ja gut, ich weiß dass es nichts bringt.

01:04:51: Aber letzten Endes ist halt die Grundfrage im deutschen Einzelhandel der extrem leistungsfähig und deswegen auch so konsolidiert ist.

01:05:02: Es gibt ja wenn man sich das Umsatz-Ranking anguckt... Da sind ja die ersten vier fünf, die machen über achtzig Prozent des gesamten Lebensmittelhandel, Einzelhandelsumsatzes.

01:05:13: Und da ist es halt so dass dieser extreme Preiswertbewerb den wir haben, den man mal so richtig mitkriegt wenn man mal die Grenze überschreitet in andere Länder und dann man sieht wie viel dafür Lebensmittel aber auch für Drogerie Artikel aufgewendet werden muss kommt ja daher das die Prozesse extrem effizient sind und es führt natürlich dazu dass die Veränderungsfähigkeit leidet.

01:05:39: Also sozusagen je effizienter ich arbeite, umso weniger habe ich Raum für Experimente und fürs Ausprobieren und auch mal Fehler zu machen.

01:05:52: Und es führt natürlich auch dazu, dass Menschen sehr, sehr Umsetzungstreute Dinge machen müssen.

01:05:58: Wenn man mal möchte, schaut Innovationen sind immer Abweichungen vom Standard gewesen?

01:06:04: Ja!

01:06:04: Ja, genau.

01:06:07: Sonst repetieren wir nur das was wir die ganze Zeit schon machen.

01:06:10: So und jetzt ist genau die Herausforderung im Einzelhandel diesen sozusagen diese Ambivalenz hinzukriegen auf der einen Seite diese umsetzungstreuenen Organisation zu haben dass die Prozesse effizient sind und deswegen die die sozusagen die die Prozesskosten niedrig sind und man dadurch mit niedrigerer Spanne arbeiten kann und günstige Verkaufsbeisaat Und auf der anderen Seite es trotzdem zu schaffen dass die Innovationsfähigkeit nicht leidet.

01:06:37: Und da ist der Weg auch den wir gehen, dass wir sagen Wir müssen schauen das wir so effizient wie möglich arbeiten damit wir Freiräume haben um am neuen arbeiten zu können.

01:06:49: Das war ein sehr interessantes und glaube ich passendes Schlusswort für unseren inhaltlichen Teil hier.

01:06:56: Vielen herzlichen Dank für die vielen guten Einblicke jetzt auch gerade nochmal zum Schluss richtig In das, was Sie hier bei DM tun und was da so die Ideen hinter sind.

01:07:05: Das war sehr spannend.

01:07:06: Vielen Dank!

01:07:06: Ja

01:07:06: vielen Dank für Ihr Interesse und alles Gute!

01:07:09: Die letzte Frage, die ja jeder immer gestellt bekommt?

01:07:12: Absolut!

01:07:13: Durch.

01:07:13: eine Frage müssen sie noch durch, die nämlich... Sie werden jetzt absolut auf jeden Fall Fan der Chef-Hetage und es bestimmt immer hören.

01:07:21: Jetzt müssen sie nicken oder ja sagen oder irgendwie sowas.

01:07:24: Wen wollen Sie denn mal hier bei mir hören?

01:07:25: Haben Sie einen Tipp für ein Gast?

01:07:27: Für eine Branche?

01:07:28: Eine Idee...?

01:07:29: Das wäre so.

01:07:29: So ist ja hier vielleicht an dieser Stelle auch mal ganz, ganz liebe Grüße an Oliver Schwegmann von der Behrenz in Brennerei, der nämlich in seiner Episode gesagt hat ich muss dringend, dringende den Christopher einer einladen.

01:07:41: Der wäre richtig gut.

01:07:43: Dadurch ist dieses Gespräch jetzt dann...

01:07:45: Ja!

01:07:46: Ein Tipp.

01:07:48: Gute Frage, ja?

01:07:50: Ich meine, ich kenne jetzt ihre Hörerschaft nicht aber ich könnte mir vorstellen interessant sind Menschen immer die in traditionelle Unternehmen kommen Und als junge Menschen mit der Aufgabenstellung betraut sind jetzt auf der einen Seite die Tradition zu ehren, aber gleichzeitig das Unternehmen in Zukunft zu entwickeln.

01:08:12: Da könnte jetzt ein interessantes Unternehmen ist vielleicht die Köln, ich glaube GmbH und Coke, KGAA.

01:08:20: Frau Triftmann,

01:08:21: die

01:08:22: vor noch nicht allzu langer Zeit da reingekommen.

01:08:24: Haben Sie die schon interviewt?

01:08:25: Nein,

01:08:25: noch nicht!

01:08:27: Dann wäre das mein Tipp.

01:08:28: Sehr gut, vielen herzlichen Dank

01:08:30: Hab ich gefreut, alles Gute.

01:08:31: Herr Werner, danke schön!

01:08:33: Wenn es euch da draußen auch gefallen hat dann ja lasst mir auf jeden Fall ein Like da wo auch immer ihr das hört.

01:08:38: wenn ihr das da könnt rezensiert den Kanal und wenn ihr dass noch lange nicht gemacht habt dann abonniert ihn.

01:08:44: dann wird das nämlich jetzt Zeit weil ganz wichtig.

01:08:47: dann hören wir uns ganz bald wieder.

01:08:48: das würde mich sehr freuen.

01:08:49: wenn ihr Fragen habt schreibt mehr Kontaktdaten findet ihr in show notes genauso wie mein LinkedIn Profil Und DM findet man auch bei LinkedIn.

01:08:57: also da dann am besten folgen.

01:09:00: Ich freue mich darauf, euch dann bald wieder zu hören.

01:09:02: Nein andersherum ihr hört mich bis dahin Tschüss!