Wie gründet man erfolgreich ein Biotech-Start-up? Daniel Donadille, CEO Scientific Bioprocessing - 99
Shownotes
Wer schlägt ein sicheres Jobangebot aus, um ein Biotech-Start-up zu gründen? Daniel Donadille hat 2014 genau das getan. Mit drei Kommilitonen hat er in der Nähe von Aachen das Unternehmen Aquila Biolabs gegründet. Sieben Jahre später folgte der Exit in die USA. Heute ist er CEO von Scientific Bioprocessing – und damit praktisch von dem Unternehmen, das damals seine Firma gekauft hat. Wie es dazu kam, erzählt er in dieser Episode des Podcasts Chefetage.
Wir sprechen darüber, was es heute bedeutet, ein Unternehmen zu gründen. Daniel erklärt, warum es aus seiner Sicht eine Mischung aus Naivität und Überheblichkeit braucht, warum man am Anfang fast nichts von dem kann, was man tun muss, und warum ein Jahr Unternehmertum mehr lehrt als fünf Jahre Studium. Wir reden darüber, woran man erkennt, ob eine Idee nur angepasst werden muss oder eigentlich schon tot ist, warum Gründen von außen wie ein Boxkampf wirkt, in Wahrheit aber ein ständiges Wiederaufstehen ist, und warum Scheitern in Deutschland ein Makel ist.
Außerdem sprechen wir über die Biotechbranche. Kann sie zur nächsten großen Zukunftsindustrie in Deutschland werden? Und warum tun wir uns so schwer damit, hier wettbewerbsfähig zu werden?
Ein Gespräch über Gründen, Biotech und ganz viel Unternehmertum.
In meinem Podcast Chefetage spreche ich mit CEOs, Führungskräften und Unternehmern über ihre Karrierewege, ihre persönlichen Erfahrungen, ihr Führungsverständnis und die Herausforderungen ihrer Branche. Jedes Interview gibt Dir Einblicke in Leadership und Unternehmertum von heute und zeigt, wie die Menschen, die dort Verantwortung tragen, denken und arbeiten.
Ich bin Leif Neugebohrn und unterstütze CEOs, Unternehmer und Führungskräfte mit meiner Unternehmensberatung Magnecon dabei, sich klar zu positionieren – mit einer starken Strategie, klarer Kommunikation und wirkungsvollem Leadership. Alle Episoden findest Du unter chefetage-podcast.de
Transkript anzeigen
00:00:00: Mal Hand aufs Herz, wer würde schon so direkt nach dem Studium ein sicheres Jobangebot bei einem großen Schweizer Pharmakonzern ausschlagen?
00:00:07: Nur um dann das Abenteuer einzugehen mit drei Kommilitonen einen Biotech-Startup zu gründen.
00:00:13: Tja genau das hat mein heutiger Gast im Jahr zwei Tausend vierzehn gemacht und das nur weil er selber so schön sagt für Jung so eine Achtung Zitat splinige Idee hatten.
00:00:23: Sieben Jahre später hat er dann das Unternehmen in die USA verkauft und heute ist er CEO von Scientific Bioprocessing, damit letztlich genau von der Firma, die damals gekauft hat.
00:00:35: Was für eine faszinierende Geschichte!
00:00:38: Das habe ich ihn natürlich eingeladen und mich interessiert dabei sowohl das Thema Biotag als auch diese tolle Gründungsgeschichte.
00:00:46: In dieser Episode geht es daher ganz viel um das Thema Gründen um den Weg von Deutschland in die USA und natürlich auch um Biotec und Life Sciences.
00:00:56: Dazu kommt dann ein Blick auf amerikanische und deutsche Investoren, auf die Angst vorm Scheitern, die natürlich beim Gründen immer mit dazugehört und auch so ein bisschen auf die Frage ob Deutschland es schaffen könnte zu einem führenden Standort weltweit im Bereich Biotech und Life sciences zu werden.
00:01:11: Viel Spaß mit meinem heutigen Gast Daniel Donadille dem CEO von Scientific Bioprocessing.
00:01:26: Ja, moin und herzlich willkommen hier zu einer neuen Episode in meinem Podcast.
00:01:29: Chef-Hitage!
00:01:30: Ich freue mich total, dass du heute wieder mit dabei bist.
00:01:32: Ich bin live neu geboren aber das weißt Du garantiert schon weil Du schon unzählige Episoden gehört hast und es sind wirklich viele die es schon gibt.
00:01:39: Das hier heute ist die neunundneunzigste Episode also fast eine Jubiläumsepisode.
00:01:45: die kommt jetzt ganz bald Aber die Neuneunzig ist auch schon eine ganz großartige Zahl.
00:01:50: Heute haben wir ein ganz spannendes Thema, wie ich finde.
00:01:52: Weil eines was sich noch gar nicht hatte hier im Podcast ist das große Thema Biotech und Ich find es super spannend weil ich bin fest davon überzeugt dass biotech gerade für den Wirtschaftsstandort Deutschland Ein ganz ganz wichtiges thema sein kann.
00:02:08: viele haben natürlich noch ganz andere assoziationen mit dem thema von Ja gen Manipulation über wundertechnik bis zu weiß ich nicht gottspielen oder so Mal gucken, ob wir da heute auch draufkommen.
00:02:21: Ich habe auf jeden Fall einen ganz spannenden Unternehmer zu Gast, weil er eine ganz einzigartige Perspektive einbringt.
00:02:27: Er ist nämlich heute CEO eines amerikanischen Unternehmens Scientific Bioprocessing und war früher
00:02:36: Gründer
00:02:36: eines deutschen Start-ups!
00:02:38: Und das gibt schon ne ganz coole Mischung einfach an der Erfahrungen und auch Perspektiven auf den Wirtschaftsstandort, auf des Thema Biotek, Wo kann man vielleicht sowas besser machen?
00:02:49: in den USA oder in Deutschland?
00:02:51: Und deshalb freue ich mich extrem auf dieses Gespräch.
00:02:55: Deshalb herzlichen willkommen, Daniel Dunderdie.
00:02:58: Vielen Dank für die Einladung!
00:02:59: Ich bedanke mich dass ich hier sein darf.
00:03:01: wir sitzen hier in einem wunderschönen alten Herrenhaus.
00:03:06: glaube ich ist das in der Nähe von Bonn im Königswinter.
00:03:10: Man sieht es vor allem bei dir am Hintergrund bei mir ein bisschen weniger aber bei dir sieht man auch dieses alte Fachwerk.
00:03:17: Hier wohnst du oder hier wohnen deine Eltern.
00:03:20: Erzähl doch mal, was ist das für eine Umgebung?
00:03:22: Ja genau also bestimmt spezielles Setup irgendwie aber das spricht auch so ein bisschen für uns.
00:03:28: Das war damals unser Corona-Projekt.
00:03:31: Einer hat angefangen Sport zu machen der andere hat sich für Kulinarik interessiert und Brot gebacken und bei uns war es der Erwerb eines alten Gutshofs Bauernhofes alte Scheune alter Stallherrenhaus und ein bisschen Garten drum herum und haben das mit viel Blut, Herz, Schweiß und Tränen gemeinsam als Familie zu einem Mehrgenerationenobjekt restauriert.
00:03:53: Und sitzen jetzt hier im Dachgeschoss des Herrenhauses, da wohnen gerade meine Eltern?
00:03:59: Ja!
00:04:01: Von daher vielleicht hören wir auch demnächst mal was von diesen mehr Generationen, weil hier sind ganz viele Leute im Haus, hier wird eine Hochzeit grad vorbereitet, habe ich unten gesehen und ganz viele Menschen sind da und es ist wuselig... Wir sitzen jetzt am obersten Stock Hier ist es ziemlich warm, das sieht man uns auch an.
00:04:18: Also Klimaanlage gab's früher noch nicht aber
00:04:21: deshalb... Ja genau also ich sag mal wir sind ganz froh wie es geworden ist.
00:04:25: Wir haben uns noch schlimmer vorgestellt aber die Wärme der letzten Wochen ist noch nicht raus.
00:04:30: Die sitzt im
00:04:30: Gebäld im Maastensinn des Wortes.
00:04:34: Daniel erzähl doch mal ein kleines bisschen bevor wir so auf das was du beruflich machst kommen.
00:04:39: wer bist du abgesehen von solchen kleinen Corona-Projekten, wer bist du ganz privat und persönlich?
00:04:46: Was machst du denn, wenn du mal nicht
00:04:47: arbeitest?".
00:04:49: Wobei die mich auch ausmachen.
00:04:50: Die vielen kleinen Projekte kommen vielleicht später noch drauf zu.
00:04:53: Also im Grunde würde ich sagen fast das was wir angestoßen haben schon ganz gut zusammen bin also ich würde sagen in erster Linie ein ganz großer Familienmensch verheiratet auf dem Weg zum zweiten Kind Und wohnen hier, wie gesagt auf dem Wunderschön Markshof mit quasi der gesamten Familie zusammen.
00:05:12: Eltern-Schwiegereltern und Geschwistern.
00:05:15: Und sozusagen der nächsten Generation Neffen und eigenen Kindern.
00:05:21: In meiner Freizeit bin ich noch ein bisschen Unternehmer und sonst interessiere ich mich vor allem für Kulinarik haben wir uns ja schon mal im Vorfeld unterhalten also vom Pizza backen bis zur klassischen Siebträgermaschinen und jetzt in meinem Alter kommt natürlich dann auch noch das Rennrad.
00:05:39: Und der Wunsch zum Triathlon hinzu, ich glaube das vereint mich mit ganz vielen in meinem alter.
00:05:45: Ja und macht Spaß!
00:05:47: Pizzabacken sagst du.
00:05:48: was ist deine Lieblingspizza?
00:05:50: Tatsächlich mittlerweile die ganz klassische Margarita.
00:05:53: Und neapolitanisch oder römisch?
00:05:56: Sag mal so neapolitanisch mit ein bisschen mehr Crunch.
00:06:00: aber ich finde bei dem margarita kommt kommt dann doch, dass das raus wie ein gutes Essen einfach gemacht ist.
00:06:09: Dann ist das eigentlich besser als jedes Sterneres.
00:06:12: Ich bin da der totale Pizza Nerd.
00:06:13: also ich habe in den letzten... Also ich hab auch einen Pizzer offen und ich hab in die letzten vier Jahren mich in dieses Thema reingestürzt wie sonst was und versuchte erstmal diese neapolitanische Pizza zum Meistern weil es gar nicht einfach.
00:06:26: Inzwischen habe ich aber das Gefühl, so ein bisschen mehr Cruncher.
00:06:29: Ja genau!
00:06:31: So ganz sehr politisch ist es mir dann doch zu weich irgendwie.
00:06:33: Ja genauso geht's mir auch wobei tatsächlich ist ja auch Tagesform abhängig wie der Teig dann geht und bei mir war es natürlich so klassisches technisches Spielkind.
00:06:46: Ich wollte natürlich direkt die große Version Pizzaofen bauen Und wie so viele Projekte, die man im Kopf hat ist ja die Frage.
00:06:59: Wie zieht man sie dann durch und nutzt man das nachher?
00:07:01: Und netterweise hat mich meine Frau ein bisschen davon abgehalten.
00:07:05: Dann aber irgendwann gesagt Mensch wir haben hier ein gutes Preis-Leistungsverhältnis in der FAZ was gefunden... ...und das haben wir ausprobiert und nutzen das tatsächlich deutlich häufiger als gedacht.. ..und es natürlich einen Riesenspaß auch für die Kits.
00:07:17: Das
00:07:17: glaube ich ja!
00:07:18: Und Pizza ist auch einfach lecker.
00:07:19: also von daher.
00:07:24: Jetzt haben wir von dir ganz viel schon persönlich gehört.
00:07:27: Jetzt erzähl doch mal ein kleines bisschen, was machst du beruflich?
00:07:31: Wie bist du da hingekommen wo du heute bist?
00:07:34: Wir kommen gleich nochmal ganz intensiv auf das Unternehmen, was ihr da so treibt weil das ist glaube ich relativ komplex.
00:07:40: aber erstmal so ein bisschen deine Karriere.
00:07:43: wie bist du, wie ist dein Werdegang?
00:07:47: Also ich fange immer gerne an, damit zu sagen dass ich ja in Bonn groß geworden bin und war auf einer in Anführungszeichen internationalen Schule also sehr international geprägt weil Bonn damals noch Hauptstadt war.
00:07:58: Wir sind viel im Frankreich Urlaub gewesen.
00:08:00: meine Eltern haben gesagt Mensch wäre doch gut wenn das Kind so ein bisschen frankophil erzogen wird.
00:08:05: und da gibt es in Bonne Schule die wo viele auch Diplomatenpolitiker ihre Kinder hingeschickt haben.
00:08:14: Und das hat mich so ein bisschen geprägt in so'n internationales Umfeld und das wollte ich beibehalten auf dem Weg ins Studium.
00:08:20: Bin dann nach Maastricht gegangen, hab da Medical Sciences studiert auch wieder internationales umfeld.
00:08:25: also man hat sich angefühlt wie Ausland aber man war auch in einer anderthalb Stunden irgendwie wieder zu Hause wenn man Heimweh hatte oder den Sonntagsbraten von Oma nicht verpassen wollte und bin von da dann nach Brüssel gekommen und habe da die Interessen der Pharmaindustrie vertreten, beim Bundesverband der Pharmazeutschen Industrie und Merk, der amerikanischen Merk also MSD.
00:08:54: Und was ich da festgestellt hab ist dass ich diese Schnittstelle zwischen Industrie- und Politik extrem spannend fand.
00:09:02: aber gleichzeitig ist Interessensvertretung viel diplomatischer Prozess, demokratischere Prozess als sich das vielleicht viele vorstellen.
00:09:11: Können wir uns vielleicht noch drüber unterhalten?
00:09:14: Und gleichzeitig bin ich dabei geprägt worden, weil man viel interagiert mit Unternehmern und Eigentümern von Pharmaunternehmen.
00:09:23: Das fand ich extrem spannend!
00:09:24: Ja... Dann hat es mich so ein bisschen auf die operative Seite gezogen.
00:09:27: Bin dann nach Stockholm ins Studium gegangen, ganz Karolinska-Institut, die man vielleicht über die Vergabe der Medizin Nobelpreise kennt.
00:09:36: Total spannendes Umfeld die so ein bisschen gesagt haben Mensch viele, viele Ideen.
00:09:41: aber wie kommerzialisiert man diese Ideen.
00:09:43: Und war damit eigentlich auf dem Track für mich zurück in die Pharmaindustrie und hatte dann verhandelt und mehr oder weniger zugesagten einen Job im der Strategie Abteil einer großen Schweizer Pharma Firma und war eigentlich auf dem Weg dahin.
00:10:03: Und dann hat einer meiner Mitkommunitonen in Stockholm gesagt, Mensch cool aber was hältst denn davon wenn er dich uns anschließt?
00:10:10: Ich will mit drei Jungs eine Firma gründen.
00:10:12: jetzt war der auch Rheinländer kam aus Köln.
00:10:15: wir haben es von Anfang an gut verstanden sind immer noch dicke trotz des gemeinsamen Unternehmensweges und der ein oder anderen Herausforderung die das natürlich so mit sich bringt und hab damals gedacht mensches wäre doch extrem spannend Nicht den Weg direkt in die Corporate Karriere zu gehen, sondern so ein bisschen die Möglichkeit zu nutzen eigene Fußabdrücke zu hinterlassen.
00:10:35: Und haben dann das Abenteuer gestartet mit damals Aquila Biolabs und der ersten Gründung.
00:10:41: Interessant, da will ich gleich nochmal ganz intensiv drauf kommen auch gerade dieses an die Perspektive auf einen sicheren und wahrscheinlich auch sehr gut bezahlten Job in einer Schweizer Firma gegen ich gründe mit ein paar kommunitoren unternehmen.
00:10:55: das ist schon krasst.
00:10:56: dann müssen wir gleich noch mal ganz intensiv darauf kommen.
00:10:59: Ich will nochmal zurück zu diesem thema lobbyismus.
00:11:04: das fand ich gerade interessant wie du erst das sehr umschrieben hast und gesagt hast ich habe die Interessen vertreten der Farmerindustrie aber auch durchaus ja diesen Begriff verwendelt hat.
00:11:14: Ich habe Anfang diesen Jahres die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energien-Wasserwirtschaft hier gehabt, was ja auch ein Lobby-Verband ist.
00:11:21: Ein gigantisch großer Kerstin André und die hat gesagt auf die Frage ob den Lobbyismus okay ist also ich kriege das genau als Zitat gerade spontan nicht wieder gegeben aber sinngemäß hat sie gesagt natürlich vollkommen okay da ist überhaupt nichts Anbrüche gestanden.
00:11:36: Würdest du das unterschreiben?
00:11:38: Würde ich komplett mitgehen.
00:11:41: Also erstmal finde Wenn man selber in der Interessensvertretung ist, natürlich geht man da eine Bubble rein.
00:11:49: Also diese Bubble an der Schnittstelle, Industrie und Politik.
00:11:55: aber es gibt ja ganz viele andere Lobbyverbände die vielleicht zum Beispiel Patienten vertreten oder Diapotheker vertrehen oder die Versicherer vertrehten.
00:12:05: Am Ende habe ich das festgestellt als ein ganz spannendes Umfeld wo extrem viel gestaltet wird und als ein sehr demokratischen Prozess.
00:12:17: Ich hab mich nie so sehr als Europäer gefühlt, wie zu der Zeit in Brüssel.
00:12:21: Und zwar mit allem was das mitgebracht hat auch an kontroversen Diskussionen.
00:12:29: aber ich habe es wirklich festgestellt als den Kern einer Demokratie.
00:12:33: also dass Streiten um Themen und den richtigen Weg Und Einflussnahme kann man natürlich positiv oder negativ sehen.
00:12:41: Ich fand es insofern demokratisch, weil am Ende sind ja auch im Parlament beispielsweise oder auch im Rad und der Kommission nicht immer absolute Experten.
00:12:54: Was mache ich zum Beispiel heute als Unternehmer wenn ich mich bei einem Thema nicht besonders gut auskenne?
00:12:58: Oder mich da einarbeite für einen Zeitraum vier Jahre oder was auch immer die Periode ist in welchem Job bin?
00:13:04: Rat zu holen und zwar von verschiedenen Leuten und verschiedene Perspektiven einzuholen.
00:13:08: Und diese Perspektive zu einem gemeinsamen Nenner-und Bild irgendwie zusammenzubringen, um darauf meine Entscheidung zu fundieren.
00:13:15: Da waren wir ein Rad in dem Fall Interessensvertretung für die Pharmaindustrie aber ein Rad im demokratischen Prozess.
00:13:23: Das habe ich als sehr gesund empfunden und sehr spannend.
00:13:27: Ja absolut!
00:13:31: Es hat ja immer so was Anrückiges irgendwie in Deutschland, aber ich bin auch fest davon überzeugt dieser Begriff der es halt von vielen mit viel zu viele Vorteilen besetzt.
00:13:41: Weil am Ende des Tages wenn man dann zum Beispiel sagt naja auch Greenpeace ist ein Interessensvertrieb das ist auch ein Lobbyverband Beispielsweise oder...
00:13:50: Ja, und der Gründer von Greenpeace würde heute auf Greenpeace ganz anders gucken.
00:13:54: Oder tut es auch?
00:13:56: Das ist ein ganz spannendes Thema.
00:13:58: Aber ja,
00:13:58: habe ich auch erlebt.
00:14:01: Eine meiner ersten Erfahrungen war damals in Paris bei einem Event sehr high-level viel Politik vom König von Belgien über Hillary Clinton die damals Außenministerin war Und da hatte sich dann Greenpeace von der Decke abgeseilt und hat die Veranstaltung versucht zu nutzen, um ihre Botschaften unterzubringen.
00:14:25: Auch das finde ich fein!
00:14:26: Ich denke es ist immer die Frage der Mittel.
00:14:29: Also auch manche Aktionen können eine Form von Gewalt sein ja?
00:14:34: Dann müssen wir immer schauen.
00:14:35: aber wie gesagt ich bin ein großer Freund davon und ich finde das könnte mir noch viel mehr machen in einer Demokratie um den richtigen Weg zu streiten ohne dass das negativ ist, sondern mit sozusagen positiver Anerkennung der anderen Meinung und zu schauen wo kann das eigentlich für mich auch ein Kompass sein.
00:14:54: Interessant!
00:14:54: Können wir mal zu deinem Unternehmen?
00:14:56: Du bist CEO von Scientific Bioprocessing bzw.
00:15:00: ich glaube ganz formal heißt das Unternehmen Scientific Industries.
00:15:03: Genau die Muttergesellschaft ist Scientific Industries aber darunter ist eine Holding-Gestruktur und die vereint das gesamte Bio Prozessgeschäft.
00:15:13: Genau, das ist jetzt die Frage.
00:15:14: Was genau macht ihr eigentlich?
00:15:15: Versuch das mal so zu erklären als ob du sagen wir mal einen äh... ...einen äh.. irgendein aus deiner Familie in zehn Kläster am Tisch sitzen hast den du lange nicht gesehen hat und der nicht weiß was du tust.
00:15:29: Versuch mal auf dieser Ebene mir mal zu erklären, was macht Scientific Bioprocessing?
00:15:36: also Ich versuche mal ganz zu vereinfachen, mal schauen ob es mir gelingt.
00:15:42: Weil das ist immer natürlich eine Herausforderung etwas sehr komplexes Vereinfach darzustellen und Vereinfachungen fühlen ja oft dazu dass man auch nicht ganz schwarz-weiß ist sondern irgendwie Dinge auch so ein bisschen rechts und links verliert.
00:15:58: Aber was ich grundsätzlich stellen wir Sensoren her um Daten zu erheben Und was wir versuchen so ein bißchen zu sein ist ja mal wie das zentrale Nervensystem, was quasi Zellen biologische Organismen überwacht, versteht, interpretiert und in Daten übersetzt.
00:16:18: Damit Wissenschaftler in der ganzen Welt auf Basis dieser Daten schauen können, wie steuern sie ihre Anlagen?
00:16:25: Wie steueren die Prozesse um biologischer Organism dann in wertvolle Produkte umzusetzen?
00:16:32: Also im erweiterten Sinne bewegen wir uns hier im Bereich der Biotechnologie von Pharma über Chemie bis hin zum Nahrungsmarkt, wenn man so will.
00:16:46: Und da haben wir halt eben nicht als Rohstoffe Stahlschrauben was auch immer sondern biologische Organismen und biologischen Organism sind lebende Organism in und um die nutzbar zu machen und zu ingenieren wie wir sagen also so zu verändern, dass sie aus einfachen, wertvolle Substanzen herstellen.
00:17:08: Geht es eben darum, sie konstant zu verstehen und ihnen dann einen Umfeld zu geben in dem Sie wachsen können oder diese Produkte erstellen können?
00:17:15: Und dafür stellen wir Sensorik her die das übersetzt.
00:17:20: Spannend!
00:17:24: So ganz nüchterne Kennzahlen.
00:17:26: schaut, wie viele Mitarbeiter habt ihr?
00:17:28: Wo sitzt ihr?
00:17:29: Das ist ja durchaus nicht ganz einfach bei euch.
00:17:31: Wo ihr sitzt glaube ich...
00:17:32: Genau!
00:17:34: Das ist nicht ganz ganz einfach weil sich es irgendwie immer mal wieder verändert und verschiedene Standorte sind.
00:17:39: Es fällt mir fast schwer sozusagen die Kultur und den Sitz unserer Gesellschaft auf einen Standort festzulegen, weil's demnicht ganz gerecht werden würde.
00:17:51: Wir sind gestartet in Warsweiler bei Aachen Und haben dann veräußert, die Firma zwanzig verkauft in den USA und sind dann zusammengegangen mit der Bioprozesssparte da.
00:18:05: Haben Standorte in Wilmington-Delaware, in New York, in Bassweiler weiterhin was sicherlich unser Forschungs- und Entwicklungsherz ist.
00:18:18: Das ändert sich aber immer mal wieder.
00:18:20: gerade in der heutigen Zeit ist ja auch der Standort da, wo die Mitarbeiter sind.
00:18:25: Die den Wert generieren und das ist natürlich nicht immer nur noch im Büro sondern auch zu Hause und das verteilt sich mittlerweile über fast die ganze Welt vor allem natürlich Zentraleuropa und USA.
00:18:35: Wie viele Leute habt ihr?
00:18:37: Das schwankt ich würde sagen immer mal so zwischen thirty-fünf und sechzig in den letzten Jahren.
00:18:46: Du hast jetzt schon ganz viel gerade so im Vorbeigehen gesagt, ne?
00:18:51: Ihr habt eigentlich in Aachen gegründet und jetzt ist es ein amerikanisches Unternehmen.
00:18:55: Das müssen wir gleich nochmal genauer beleuchten.
00:18:58: Und ich glaube am besten machen wir das indem ihr tatsächlich mal ganz stark eben über dieses Thema Gründen reden wie ihr damals gegrindet habt.
00:19:05: Ein solches Unternehmen auch in diesem Bereich.
00:19:07: und da kommen wir dann eben auf diese ganz große Frage du hattest einen Job angeboten aus der Schweiz und hast es abgelehnt um mit Kommunitonen Start-up zu gründen.
00:19:17: Das ist eine Geschichte, die man selten hört.
00:19:20: Warum?
00:19:21: Also Sicherheit gegen so ein Abenteuer.
00:19:25: was hat dich da bewogen das so zu tun?
00:19:28: also erstmal natürlich das abenteuer fand ich extrem spannend und um es mal weniger pathetisch auszudrücken als dass man das vielleicht ausdrücken könnte am ende ich war Student zu der Zeit.
00:19:42: Und ich hatte keine Familie, ich hatte keinen Kredit an der Backe, kein Haus abzuzahlen... Ich war damals noch nicht verheiratet und meine Eltern haben mich immer noch unterstützt im Studium.
00:19:53: Im Auslandstudium ist ja nicht immer ganz günstig und bin sehr dankbar dafür dass sie mich da unterstützt haben!
00:20:01: Und ich würde es mal herunterbrechen auf zwei Dinge.
00:20:04: am Ende ist das ja sozusagen das was mir im Weg stand für die Gründung war relativ niederschwellig.
00:20:11: Erstens habe ich mir gedacht, wenn nicht jetzt wann dann?
00:20:14: Also eine Firma die mir ein Angebot macht nach dem Studium, warum sollte sie mir kein Angebot machen, wenn ich ein paar Jahre Gründungserfahrung hab und eben wie gesagt, ich fand das Abenteuer eigene Fußstapfen zu hinterlassen oder Fußabtritte zu hinter lassen sehr, sehr spannend Und es ist natürlich total ungewiss und sozusagen einfach so ins kalte Wasser springen.
00:20:38: Und auf der anderen Seite habe ich mir gedacht, das Einzige was mich dann noch hindert ist ein Gespräch mit meinen Eltern.
00:20:43: Die mich natürlich so ein bisschen von der Payroll haben wollten und gedacht haben Mensch jetzt ist er jetzt ist ja jung endlich aus dem Haus und jetzt muss sich mit denen darüber sprechen ob sie bereit wären mich nochmal ein bisschen zu unterstützen oder die Arme zu greifen.
00:20:57: Wir hatten allerdings das Glück dass wir relativ schnell Zu der Zeit auch schon als Ich die Entscheidung drauf und hab der Gründung beizutreten hatten wir eine Unterstützung von der Europäischen Kommission und der Bundesregierung, die uns unterstützt hat auch mit Finanzmitteln und Infrastruktur.
00:21:14: Und das hat die ganze Sache ein bisschen leichter gemacht – auch das Gespräch mit den Eltern.
00:21:19: Das war nicht nur für Jungs mit einer splinen Idee sondern irgendwie hat schon jemand anders drauf geguckt und gesagt Mensch...das ist förderfähig!
00:21:26: Es bin ich trotzdem mal neugierig.
00:21:27: Ich habe ja auch vorhin deine Eltern kurz kennengelernt und ich hab das Gefühl sie können auch sehr direkt sein.
00:21:34: wie war die erste Reaktion?
00:21:37: Also ich glaube, es hätte sie fast überrascht wenn mein Weg weiter so gradlinig verlaufen wäre.
00:21:44: Dafür bin ich einfach zu sehr daran interessiert verschiedene Projekte zu machen und zu sehr.
00:21:52: mittlerweile würde ich's beschreiben als zu unternehmerisch.
00:21:55: damals hätte ich das nicht in Wort fassen können aber Sie fanden das glaube ich extrem spannend auch für sich selber.
00:22:01: dem beizuwohnen was sozusagen Marschrute war, damals weiß ich noch mein Mitgründer Jens und ich saßen dann gemeinsam am Tisch und haben das versucht so ein bisschen rüberzubringen.
00:22:13: Und ich erinnere mich dass meine Mutter dann gesagt hat ja aber müsste schauen.
00:22:17: und wir haben dann entgegnet naja... Wir wären dafür auch bereit die nächsten anderthalb Jahre auf Jahrtoast und Käse umzuschwänken und weg von den kulinarischen Höhenflügen.
00:22:31: Das wird mir manchmal noch vorgehalten, dass es das dann doch nicht geworden ist.
00:22:36: Aber ja also ich sag mal so sehr wir haben von Anfang an super viel Unterstützung bekommen.
00:22:40: Ich glaube auch die fanden das extrem spannend.
00:22:43: den Weg den wir da gegangen sind Unternehmertum Damals war ja oder Start-up TUM Wenn du so willst war damals sicher noch nicht ganz so verbreitet wie das heute ist Und glaub aber sie konnten dem ganz gut folgen dass ich sage ich versuch das Mal
00:23:00: Ich kann mir das lebhaft vorstellen.
00:23:02: umso mehr Respekt, dass ihr es durchgezogen habt.
00:23:07: Wenn du jetzt gesagt hast, was war denn die Idee?
00:23:11: Was war so diese Keimzelle des Ganzen?
00:23:13: Was ist eure Idee mit der ihr gegründet habt?
00:23:15: Weil ihr seid ja wahrscheinlich nicht einfach nur her gegangen und habt gesagt wir wollen irgendwas gründen und jetzt setzt uns mal an den Tisch und überlegt lange was können wir denn tun?
00:23:22: tatsächlich ein bisschen schon da war ich aber noch nicht involviert.
00:23:24: also das ganze startete ja Ein bisschen früher, weil ich hab drei Mitgründer und die drei waren sich ja schon länger einig, dass sie gründen wollten.
00:23:31: Ich bin dann irgendwann hinzugezogen worden... Da waren die schon halb bis dreiviertel Jahr dran!
00:23:39: Und entstanden ist das Ganze in Aachen zwischen meinen Mitgrünern Conrad und David, die schon während des Studiums sehr viel gearbeitet haben nebenher, ein bisschen weniger an der Vorlegensucht verbracht haben, ein wenig mehr im Labor und die gesagt haben Mensch wir wollen eigentlich selbstständig sein und irgendwas entwickeln.
00:23:58: So ein bisschen, ich beschreibe das immer und das meine ich überhaupt nicht dispektierlich so Daniel Düsentrieb mäßig.
00:24:05: Und haben sich tatsächlich verschiedene Ideen durch den Kopf gehen lassen die im Labor zu einer Verbesserung beitragen würden und haben sich davon eine rausgesucht, die umsetzbar war mit den eigenen Mitteln auch ersten eigenen Investitionsmöglichkeiten Und haben das verfolgt.
00:24:23: und dann bin ich ja irgendwann mit reingekommen, wir haben gemeinsam das ein bisschen weiterentwickelt.
00:24:27: Unsere Idee damals war wenn man sich so einen durchschnittlichen Bioprozess anguckt, dann dauert der relativ lange in der Entwicklung.
00:24:35: also man geht ungefähr davon aus roundabout tausend Prozess Schritte, Entwicklungsschritte über so'n durchsinnlicher Bioprozess... ...und verschiedene Daten sagen unterschiedliches.
00:24:47: aber ich fasse das immer zusammen auf ca.
00:24:50: drei Jahre Und circa drei Millionen Dollar, die das kostet.
00:24:54: Aber wir haben eine hohe, hohe Fehlerrate und es liegt einfach daran dass es sehr schwierig ist biologische Organismen zu verstehen und Experimente und Systeme die man dafür nutzt wurden ja nicht ursprünglich mal für die Biologie und deren Überwachung und Entwicklung entwickelt sondern meistens aus anderen Branchen.
00:25:10: Das macht das Ganze sehr teuer.
00:25:11: und wir haben überlegt wenn man vor allem in der frühen Phase der Bio-Prozessentwicklung Heutzutage noch oft manuell ablaufende oder unüberwachtablaufende Prozesse.
00:25:21: Mit Sensorik bestückt und diese Sensorika dann automatisiert Echtzeitdaten erfasst, dass wir damit in der Lage wären, Prozeste zu modellieren und schon bevor mein sozusagen dieses klassische Trial and Error im Labor macht quasi eine Richtung vorzugeben zu sagen Mensch so ein bisschen wie so Navigationssystem sage ich immer.
00:25:39: So ein bisschen vorherzugeben mensch da erwartet dich irgendwie Roadblock guckt doch, dass du jetzt schon mal anders fährst.
00:25:48: Und was wir dann festgestellt haben als wir das entwickelt hatten, als Proof of Concept und ersten Kunden gezeigt hatten, dass das ein zu weiterer Schritt für die war?
00:25:57: Also man muss sich vorstellen unüberwachter oder manual überwacht der Prozess.
00:26:00: und wir sagen jetzt... Wir können dir das Ganze vorher sagen und modellieren und dann kann man bisschen die Rückmeldung, Mensch gibt uns noch einfach den Sensor, der uns einfach das, was wir manuell machen erst mal automatisiert ermöglicht.
00:26:11: und da sind wir dann umgeschwähnt und haben damit gestartet.
00:26:14: Und das war dann erstmal die Kerne Idee, Sensorik zur Automatisierung von heutzutage manuell oder ohne überwacht ablaufenden Prozessen.
00:26:23: Ich muss noch einmal nachhaken also ich gab es tatsächlich keine Sensoren in dieser Form die sowas schon leisten konnten?
00:26:29: Oder nur viel größere?
00:26:31: oder wie kann man sich das genau vorstellen?
00:26:36: Natürlich gibt es immer Ansätze im Markt, sogenannten Wettbewerb.
00:26:40: Der war jetzt bei uns immer relativ begrenzt.
00:26:42: also wir gehören auch heute noch sicherlich zu nur ein zwei Handvoll von Firmen die das weltweit machen.
00:26:50: aber natürlich gab's irgendwelche Alternativ-Technologien die wir aus unserer subjektiven Betrachtung als nicht ausreichend gut empfanden und gleichzeitig war dann oft für die meisten Leute der Weg eben in teurere Systeme zu geben.
00:27:06: Und wir haben halt gesagt, wenn du, ich spreche noch heute immer davon, wenn Du Biotechnologie mit all den spannenden Möglichkeiten und ja Promises irgendwie mal umsetzen willst dass sie tatsächliche Chance haben auch heutzutage traditionelle Methoden zu ersetzen und dazu wettbewerbsfähig zu sein da müssen wir günstiger werden und wir müssen das ganze demokratisieren darf keinen.
00:27:31: Es darf nicht so sein, dass man PHD braucht um ein System zu bedienen.
00:27:34: Um dann irgendwie ein Produkt herzustellen.
00:27:36: Das macht das Ganze einfach sehr teuer und wir wollten es günstiger machen Und das war unser Ansatz.
00:27:41: Wie waren denn die nächsten Schritte?
00:27:44: Also du hast ja schon vorhin gesagt ihr seid in den USA gekauft worden.
00:27:49: Das war im Jahr zwanzig.
00:27:50: Wenn ich jetzt aus dem Jahr zwei tausend vierzehn gegründet habe da liegen sieben Jahre dazwischen.
00:27:54: was ist alles passiert mit diesem Unternehmen Aquila Biolibs?
00:27:59: Was, wie weit seid ihr gekommen?
00:28:01: Also wenn ich es ganz kurz versuche zusammenzufassen.
00:28:06: Wir haben im Jahr zwei Tausend dreizehn und zwei tausend vierzehnt losgelegt, gegründet.
00:28:10: Ungefähr ein Jahr später verstanden das dann erfolgreich umgesetzt dass wir das nicht mit eigenen Finanzmitteln schaffen sondern Investoren brauchen.
00:28:20: Haben also eine klassische Venture Capital Finanzierung gemacht in Deutschland mit institutionell investoren und business angels die uns auch heute noch unterstützen.
00:28:32: Und dann damit die Produkte ersten Produkte fertiggestellt in den markt gebracht angefangen zu verkaufen zu skalieren, zu internationalisieren.
00:28:42: natürlich brauchst du ein weiteres geld auf dem weg und irgendwann stehst du vor der frage was machst du?
00:28:47: Machste das alleine weiter oder beschleunigst Du über den Verkauf oder dass zusammengehen mit jemand anderem?
00:28:54: In unserem fall haben wir uns entschieden, die Firma zu verkaufen in den USA.
00:28:58: Aber auch nicht vielleicht typisch wie das viele machen, verkaufen kurze Integration und dann raus sondern wir fanden es ganz spannend zusammenzugehen mit dem Portfolio eines Laborgeräteherstellers, die da auf einem Feld schon weiter waren was wir erst hätten entwickeln müssen.
00:29:14: und so der klassische Gedanke von eins plus eins gleich drei.
00:29:18: und das haben wir dann zwei einzwanzig gemacht.
00:29:20: also die Firma verkauft dann die Portfolios zusammengebracht Wobei kommen vielleicht später noch zu, dass das jetzt bei uns nicht ganz gradlinisch war und sind seitdem gemeinsam unterwegs.
00:29:32: Und heute bist du letztlich kann man doch sehr verkürzt ausdrücken der CEO oder Firma die euch gekauft hat?
00:29:41: Ja genau, das könnte man so ausdrücken.
00:29:44: aber ich hatte eben schon angedeutet es war nicht ganz gradelinig und ich versuch das immer ein bisschen zu sagen.
00:29:50: am Ende wir haben verkauft sind mit den Amerikanern zusammengegangen, haben festgestellt dass unser Produktportfolio deutlich weiter ist als das der amerikanischen Käufer und auch deutlich zukunftsfähiger.
00:30:11: Und haben dann entschieden anstatt sozusagen einfach das zusammenzuführen neu zu investieren viel hier in den Standort in Deutschland den zu stärken eine neue Produktplattform zu entwickeln, neue Sensorik-Plattformen die auch in den nächsten Jahren sehr zukunftsfähig sein wird und das Potenzial hat diesen Markt ordentlich noch voranzubringen.
00:30:32: Und dazu beizutragen dass wir die Biotechnologie und die Bioprozesstechnik wettbewerbsfähiger machen.
00:30:40: Ich sage immer ich bin in dessen Folge weil sozusagen unser Portfolio Kerntechnologie war bin ich in der Folge dann einfach das Gesicht dieser gemeinsamen Geschichte geworden, die wir jetzt schreiben.
00:30:53: Was ist
00:30:53: so der typische Kunde denn bei euch?
00:30:56: Witzigerweise mittlerweile sehr, sehr ... würde ich sagen.
00:31:01: Querschnitt durch die gesamte Branche also von den innovativen Start-ups aus den USA, die Burger Patties vegane oder fleischlose Burger Pattys herstellen auf Basis vom Mikroorganismen über verschiedene Unis und Research Organisationen bis hin zu großen Blutships, Dachskonzernen.
00:31:24: Von der Größe und von den Industrien sehr divers, also vom Nauungsmittelindustrie bis zu Autobahnen.
00:31:37: diesen Wechsel vom deutschen Start-up mit ein paar Studenten hin zu einer amerikanischen Gesellschaft, wo du jetzt CEO bist.
00:31:46: Ich kann mir vorstellen das ist doch ein radikal anderes Arbeiten es.
00:31:52: Wahrscheinlich Entscheidungen unter ein paar Gründern die noch gerade aus der Uni kommen funktionieren wahrscheinlich völlig anders als sie jetzt.
00:32:00: wie würdest du so den Wechsel und auch die Veränderung da beschreiben?
00:32:06: Ja, also ich würde sagen es hat sich glaube ich weiß ein amerikanisches Unternehmen ist und das sehr sehr Agil funktioniert.
00:32:13: Und auch Amerikaner natürlich extrem mutig sind im Verhältnis zu vielem was wir vielleicht aus unserer Kultur kennen.
00:32:22: Würde ich sagen hat sich weniger verändert als ich gedacht habe aber natürlich schon massiv.
00:32:25: Also wenn du einen Gründerteam bist Ich sage immer so bisschen dispektierlich vier Jungs mit einer Splenien Idee dann ist die Abstimmung natürlich im Minutentakt.
00:32:36: Also ich meine, wir haben losgelegt in einem Raum von zehn Quadratmetern und da haben wir Businessplan geschrieben, drei D-Drucker irgendwelche Prototypen gedruckt und irgendwie nebenher erste Dinge zusammengeschraubt.
00:32:52: Und jetzt sind wir halt eine Organisation über mehrere Länder hinweg, mehrere Standorte mit Abstimmung zu einer Muttergesellschaft, zu einem Board of Directors Ja, auch in Abstimmung mit Investoren und Shareholders.
00:33:07: Wir sind in den USA einfach die Muttergesellschaft ist eine Public Company.
00:33:12: also das ist natürlich dann einfach andere Gegebenheiten Und ich würde sagen wir schaffen dass uns sehr gut und eng abzustimmen.
00:33:19: aber ehrlicherweise kommt natürlich Regulatorik Politik Mit rein und eben vor allem viel Kommunikation und Abstimmungsbedarf weil ich natürlich nicht mehr nur mit vier Leuten mich abstimme und vielleicht eine Organisation, wo es früher beim Mittagessen schnell mal das ein oder andere geklärt werden konnte.
00:33:40: Sondern eben jetzt auch Versuche wie du es eben gesagt hast, auch vielleicht Leuten etwas zu erklären und sie mitzunehmen auf dem Weg die vielleicht von Biotechnologie genauso wenig verstehen wie ich bevor ich damit losgelegt habe.
00:33:53: Und dass ist natürlich einfach eine andere Nummer und dauert einfach ein bisschen länger.
00:33:58: Da hat einfach mehr Abstimmungsbedarf.
00:34:00: Ja,
00:34:01: das kann ich mir gut vorstellen!
00:34:03: Ich würde bevor wir gleich tatsächlich nochmal auf das Thema Biotec und auch den Wirtschaftsstandort und solche Gefragen auch vielleicht die Unterschiede USA Deutschland kommen dieses Thema gründen.
00:34:13: da habt ihr jetzt ja durchaus Erfahrung und erfolgreich offenbar Erfahrung gesammelt und für gerade viele junge Menschen ist es ja etwas was glaube eine Herausforderung ist, die sich häufig nicht zutrauen oder vor der sie Angst haben.
00:34:33: Was würdest du jemanden raten, der vielleicht in der gleichen Situation ist wie du damals?
00:34:38: Aber vielleicht nicht diesen Mut hat aber noch am Überlegenes aber gründen soll
00:34:42: machen
00:34:43: machen
00:34:44: also relativ einfach.
00:34:46: ich finde das sage ich jedem dass es der nervenaufreibendste weg wahrscheinlich den man gehen kann Aber auch der Lehrreichste.
00:34:56: Und es vergeht eigentlich keinen Tag, an dem es nicht extrem Spaß macht was eigenes zu gestalten.
00:35:02: Ich glaube natürlich ist das nicht für jeden.
00:35:03: Ja ich glaub wenn jeder versuchen würde zu unternehmen würde unsere Welt auch nicht funktionieren.
00:35:08: aber... Das braucht ja auch nicht
00:35:09: arbeiten.
00:35:10: da also
00:35:10: richtig!
00:35:11: Aber jeder der überlegt das zu tun er ist schon nah dran und dem sage ich machen.
00:35:18: Könnte man es auch so ausrücken dass wenn man jetzt so große finanzielle Fehler macht, dass man da komplett überschuldet rausgeht.
00:35:25: Das passiert ja leider auch manchen, wenn man den Fall jetzt mal rausnimmt.
00:35:29: Selbst wenn es schief geht, das man trotzdem davon profitiert?
00:35:32: Würde ich schon sagen also... Ich glaube Wenn man mal so wirklich versucht Raus zu zoomen Wofür Investitionen im Leben richtig viel Sinn machen Dann dann vergisst man ja manchmal die besten Investition in einen selber sind.
00:35:49: und ich würde sagen dass du in einem Jahr Unternehmertum wahrscheinlich mehr lernst, als in fünf Jahren Studium und vielleicht auch in fünf jahren Corporate da sein.
00:36:01: Das kann ich aber natürlich nur... Also das ist meine subjektive Meinung!
00:36:05: Ich habe ja relativ wenig in einem angestellten Verhältnis gearbeitet.
00:36:08: deswegen kann ich immer nur bewerten was ich mitgenommen hab und ich habe enorm viel gelernt und nicht den Eindruck, dass mir das geschadet hätte selbst wenn es nicht erfolgreich gewesen wäre.
00:36:18: und da muss man auch ehrlich sein Erfolg und Misserfolg liegt in Gründertum viel, viel näher beieinander als das erfolgreiche Geschichten manchmal erscheinen lassen.
00:36:30: Das ist definitiv so.
00:36:31: Ich glaube häufig gehört da ganz, ganz viel Glück dazu natürlich auch können.
00:36:36: Es ist klar eine gute Idee aber du hast mal geschrieben euch gelesen dass Gründer eine Mischung aus einer Evität und Überheblichkeit brauchen.
00:36:46: Ja oder
00:36:47: zwei andere Faktoren?
00:36:50: Das klingt schon hart, finde ich.
00:36:51: Naivität und Überheblichkeit?
00:36:53: Ja vielleicht... das Wort überheblichkeit ist natürlich ein hartes aber was sich damit meine ist um sozusagen sich zuzutrauen vor allem wenn man im Kulturkreis wie unserem groß wird sich zu zutrauen einen möglicherweise sicheren Job an sicheres Angestellten Verhältnis oder auch mit In der Situation, wo ich Rechnung bezahlen muss erst mal zu sagen ne.
00:37:20: Ich verzichte da jetzt drauf weil ich an etwas größeres ganzes glaube dass sich etwas gestalten kann.
00:37:27: Dann braucht es natürlich Mut und um mutig zu sein auch Dinge zu tun die man also mit ungewissem Ausgang und wo man ehrlich sein muss.
00:37:36: fast nichts davon kann.
00:37:37: nicht wenn ich loslege.
00:37:38: Ich muss mir das ja alles anlernen.
00:37:39: Ich hatte vorher keine Ahnung von Patenten und Businessplan schreiben und Finanzplanungen entwickeln und Controlling.
00:37:46: Ihr gut technologische Entwicklungen haben zum Glück meine Mitgründer gemacht, aber das kann ich ja alles nicht wenn ich da loslege.
00:37:55: Und ich glaube, dass fällt einem einfacher, wenn man Optimist ist und so dieses klassische reine Schildert-Hetner immer Jodyange mitbringt und wenn man davon überzeugt ist, dass man das selber anpacken kann und umsetzen kann.
00:38:12: Das mein ich damit!
00:38:16: Jetzt hast du selber gesagt, die Ideen, die ihr am Anfang hattet waren andere als das was dann gekommen ist.
00:38:24: Ich glaube dass es auch noch so ein Faktor den ganz vielen nicht auf dem Schirm haben, dass man ich sage mal eine gewisse Grundflexibilität braucht.
00:38:34: Die erste Idee etwas zu gründen ist wahrscheinlich bei den allerwenigsten nur das was am Ende der Erfolg hat.
00:38:42: Ja ganz sicher!
00:38:44: Gleichzeitig ist es natürlich auch so, dass man trotzdem eine gewisse Sensibilität dafür braucht.
00:38:50: Ob vielleicht der Weg grundsätzlich falsch ist und auch die Idee einfach tot ist?
00:38:54: Was würdest du einen jungen frischen Gründer raten?
00:38:58: wie kann er erkennen?
00:39:00: Ist er noch auf einem Weg den er einfach nur verändern muss oder ist das vielleicht doch tot?
00:39:04: Ja, das ist natürlich super schwierig einzuschätzen und ich würde sagen dass so eine der ganz großen Fragen und Themen der Business Strategy.
00:39:14: Also dieses klassische Pivot versus Preserve.
00:39:17: also mache ich eigentlich weiter gibt ja dieses schöne Bild des lahmenden Pferdes und wird es wieder gesund wenn nicht nur lang genug reite und es pflege?
00:39:27: oder ist das Pferd eigentlich tot?
00:39:30: Oder scheint tot?
00:39:30: und ich definiere einfach immer wieder Neu, was ist denn eigentlich Scheintod?
00:39:35: Also das ist ganz, ganz schwierig.
00:39:37: Ich glaube, was wir immer wieder versuchen zu unterscheiden, ist wenn wir irgendwelche Datenpunkte haben... Keine Ahnung, wir entwickeln neuen Prototypen, wir gehen ihn raus und Kunden reagieren da drauf.
00:39:51: Was davon ist eigentlich eine Symptombeschreibung von etwas und was es nur Ursache, die uns dann dazu bewegt zu sagen Jetzt sollten wir hier irgendwie einen Wechsel vornehmen, eine Strategie an Passung vornehmen.
00:40:06: Oder das ist etwas was uns auf dem Weg einfach hilft besser zu werden.
00:40:10: Ja so Dyson ist ja zum Beispiel berühmt dafür zu sagen ich habe irgendwie fünf tausend Prototypen gebraucht.
00:40:16: jeder ist ein bisschen besser geworden.
00:40:17: aber der fünftausend einhundert siebenundzwanzigste oder was es genau war Der war dann der Erfolg.
00:40:22: und was das natürlich einfach beschreibt ist dass Das Unternehmertum natürlich alles andere als gradlinisch ist.
00:40:29: Und auch wenn es von außen manchmal so aussieht, ja das ist nicht die erste Idee, die erfolgreich wird sondern wahrscheinlich die tausendste Anpassung.
00:40:37: Ja und dazu muss man glaube ich bereit sein und ich beschreibe das immer als somit das wichtigste Kriterium.
00:40:43: du hast gesagt Flexibilität.
00:40:44: Man könnte es auch also Resilienz beschreiben.
00:40:47: Also immer wieder bereit sein zu lernen anzupassen und nicht sozusagen Zu sehr davon überzeugt zu sein, dass die Ursprungsidee sein muss mit der ich erfolgreich sein muss.
00:41:00: Ich glaube die Richtung muss passen und alles andere kann verändert werden.
00:41:05: Und wenn man das irgendwie schafft im Alltag für sich als Kompass zu etablieren, zu sagen okay wo lerne ich denn eigentlich dazu was macht die Firma und dann das Produkt besser?
00:41:17: Wo gibt mir den Datenpunkt aber eigentlich vor... Das Produkt ist es nicht oder die Richtung ist das nicht.
00:41:23: Oder da laufe ich eine Sackgasse, wenn ich das schaffe regelmäßig gut zu unterscheiden dann bin schon Schritt weiter.
00:41:31: Wir haben ja häufig so ein super einfaches Bild finde Ich von von von Gründen und auch von Startups sind.
00:41:36: Es wird hier auch von von vielen Medien eigentlich befeuert.
00:41:39: Ich weiß nicht, ob du mal so Formate wie die Hürde der Löwen geschaut hast oder so.
00:41:43: Ja wenig aber ja... Aber
00:41:45: also da kommen immer Leute, die haben eine sehr, sehr simple und auch meistens schon sehr enge Idee von etwas oder ein Produkt, das sind ja schon bestehende Companies Und ich hab immer den Eindruck, wenn ich mir so was anschaue.
00:42:01: Da ist ganz wenig Raum für eine weitere Entwicklung, sondern das ist ein Produkt und darum soll dann ne ganze Riesenfirma gestrickt werden.
00:42:10: Das kann vielleicht manchmal funktionieren mit irgendwelchen Nahrungsergänzungsmitteln.
00:42:17: Es hat ja von der Weile mal sehr gut funktioniert hier mit Moa und so aber... ...das ist nicht der Alltag!
00:42:23: Also euer Produkt oder eure Idee damals war ja schonmal so komplex dass man damit niemals hätte gehen können in die Höhle der Löwen.
00:42:32: Also es wäre ja nicht mehr fernsehtauglich gewesen.
00:42:34: so und dieses Bild, ich glaube davon auf der einen Seite ist, glaube ich solche Formate finde ich die schon cool weil sie das Thema wieder, ne?
00:42:42: Dass man sich Gedanken machen kann, dass man was gründen kann, das man etwas schaffen kann und gleichzeitig vereinfachen die das zu sehr und geben den Eindruck, dass Gründen immer nur... Ich habe jetzt irgendwie ein ganz konkretes Produkt Und genau das mache jemand, wenn es dann nicht funktioniert und er hört auf.
00:42:59: Ja!
00:43:00: Das ist natürlich nicht die Realität weil es funktioniert ja rein statistisch fast nie.
00:43:06: Man muss eben gucken wie man sich anpasst und das Produkt anfasst.
00:43:14: Weil du die Höhle der Löwen ansprichst... Was ich finde was das total toll macht und beiträgt ist zu zeigen wie faszinierend Gründertum ist?
00:43:23: Weil es vielen Leuten Mut macht das auszuprobieren Und das tut natürlich einem Standort wie Deutschland, dem Wettbewerbsstandort gut.
00:43:34: Aber klar ist vereinfacht.
00:43:35: und jetzt kenne ich natürlich viele Companies die sozusagen auf den Weg zu der Hülle der Löwen sind und wie das halt bei so Fernsehshows ist.
00:43:46: Da pitche ich heute und die Ausstrahlung in, weiß ich nicht, zwölf Monaten.
00:43:50: Da bin ich ja sowieso schon eine andere Firma.
00:43:52: Also die Frage ist immer, wann ist die Höhle der Löwen Marketing Tool und wann ist sie tatsächliches Finanzierungsinstrument?
00:43:59: Aber grundsätzlich ist es natürlich so wenn eine Firma Geld sucht, Adventure Capital also Abenteuer-Geld Unterstützung für das Abenteuern dann muss sie natürlich immer ihre Gesamtes Dasein in eine kurze Geschichte verpacken.
00:44:18: Und diese Geschichte muss überzeugend sein für jemanden, der sagt ich gebe mein Geld um das zu unterstützen und dieser Reise zu unterstützen.
00:44:25: Und nicht eine der anderen tausend Geschichten die mir jeden Tag präsentiert wird.
00:44:29: Das heißt Ich muss natürlich gucken dass ich das schaffe das an dem zudem Zeitpunkt so in eine überzeugende Geschichte zu verpacken Dass sie dann auch einfach wirkt und dass ein Investor innerhalb von fünf Minuten Nicht total confus ist, was mache ich denn?
00:44:44: Sondern dass er innerhalb von fünf Minuten versteht.
00:44:46: Okay, ich mach die Schublade rein auf da packe ich das rein Da passt das rein!
00:44:51: Da kann ich das Team mit denen und den Kontakten unterstützen Und da kann ich beitragen oder eben nicht.
00:44:57: Aber Gründertum insgesamt ist natürlich viel viel viel schichtiger und weniger gradlinig.
00:45:03: Also ich sag immer von außen betrachtet... Wir vergleichen das bei uns immer so.
00:45:07: Von Außen Betrachtet wirkt Gründertum oft, weil es so dargestellt wird wie ein Boxkampf wo ich mehr oder weniger untrainiert reingehe und nach zwei Runden habe ich mit KO gewonnen.
00:45:18: Und realistisch ist es so du liegst eigentlich in jeder Runde auf den Brettern kämpfst ums wieder aufstehen und wenn dir Glück hast verletzt dich entweder der andere oder du gewinnst knapp nach Punkten.
00:45:32: Das ist aber natürlich etwas was weniger medienfähig ist als die Erfolgsgeschichten.
00:45:38: Wir reden natürlich viel, viel weniger über die... ...die nicht erfolgreich sind und was man daraus lernen kann,... ...als über die Erfallsgeschichten ist aber auch eine kulturelle Sache.
00:45:46: in Amerika ist es ja oft so.
00:45:49: Eine nicht-erfolgreiche Gründung ist eigentlich die beste Voraussetzung,... ...das nächste Thema anzugehen und dann auch wieder Unterstützung zu
00:45:56: bekommen.".
00:45:56: Ich glaube das ist
00:45:57: auch der oder wenigstens einer der mit Abstand größten Unterschiede zwischen den USA und Deutschland,... nicht nur eine riesige Angst vor dem Scheitern haben, sondern wenn dann Leute scheitern auch die typisch deutsche Schadenfreude.
00:46:13: Dann losgeht und dann kommen sie alle aus den Löchern und so ein Helmisch und sagen ja war doch klar dass das nicht funktioniert und gefühlt jemand der dann einmal gescheitert ist es auch verbrannt.
00:46:24: also ich glaube das ist einer der größten Punkte an denen wir auch irgendwie arbeiten müssen.
00:46:28: aber ich befürchte das hier allein kulturell nicht schaffen oder wie siehst du das?
00:46:31: Ja ich meine die Kultur prägt mich natürlich Ja, also und ich würde sagen es ist natürlich auch schon ein Skill von Gründern den man sich aneignen muss auch Misserfolge als Erfolge darzustellen.
00:46:44: Ich glaube dass das grundsätzlich natürlich schon auch über jegliche Kultur und die Betrachtung von Unternehmertum so ist und gilt.
00:46:55: Also in Amerika zählt natürlich die Geschichte die du erzählst aber du kannst eben Misserfolg eines formenden weges erzählen dass sich dann sozusagen für den erfolg vorbereitet.
00:47:07: und ich glaube insgesamt tun wir gut daran, wenn wir weniger über andere urteilen vor allem die die etwas wagen.
00:47:16: Und ich sag ja immer ich finde jeder kann stolz auf sich sein Wenn er versucht hat was zu verändern zum positiven und damit nicht erfolgreich war, dann hat die person natürlich eine Menge gelernt und B eben versucht irgendwie auch gesellschaftlich was beizutragen.
00:47:32: Aber ist die Realität?
00:47:33: Die Realität ist das, ich glaube wir haben in der Vorbesprechung mal drüber gesprochen, irgendwie neun von zehn Gründungen sicher scheitern... Ja!
00:47:44: Und wie gesagt hat eine Menge damit zu tun.
00:47:50: Was tust du auf dem Weg?
00:47:52: Wie resilient bist du?
00:47:54: Was bringt dein Team für Fähigkeiten und ein Produkt oder eine Idee für Fächigkeiten mit sich, aber eben auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.
00:48:03: Den richtigen, den richtigen Zeitpunkt im Markt zu erwischen?
00:48:07: und genau hat einfach viel mit mit mit auch ja zur richtigem Zeit am Richtigen Ort sein zu tun.
00:48:14: Richtige Orte ist ein gutes Stichwort finde ich.
00:48:17: wenn wir mal über letztlich den Wirtschaftsstandort Deutschland sprechen da kann er schon zum Thema Gründen finde ich extrem viel sagen.
00:48:24: du hast wohin So ein bisschen gesagt, die Höhle der Löwen ist auch letztlich ein Instrument.
00:48:30: Kann Instrument für Marketing sein?
00:48:32: Kann ein Instruments sein um Investoren zu gewinnen Geld zu bekommen.
00:48:37: Abenteuergeld diese wunderschöne Übersetzung.
00:48:40: und ich habe so das Gefühl dass es ja einer der großen wirklich auch strukturellen Probleme der deutschen Wirtschaftslandschaft das Gründer des Startups eben hier nicht so einfach an Geld rankommen wie das vielleicht in den USA ist.
00:48:53: oder täuscht dieser Eindruck?
00:48:56: Also ich würde sagen, die guten Ideen bekommen werden immer eine Finanzierung bekommen.
00:49:00: Das ist schon so... Ich finde gute Ideen ein gutes Gründerteam wird in den meisten Fällen wahrscheinlich in der heutigen Zeit in Zentraleuropa vielleicht nicht immer nur in Deutschland aber wir haben ja Wir leben hier wirklich in einer Struktur Die es uns auch ermöglicht mal rechts und links über die Grenzen zu fahren und würde ich behaupten haben immer eine gute Chance, irgendwie finanziert zu werden.
00:49:29: Ich finde was die USA und Deutschland grundsätzlich unterscheidet ist.
00:49:36: in Amerika ist es ja am ersten so dass auch Investoren immer eher fragen wie groß kann das werden wenn alles richtig läuft?
00:49:48: Wenn alle Puzzleteile zusammenkommen how big can it get?
00:49:52: Und wir überlegen ganz oft, und das ist auch oft so in den Gesprächen mit Investoren früher war es noch extremer.
00:50:00: Da sind die Diskussionen viel problemorientierter und weniger lösungsorientiert.
00:50:05: also wenn das und das schief geht was bedeutet das denn dann eigentlich für potenziellen Verlust des Geldes?
00:50:14: Das sind zwei Betrachtungen der selben Realität Und wozu führt das?
00:50:21: Ich erlebe in den USA, dass ganz oft auch wenn Investor nicht zwingt die Idee durchdringt.
00:50:27: Aber die Story spannend findet und das Potenzial spannend findet.
00:50:31: Dass er bereit ist, das zu finanzieren – und das macht der aber hochparallel!
00:50:36: In Deutschland ist es eher so der Ansatz, wir versuchen durch sehr analytische Betrachtung uns die rauszupicken, die zu den zehn Prozent und nicht zu den neunzig Prozent.
00:50:47: Dazu gehören.
00:50:48: das führt in meinen Augen dazu, dass deutlich weniger Startups in Europa und Deutschland die Chance bekommen.
00:50:54: Weil sie es vielleicht nicht entsprechend rüberbringen oder weil Sie mit den falschen Leuten sprechen?
00:51:00: Und in USA ist es eben so, dass vielleicht auch viele die Chance haben, die sie gar nicht hätten bekommen sollen.
00:51:07: Aber dafür auch welche, die Sie auf jeden Fall bekommen müssen und die Sie vielleicht in anderen Ländern nicht bekommen.
00:51:13: Dadurch entstehen dann Geschäftsmodelle, die nicht absehbar oder nicht planbar erfolgreich waren und das gefällt mir grundsätzlich sehr gut.
00:51:23: Jetzt hast du inzwischen ja seit Jahrzehntausendundzwanzig unglaublich viel Erfahrung gesammelt gerade, ich sag mal, in der transatlantischen Arbeit.
00:51:31: so also du bist mal in den USA, mal in Deutschland, arbeitest mit deutschen Mitarbeitenden hier in Deutschland?
00:51:40: Mit welchen in den USA?
00:51:42: Hast Investoren hier, hast Investoren dort... Was hast du in dieser Zeit, würdest du sagen am meisten gelernt?
00:51:49: Was vielleicht für andere auch ein wichtiges Learning eigentlich wäre.
00:51:55: Das ist eine gute Frage.
00:51:58: Also wie gesagt was ich eben angedeutet habe das ist sicherlich gültig.
00:52:02: Ich würde sagen dass die amerikanische Kultur viel mehr Lösungsorientiert und die hiesige Kultur vielmehr problemorientiert ist Und das hat sowohl natürlich Positives, aber auch herausforderndes.
00:52:21: Also es ist ja schon so dass wenn in den USA jetzt speziell wenn wir mit Investoren sprechen die Geschichte wichtiger ist als sozusagen die technische Tiefe dann entsteht Unschärfe und Unschärke kann natürlich auch zu ganz komplett falschen Erwartungen führen und gleichzeitig finde ich wenn wir in Deutschland sind ist es manchmal schwierig sozusagen gemeinsam mutig zu sein.
00:52:46: Aber wenn man das schafft, dann hat das oft eine ganz andere Substanz.
00:52:51: Deswegen sage ich immer, ich finde, wenn man es schafft da eine Transmission hinzubekommen und da einen gemeinsamen Nenner zu finden aus dem amerikanischen unternehmerischem Mut und dem wir schaffen das schon und können irgendwie gemeinsam Hürden überwinden der deutschen Substanz, dann ist das schon fast unschlagbar.
00:53:10: mein amerikanischer Chairman of the Board sagt immer, wenn man zusammenbringt die amerikanische Can Do Attitude mit der deutschen We Really can do it attitude.
00:53:20: Dann werden wir sozusagen gemeinsam unschlagbar und deswegen bin ich immer noch blühender Transatlantiker.
00:53:26: Das ist ein großartiges Schlusswort für diesen Bereich.
00:53:31: Und jetzt würde ich gerne von dieser Ja Gründungsgeschichte mal tatsächlich ganz Richtung Wirtschaftsstandort Deutschland gehen.
00:53:43: Und das Thema Biotech da mal wieder ein bisschen mit reinnehmen, weil wir haben ja gerade in Deutschland ja ich sage mal in vielen Branchen nicht eine unbedingte Partiestimmung.
00:53:52: Branchen die für die also für die Deutschland früh gestanden hat haben riesige Probleme und werden immer schwächer.
00:53:59: es kann man glaube ich nicht anders sagen von Automobil über letztlich auch solche Geschichten wie Maschinenbau und ähnliches.
00:54:06: Und man guckt immer so ein bisschen, was könnte eigentlich die nächste große Story sein?
00:54:10: Was könnte der nächste große Bereich sein, wo Deutschland etwas beitragen kann und auch eine Stärke entwickeln kann.
00:54:16: Wir merken jetzt schon KI wird es wahrscheinlich eher nicht.
00:54:20: Da ist vielleicht der Zug schon abgefahren.
00:54:24: Was würdest du sagen, könnte Biotec und Life Sciences könnte das ein Bereich sein für Deutschland und letztlich auch für Europa ... Ein großes Potenzial hat das zu werden.
00:54:37: Auf jeden Fall, ja ganz klar!
00:54:40: Also erstmal muss man sagen finde ich dass die Biotechnologie natürlich Antworten, potenzielle Antworten auf ganz viele Herausforderungen unserer Zeit liefert oder liefern kann und gibt verschiedene Vorhersagen.
00:54:58: aber wenn wir es schaffen die Biotechnology wettbewerbsfähig zu machen das heißt also traditionelle Herstellungsverfahren und Methoden, und traditionell hergestellte Produkte mit biotechnologisch nachhaltig produzierten und hergestelten Verfahren auf den Markt zu bringen.
00:55:13: Und das eben wettbewerbsfähig dann hat es die Chance größer zu werden als die heutige Wirtschaft.
00:55:19: Und eben viele Herausforderungen anzugehen also von irgendwie pharmazeutischen Produkten über Lebensmittel hinzu synthetischen Kraftstoffe.
00:55:31: Und deswegen glaube ich, dass und das kommt in diesem Jahrhundert dann zusammen.
00:55:36: Also die Biotechnologie ist am Ende für mich die Konvergenz aus Biologie- und Ingenieurswissenschaften weil wir ja anfangen biologische Organismen nicht nur zu beobachten sondern sie so zu verändern, dass wir sie nutzen können und dass sie Produkte herstellen wie wir sie für sinnvoll halten.
00:55:55: Deswegen glaube ich ,dass kann den gleichen Impact haben den die Digitalisierung in den letzten zwanzig dreißig jahren hatte.
00:56:05: Jetzt ist ja, ich würde gleich gerne darauf kommen warum du glaubst dass es ausgerechnet dann auch hier sein könnte weil das riecht ja eigentlich nach etwas was auch eigentlich typisch für sowas wie USA oder vielleicht auch in Asien wäre.
00:56:19: aber vorab vielleicht eine frage die ein ganz bisschen nochmal dieses Mentalitätsding rein nimmt was wir gerade schon hatten.
00:56:25: jetzt hat halt dieser ganze Bereich Biotechnologie in Deutschland nicht den besten Ruf, wenn man mal das vorsichtig sagt.
00:56:34: Also jedenfalls viele Bereiche davon, also der prominenteste Gentechnologie.
00:56:38: Ich glaube für viele war lange Gentechnologie fast gleichbedeutend mit Atomkraft und beides ist bäh und beiders wollen wir nicht.
00:56:48: Und beides lehnen wir ab zutiefst so.
00:56:52: Warum glaubst du?
00:56:53: Warum hat dieser Bereich so ein Bild in Deutschland?
00:56:57: Was können wir tun, dass sich das ändert?
00:56:59: Also erstmal weil du Atomkraft nennst ist das natürlich auch was, was wir uns in den letzten Jahren leisten konnten.
00:57:07: Und sozusagen wenn es einem sehr gut geht und man von vielem der letzten Jahrzehnte profitiert dann kann man sich natürlich auch leisten sich noch Dinge raus zu picken die irgendwie nice to have sind.
00:57:20: ja aber wenn's nachher darum geht gibt es Arbeitsplätze, weil die Energie günstig genug ist damit man hier noch produzieren kann.
00:57:27: Dann ist auf einmal der Blick auch sowas wie Atomkraft oder Atomenergie vielleicht ein anderer als wenn das eben nicht so eine Rolle spielt.
00:57:36: und ich glaube viel negativer Blick werden vorhin mal angedeutet beim Thema Gründertum oder Fehlerkultur oder so war viel negativa Blick auf etwas oder negative Meinungsstärke aus der Gesellschaft hat glaube ich oft was damit zu tun, wenn ich etwas nicht verstehe.
00:57:56: Also das, was ich nicht versteh, macht mir vielleicht Sorgen und was mir Sorgen macht, das lege ich zunächst mal ab.
00:58:03: Und wenn wir es schaffen mehr zum Verständnis beizutragen, was alles Positives und Faszinierendes mit sich bringt und gleichzeitig natürlich nichts zu ignorieren dass das auch mit Risiken einhergeht Wir sehen's gerade bei der KI Dann glaube ich können wir dazu beitragen Dass sich das Bild verändert Und weg von diesem, das was da passiert, gentechnisch veränderte Organismen Frankenstein als vielleicht mal so prägendes Bild wie das oft beschrieben wird.
00:58:31: Dass das vielleicht so ein medial bisschen abkühlt und in eine andere Richtung geht und eher als Zukunftschancen betrachtet wird und weniger als etwas was uns irgendwie an den Rand des Abgrund bringt.
00:58:42: Gesehen bei LinkedIn ist vor einer Weile im Paus hingemacht zur einer Änderung in der Regulatur auf EU-Ebene, was Gentechnik angeht.
00:58:53: Wo im Prinzip Vorschriften platt ausgedrückt gelockert
00:58:57: worden sind... Eigentlich was Kleines, ne?
00:58:59: Was Kleines!
00:58:59: Aber die sind gelockerd geworden, also es ist nicht mehr ganz so hart reguliert wie es mal war in bestimmten Bereichen und da gab es in bestimmte Kreisen natürlich einen Aufschrei.
00:59:11: und du hast geschrieben endlich wird's gelockern.
00:59:14: Also du würdest gerne das noch, ich sag mal deregulieren.
00:59:17: Ja also grundsätzlich glaube ich dass wir gut daran täten... Das ist natürlich mein Mindset ne?
00:59:22: Machen versuchen ausprobieren mutig sein.
00:59:26: Ich fände es einfach schön wenn wir technologieoffen sind.
00:59:29: Wenn wir Technologie offen regulieren das heißt auf die Chancen die Technologie Innovation mit sich bringt ermöglichen und Und nicht schon sozusagen regulieren auf alles, was potentiell schiefgehen kann und heute deswegen die Technologie von vornherein zu unterbinden.
00:59:51: Das finde ich etwas wo wir mir zu plakativ zu sagen und jetzt auch die Politik zu zeigen und sagen es muss irgendwie klassisch bürokratische Hürden abgebaut werden und Infrastruktur gefördert und mehr Kapital.
01:00:03: das ist irgendwie ohnehin klar und da müssen wir aber alle unseren Beitrag leisten.
01:00:08: Aber ich fände es schön, wenn wir ein Mindset entwickeln.
01:00:13: Alle zusammen und miteinander das wir versuchen Chancen zu ergreifen Und Dinge möglich zu machen uns sie nicht zu unterbinden weil wir Sorge haben dass Wenn Wir Etwas ermöglichen Dass Irgendwann mal etwas Schiefgehen Könnte und Das Deswegen Schon Heute Nicht Tun.
01:00:29: Also Wenn Wenn Ein Ein Gründer Auf Die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs guckt Bei Einer gründung Ja und sagt, naja in neunzig Prozent der Fällen geht das schief.
01:00:40: Dann lass ich's besser!
01:00:41: Dann gäbe es keine Unternehmer in Deutschland.
01:00:43: Dann gäbst aber auch wenig Unternehmen, wenig Arbeitsplätze und nicht besonders viel Wohlstand.
01:00:47: Und das heißt finde ich für unsere Gesellschaft dass wir gut daran täten da so ein bisschen mutiger zu werden.
01:00:56: So wenn wir das jetzt schaffen warum gerade dann Deutschland einen Potenzial reicher Standort für Biotechnologie?
01:01:03: Also könnte man jetzt ja sagen das ist vielleicht eher etwas, was irgendwann in den USA stattfinden könnte oder in Asien.
01:01:10: Warum Deutschland?
01:01:11: Tut es natürlich heute vielfältig auch da wieder aufgrund des Mindsets würde ich sagen in erster Linie weil viel möglich gemacht wird was vielleicht ja hier regulatorisch schwierig ist.
01:01:26: aber Ich will's mir dann nicht sozusagen nichts zu einfach machen.
01:01:29: Ich finde Was Deutschland auszeichnet is für mich ganz ganz ganz viel Substanz Und wir haben eine ganz, ganz tolle Gründerkultur.
01:01:40: Wir haben ex-exzellente Forschung und Entwicklung, exzellante Universitäten und Forschungseinrichtungen... ...und wir haben natürlich eine Industrie die obwohl wir ein relativ geografisch kleines Land sind, haben wir natürlich eine unglaubliche Substanz und Breite an Hochschulen, Unternehmen usw.. Das heißt wenn wir das schaffen mit einem anderen Mindset sozusagen unsere Grundlagenforschung zu übersetzen in tolle Ideen und diese Ideen in Firmen und diese Firmen in gute Geschäftsmodelle.
01:02:13: Und das hier am Standort zu skalieren, gerne auch mit internationaler Unterstützung dann glaube ich dann können wir eine ganz große Rolle spielen.
01:02:23: aktuell ist es halt leider so viele.
01:02:24: viele Ideen entstehen hier also nicht nur in Deutschland sondern auch Zentraleuropa.
01:02:28: Ich habe gesagt ich hab in Stockholm studiert unfassbare Innovationsstandort.
01:02:33: Aber viele Ideen wandern dann ab, weil sie hier nicht finanzierungs- oder Anschlussfinanzierungsfähig sind.
01:02:38: Oder auf regulatorische Hürden treffen.
01:02:41: Zuletzt mit einem Gründer gesprochen der wollte hier gründen im Bereich Agrarsensorik und da war die Regulatorik so Und auch die Finanzierungsfähigkeit dass er nach Holland gegangen ist.
01:02:51: und die sind heute in Holland ein erfolgreiches Unternehmen und das finde ich schade.
01:02:55: und Ich finde da sollten wir irgendwie alle dazu beitragen, dass wir das ein bisschen verbessern.
01:03:01: aber ich finde Die Basis ist enorm, die ist auch vor allem hier in Nordrhein-Westfalen enorm.
01:03:08: Also bin ja auch ein bisschen aktiv im Biotechverband.
01:03:14: Hier in NRW bei BioRiver, irgendwie Zusammenschluss der wichtigsten Player in unserem Bereich und da machen aus viele Gedanken darüber wie eigentlich Anspruch und Wirklichkeit zusammen passen hier mal andersrum.
01:03:31: Die Realität ist, wir könnten einer der top drei Standorte weltweit sein im Bereich Gesundheitswesen Life Sciences.
01:03:38: Sind das aber nicht weil wir das gar nicht so verkörpern?
01:03:41: Wir verkörpern das nicht!
01:03:41: Wir haben keine gemeinsame Markenbildung.
01:03:44: alle unsere Initiativen laufen irgendwie parallel, aber nicht auf ein gemeinsames Ziel eine gemeinsame Wirkung hin und wenn wir da einen Schulterschluss schaffen aus den Akteuren und diesem mutigeren unternehmerischen Mindset dann könnten wir ganz andere Dinge bewirken.
01:04:00: Und das eine oder andere Problem, was du eben genannt hast und natürlich so unsere deutsche Depressionen, die wir manchmal mittelsrum fragen, die sehen dann gar nicht so dunkel aus ja.
01:04:13: Daniel, das war finde ich ein schönes Schlusswort.
01:04:16: Ich fand es unglaublich spannend, einen schönen Einblick in ganz viele Themen.
01:04:21: gerade diese Gründungsgeschichte ist finde ich sehr sehr beeindruckend und was daraus geworden ist.
01:04:28: Und ja, also ich hoffe auch sehr, dass so dieser Appell jetzt gerade zum Ende das der auf offene Ohren trifft.
01:04:36: Weil irgendwas muss passieren und ich glaube auch, dass dieses Land unglaublich viel Potenzial hätte wenn wieder viel mehr Leute einfach Bock haben da dran was zu tun.
01:04:48: und genau das ist das was wir glaube ich momentan brauchen dann müsste mir uns überhaupt keine Sorgen machen.
01:04:53: Sehe
01:04:54: ich aus.
01:04:54: und wie gesagt was mir ganz wichtig ist Das ist nicht Aufgabe einer Branche eines Sektors oder der Politik, sondern da müssen wir irgendwie alle dran drehen und als Gesellschaft einfach gemeinsam was bewegen wollen.
01:05:07: Und dann glaube ich haben wir sehr, sehr gute Voraussetzungen das zu schaffen.
01:05:11: Absolut!
01:05:12: Vielen Dank.
01:05:13: Jetzt kommt noch die letzte Frage, die hier jeder gestellt bekommt und auch beantworten sollte.
01:05:20: Du wirst jetzt hoffentlich Fan des Chefetages sein dieses Podcasts...
01:05:23: Ist das verständlich?
01:05:24: Absolut, ich werde das überprüfen in Zukunft.
01:05:29: Wen würdest du dir mal gerne hören hier?
01:05:31: Hast du einen Tipp, hast du einen Vorschlag?
01:05:35: Da schießen mir spontan zwei Namen im Kopf aus sehr unterschiedlichen Bereichen und irgendwie unterschiedliche Gründen.
01:05:42: Der eine wäre für mich Ingo Hillen, Freund von mir Und der, den finde ich insofern ganz spannend als dass er auch Unternehmer ist hat damals die Sino gegründet und die waren aber vor allem eher persönlich.
01:05:58: Und Sino, allererster Investor von Trade Republic.
01:06:03: Also ein bisschen Entdecker, bisschen erster Investors und ich würde sagen Mentor der drei Gründer.
01:06:14: Den würde ich gerne mal hören.
01:06:15: das wäre sicher extrem spannend!
01:06:17: Der zweite Name der mir in den Kopf kommt... Weil wir früher sehr, sehr eng waren in der Schule nebeneinander saßen und auch den einen oder anderen Blödsinn im Kopf hatten.
01:06:27: Das wär Max von Campus, der heute mehr Geschäftsführung von Kneib ist.
01:06:33: Witziger Fun Fact!
01:06:34: Den hat schon mal jemand vorgeschlagen.
01:06:35: Der war das?
01:06:37: Damals war er noch bei Fanlag... Und das war damals ja den vorgeslagenen Herr Philipp Hitschler-Becker.
01:06:46: Das hat damals irgendwie nicht funktioniert, aber das ist jetzt ein wunderschöner Aufhänger ihn nochmal anzufragen.
01:06:52: Ich schreibe ihm mal!
01:06:53: Macht das?
01:06:54: Das ist natürlich auch ein spannendes Unternehmen.
01:06:57: Auf
01:06:58: jeden Fall.
01:06:58: Schneib also...
01:06:59: Und er ist ein ganz spannender Mensch.
01:07:02: Wir sind
01:07:02: zwei spannende Vorschläge.
01:07:03: Vielen Dank.
01:07:04: Das werde ich auf jeden Fall probieren und wenn es klappt, dann grüßen wir dich im Podcast.
01:07:09: So machen wir das ja.
01:07:09: vielen Dank für die Einladung
01:07:11: Daniel, vielen Dank, dass es möglich war hier bei dir aufzunehmen und du dir die Zeit genommen hast.
01:07:16: Und so viele offene Einblicke gegeben hast.
01:07:18: Das hat ganz groß Spaß gemacht.
01:07:21: Wenn's euch da draußen auch Spaß gemacht hat wenn ihr was mitnehmen konntet dann solltet ihr spätestens jetzt diesen Kanal abonnieren und rezensieren Kommentare schreiben was auch immer geht wo ihr das hört oder seht.
01:07:36: Dann hören wir uns und sehen wir uns ganz bald wieder.
01:07:38: schreibt mir auch wenn ihr Vorschläge habt für Gäste und dann versuche ich auch das möglich zu machen.
01:07:45: Dann freue mich auf die nächste Episode, dass es nämlich die Episode hundert.
01:07:48: in der kann ich schon jetzt ankündigen ist der nächste Gast Ralf Lottermann mein Companion mit dem ich den Podcast zusammen gestartet habe und er ja auch bis Episode dreiunddreißig war es glaube ich mit dabei war und deshalb dachte ich mir für die Episode Hundert ist er der ideale Gast.
01:08:03: Das ist auch ein ganz interessantes Gespräch.
01:08:04: was da kommen wird über die Highlights aus neuneinzig anderen Episoden Garantiert auch ein Highlight, also von daher vielen herzlichen Dank.
01:08:14: Bis bald, tschüss!
01:08:15: Dann tschüs zusammen.